Heiße Tage in London (auch für Zeitreisende)

Ich tupfte mir die schweißnasse Stirn ab und blickte missmutig aus dem Fenster. Wie üblich im Hochsommer im dicht bebauten London, brandeten die zähen gelben Nebelschwaden wie Wellen gegen die Fenster. Mir blieb schon beim Hinsehen die Luft weg, also wandte ich mich rasch ab. Ein Blick in unsere Wohnung im ersten Stock war jedoch nicht viel besser: Zwar waberte hier kein übel riechender Nebel, der die Augen tränen ließ – die Gefilde, in die mein Freund Mr. Sherlock Holmes sich selbst mit Hilfe des Kokains gebracht hatte, waren aber bestimmt ebenso nebulös wie Londons hochsommerliche Straßen. Es war jeden Sommer (und jeden Winter, wenn Schnee und Eis die Aufgabe von Hitze und Nebel übernahmen) das gleiche: Während der großen Hitzewelle in den Hundstagen Ende August blieben die Klienten aus der Baker Street fern; Holmes verfiel in seine lethargische Stimmung; und letztlich blieben als einziger Ausweg für den brillanten Geist meines Freundes nur das wenig brillante, aber anscheinend für ihn leider unabkömmliche Spritzbesteck und der Gürtel …

So viel als kleine Fingerübung, direkt in ins WordPress-Fenster gehackt.

Die letzten Betaleser-Kommentare (mit denen ich nicht mehr gerechnet hatte) und meine finalen Anmerkungen/Anspielungen sind in das Manuskript zu »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« eingearbeitet. Ich gehe davon aus, dass es sich morgen oder übermorgen auf den Weg zu Guido macht – dann muss sich dieser nur noch die Rahmenbedingungen wegen des Lektorats überlegen. Leider hat unser gestresster Atlantis-Anführer anscheinend noch mit anderen Projekten gerade etwas viel zu tun (dabei dachte ich, ich sei der einzige für ihn!).

Auf dem urlaublichen Lesestapel ganz oben liegen derzeit »Jinx« von Brian Michael Bendis, »Conan: The Phenomenon« von Paul Sammon – und »Die Frau des Zeitreisenden« von Audrey Niffenegger. Letzteres ist ein wunderschönes Buch, das die Paradoxen der Zeitreisen mit den Paradoxen der Beziehungswelt zu einem wirklich – genau – paradoxen Bild einer Liebe macht. Sehr klug, sehr gefühlvoll, sehr witzig, sehr wirklichkeitsnah und verdammt gut geschrieben. Ob das jetzt primär Romance oder primär SF ist, ist dabei eigentlich kackegal, um die Sache mal auf den Punkt zu bringen. Einfach nur ein richtig, richtig gutes Buch.

So, und ich geh nun weiter mit dem Ventilator tanzen.

http://www.mallux.de/Freebird-p141h39s40-Sherlock-Holmes-und-.html

Leave a Reply