Ken Bruen & Reed Farrel Coleman: Tower
Eigentlich eine nette Idee: In »Tower«, das gerade bei Rotbuch auf Deutsch erschienen ist, erzählen Ken Bruen und Reed Farrel Coleman eine Zwei-Kumpel-Ein-Gauner-Ein-Undercover-Cop-Geschichte, und zwar passenderweise von zwei Seiten.
Auf den ersten Blick haben der Ire und der Amerikaner zwei Novellen zusammengeklebt und durch das Attentat vom 11. September 2001 den Deckel draufgemacht. Doch »Tower« ist mehr als eine nette Idee oder gar eine weitere proamerikanische 9/11-Traumabewältigung – und erst recht mehr als eine verschämte Montage zweier Fragmente.
Dafür ist allein schon die Reflexion zwischen beiden Buchteilen zu stark. Durch die Divergenz von Bruens und Colemans Ton werden die Unterschiede zwischen Nick und Todd außerdem nur noch deutlicher, die Charaktereigenschaften, Probleme und irreparablen Seelenschäden der Protagonisten auf individuelle Art und Weise verstärkt.
Dabei ist es immer wieder erstaunlich, wie wenige Seiten zeitgenössische Noir-Götter wie Bruen brauchen, damit uns ihre gaunernden und sogar mordenden Loser und Pechvögel ans Herz wachsen – wie schnell wir mitleiden, wenn ihr Leben vor die Hunde geht, zermalmt von Mächten und Kräften, die so viel größer sind als sie selbst.
Oder wie sehr es uns trifft, wenn der trügerische Duft eines viel zu süßen Happy Ends durch die Seiten weht und dann der große Knall kommt.
Excelsior!




November 14th, 2012 at 20:43
Man liebt sie doch schon, wenn sie das erste Mal auf der Bildfläche erscheinen.
….weil sie nicht politisch korrekt und angepasst sind. Weil sie sich erlauben sie stinken, zu fluchen, sich total daneben zu benehmen und drauf scheißen, was andere von ihnen denken. Sie sind autark und deshalb stark und jeder andere weiß, wenns hart auf hart geht, kannst Du nur ihnen vertrauen. Man kann das riechen.