Fertig, my dear Watson!
So, das war’s. Eben habe ich das von meiner Seite aus finale Skript von »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« an den Verlag geschickt, stolze 387 Word-Seiten lang und 558.323 Zeichen schwer.
Passend: Guido hat mir heute die ISBN durchgesagt (978-3-941258-16-7), und Timo hat mir gestern, während ich mich noch über Tom Cruise’ Tropic Thunder-Dance gekugelt habe, die erste Skizze fürs Cover rübergemailt (sieht. spek. ta. ku. lär. aus). Im atlantischen Verlags-Blog hat Guido heute das Inhaltsverzeichnis gepostet. Ich gehe zur Feier des Tages noch einen Schritt weiter und poste mal das gesamte Vorwort von Win zum Band in voller Länge und Pracht. Have fun, my fellows:
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Vorwort
von Win Scott EckertSherlock Holmes lebt.
Jeder, der das bezweifelt, leidet an Wahnvorstellungen und verdient es, kräftig verhauen zu werden.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Biografie von Sherlock Holmes (gemeinhin „The Game“ – das Spiel – genannt) entsprang der Vielzahl an Diskrepanzen in Watsons Aufzeichnungen der Fälle des Meisterdetektivs. Die sherlockianische Tradition, das Objekt der fiktiven Biografie wie eine reale Person zu behandeln, folgt dem meistens auf dem Fuße. In diesem typisch sherlockianischen Spiel wird Holmes’ Chronist Dr. Watson ebenfalls wie eine lebende Person behandelt. Und während Dr. Watson die Fälle niederschreibt, wird Arthur Conan Doyle meist zu Watsons „Herausgeber“ degradiert.
Da scheint es einleuchtend zu sein, dass es viel mehr Fälle gab, die Watson dokumentierte, Conan Doyle jedoch niemals editierte und auch nicht dem Original-Kanon hinzufügte. Die Fülle solcher Sherlock Holmes-Erzählungen – von denen gerne behauptet wird, dass sie in dem legendären zerbeulten Blechtornister im Schließfach einer Bank oder auf dem Dachboden von irgendwelchen Verwandten Watsons in Amerika gefunden werden – trägt das Zeugnis von Watsons literarischer Fruchtbarkeit. Viele dieser unveröffentlichten Erzählungen weichen vom strikten Handlungsrahmen um Holmes’ deduktive Fähigkeiten – angewandt auf realistische Geheimnisse – ab. Sie wenden sich den Bereichen des Fantastischen, des Mystischen und des Außergewöhnlichen zu.
Dazu gehören auch die Geschichten in diesem Buch, die Christian Endres „entdeckt“ und „für eine Veröffentlichung bearbeitet“ hat. Damit folgt Christian einer reichen Tradition, die Licht in jene Abenteuer von Holmes bringt, die weniger fantasievolle Anhänger des großen Detektivs belächeln oder sogar ablehnen.
Holmes ist auch hier Holmes – die Geige, das Kokain, Mrs. Hudson, unsere geliebten siebzehn Treppenstufen hinauf zu 221B, das ist alles vorhanden. Doch auf den folgenden Seiten sehen wir einen Holmes, dessen Geschicke und Belange sich etwa mit Peter Pan, Kapitän Nemo, dem Land Oz, dem Erbe Graf Draculas und lovecraftianischem Horror überschneiden.
Und warum auch nicht?Es gibt viele Fans solch extravaganter Holmes-Abenteuer. Schon früher hat Holmes in ähnlichen Geschichten diverse Male die Marsianer bekämpft (am bekanntesten dürfte „Sherlock Holmes’ War of the Worlds“ von Manly W. und Wade Wellman sein). Dem Grafen Dracula hat er noch wesentlich öfter die Stirn geboten (z. B. in Loren D. Estlemans „Sherlock Holmes vs. Dracula: The Adventure of the Sanguinary Count Dracula“ und vielen anderen). Unzählige Male hat er es außerdem schon mit cthuloiden Schrecken zu tun gehabt (z. B. in „Schatten über Baker Street“, herausgegeben von John Pelan und Michael Raeves).
Dr. Watsons Geschichten in diesem Buch nun, die Christian der Öffentlichkeit zugänglich macht, sind würdige und reizvolle Ergänzungen dieses Aspekts der Holmesianischen Erzählkultur.
„No Ghosts need apply.“
In der Tat!
Win Scott Eckert
Denver, Colorado, Juli 2009
Win Scott Eckert ist der Verwalter von Philip José Farmers Wold Newton Universum, Herausgeber von Büchern wie „Myths for the Modern Age“ oder „Crossovers: A Secret Chronology of the World“ und Autor von u. a. „The Evil in Pemberley House“, das er mit Farmers Erlaubnis kurz vor dessen Tod vervollständigte. Der Experte für Crossover, viktorianische Abenteuerliteratur und die Helden aus Pulps und Comics lebt in Denver, Colorado und bloggt regelmäßig unter http://woldnewton.blogspot.com.
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