Immer noch brillant: Unter dem Hakenkreuz

Eigentlich wollte ich diesmal ja endlich irgendwo einen Text in Druckform unterbringen, der sich mt Unter dem Hakenkreuz beschäftigt, einer der derzeit besten Albenserien  auf dem Markt . Hat leider wieder nicht geklappt, ich bekam nirgendwo ein Go für eine Review – nun landet die Rezension zum wieder hervorragenden dritten Album der Reihe eben hier im Blog.

Comics, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen, gibt es viele – einer der derzeit besten Titel ist nach wie vor Unter dem Hakenkreuz von Szenerist Philippe Richelle und Zeichner Jean-Michel Beuriot. Bei Schreiber & Leser ist inzwischen das dritte großformatige Hardcover-Album dieser Ausnahmeserie erschienen. Hinter dem Band mit dem schlichten Titel Maria verbirgt sich wieder ein großartiger, vielschichtiger, historisch präziser und menschlich berührender Comic, der seine beiden schon hervorragenden Vorgänger noch einmal toppt.

Wieder konzentrieren sich  Richelle und Beuriot auf einen eher kleinen, privaten Ausschnitt des Themans, wenn sie den Blick in die deutsche Provinz wandern lassen, um zu zeigen, dass und wie selbst hier weit fernab der europäischen Metropolen der Schatten des Nazi-Regimes den Alltag der Menschen auf dem Land verdunkelt. Denn auch im Hinterland passt die Gestapo scharf auf, ist das Misstrauen der Menschen – früher ganz normale Freunde und Nachbarn wie überall – untereinander groß. Trotzdem haben einige Menschen den Mut zum Widerstand, egal wie gering er sein mag, egal wie wenig sie damit ausrichten können. Sie müssen und wollen einfach etwas tun – und handeln. Doch der Preis für Mut und Tatendrang ist groß, wenn man nicht mal dem Bürgermeister oder seinen langjährigen Kollegen oder Nachbarn trauen kann in diesen finsteren Zeiten …

Richelle und Beuriot zeigen: Es müssen nicht immer gleich der Holocaust oder der Zweite Weltkrieg sein. Ihr Unter dem Hakenkreuz ist auch mit dem dritten schön aufgemachten deutschen Album wieder ein brillanter historischer Comic, der sich mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus beschäftigt. Richelle erzählt mit viel Gespür für den sensiblen Stoff und historische Stimmigkeit die Geschichte einfacher Menschen in dieser traurigen Ära, die Beuriot mit seinem feinen, fast grazilen Artwork gekonnt zu Papier bringt.

Ein stimmiges, unbedingt empfehlenswertes Zeitzeugnis, das sich auch diesmal nicht scheut, die Bitterkeit und die Abgründe – und Gefahren – des einfachen Lebens zu Hochzeiten des Nationalsozialismus zu zeigen.

Excelsior,

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