Wer ermordete Retro-Girl?
Bei uns bei Panini sind im Februar ein paar echte Highlights erschienen: John Arcudis und Peter Snejbergs A God Somewhere ist ein toller Einzelband, der mir vor ein paar Jahren, als ich das US-Paperback gelesen habe, gut gefallen hat. Ich lese Arcudis BUAP-Geschichten extrem gerne, aber manchmal wünschte ich mir, er käme öfter aus dem Hellboy-Universum raus. Erinnert sich noch jemand an die Käfer-Western-Kurzgeschichte in Dark Horse Presents, oder seine Spidey-Kurzgeschichte aus Family vor ein paar Jahren? Und seine schrägen Sachen um die Maske und Major Bummer aus den 90ern sind natürlich auch unvergesslich-legendär.
Ebenfalls unvergesslich: Garth Ennis’ Hellblazer-Run. Nachdem Preacher durch ist, sammeln wir diese wirklich fantastische Strecke mit Constantine nun in fünf schicken Hardcovern. Schon der erste Band, in dem John gegen den Lungenkrebs antritt, ist ein Glanzlicht und eigentlich auch ein ziemlich guter Einstiegspunkt in die Welt des rauchenden Vertigo-Okkultisten. Kann ich nur empfehlen, zumal wir dieses Jahr aller Wahrscheinlichkeit nicht mit Diggle oder Milligan weiter machen, obschon dafür wohl noch ein zweites Ennis-HC erscheinen wird.
Besonders am Herzen liegt mir diesen Monat das erste Trade zu Powers, Wer ermordete Retro-Girl?. Ob die geniale Superhelden-Cop-Serie von Brian M. Bendis und Michael Avon Oeming es im zweiten Anlauf in Deutschland schaffen wird? Ich hoffe es sehr.
An der Marvel- und DC-Front, an der ich unterdessen wieder fleißig mitgewurstelt habe, gibt’s im Februar indes Superhelden-Filets wie Dan Slotts zweiten Abgesang auf die Freundschaft zwischen Spidey und der Fackel und den Fantastischen Vier in Spider-Man 94, Brian Azzarello und Eduardo Risso an einem fantastischen Quasi-Elseword-Batman aus der Welt des Flashpoint, ein bärenstarkes, intensives Fear Itself-Tie-In mit dem Sahne-Artwork von Mike McKone in Im Netz von Spider-Man #35, Nick Spencers Secret Avengers im Blitzkrieg in Washington, und den viel versprechenden Übergangsband Ultimate Fallout, der nach dem Tod von Peter Parker als Prolog für das neue Ultimative Universum fungiert und uns zum ersten Mal den neuen ultimativen Spider-Man zeigt, über den in den Medien international so viel gesprochen wurde.
Und obwohl ich nicht der größte Hulk-Fan bin und das Debüt von Jeff Parker am Roten Hulk eher mäßig fand, ist der aktuelle Band mit dem Abenteuern von Thunderbolts Ross als roter Gamma-Goliath richtig gelungen. Besonders der erste Vierteiler im Band sieht klasse aus und ist sehr gut geschrieben. Hat mich ganz schön überrascht, als ich ihn eher mit geringen Erwartungen gelesen habe. Aber das ist ja mit das schöne an Comics, auch mal wieder was Entdecken können. Passiert, seit ich hinter dem Vorhang der Zaubershow herumlaufe, nicht mehr gar so oft, ist dafür aber umso schöner.
Passend zum Marvel-Filmjahr 2012 gibt’s noch den ersten Sammelband der neuen Reihe Marvel Movies, zu der ich die Redaktion mache, und eine Ladung Ghost Rider, ebenfalls passend zu Fear Itself und zum Filmstart. Aus diesem 100%-Marvel-TPB stammt auch folgendes Vorwort:
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Ach, was waren das noch für Zeiten, als Howard Mackie, Mark Texeira und Javier Saltares die Abenteuer des Ghost Riders betreuten! Zwischenzeitlich haben Autoren wie Garth Ennis, Daniel Way und Jason Aaron der Geisterreiter-Mythologie neue Kapitel hinzugefügt. Außerdem bretterte Hollywood-Star Nicolas Cage in einem Rider-Blockbuster über die Leinwand, dessen Sequel just in den Startlöchern steht. Während Shadowland versuchte sich nun Rob Williams am feurigem Geist der Rache – und machte seine Sache so gut, dass Marvel ihn zum Autor einer neuen Ghost-Rider-Monatsserie kürte, die mit einer besonders einsteigerfreundlichen Point-One-Episode und Tie-Ins zu Fear Itself – Nackte Angst startet. Doch nur weil der Allvater befreit wurde und die Welt mit Hilfe von Sin und den Würdigen ins Chaos stürzt, heißt das nicht, dass Johnny Blaze gleich bereitwillig zum Helden wird. Johnny war immer mehr ein Antiheld, seit er einen Pakt mit Mephisto schloss und seither als Ghost Rider Seelen vom Pfad der Verdammnis einsammeln muss. Was würde es für ihn bedeuten, den Job loszuwerden? Findet es heraus! Let’s ride!
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Excelsior!



