Heyne SF Jahr Preview
Mittwoch, August 31st, 2011Bei der Amazone gibt es eine üppige Vorschau zum Science Fiction Jahr, das schon ungeduldig mit den Hufen scharrt.
Excelsior!
Bei der Amazone gibt es eine üppige Vorschau zum Science Fiction Jahr, das schon ungeduldig mit den Hufen scharrt.
Excelsior!
Dieser Tage hat sich an der Interview-Front einiges ergeben.
Für Festas »Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos« von Punktown-Autor Jeffrey Thomas werde ich mit Jeffrey ein Interview führen, das dann hinten im Band von H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens erscheint. Jeffrey und ich plaudern darin über Altmeister HPL und dessen Einfluss. Bietet sich beim Fokus der Story-Sammlung (deren Cover vor Jahren übrigens mal für den ersten REH-Band bei Festa angekündigt gewesen ist – so schließt sich dann mal wieder der Kreis …) ja geradezu an.
Vielleicht hat es der eine oder andere gelesen: Cross Cult wird die 24-teilige Serie »The Sword« in vier deutschen Bänden veröffentlichen. In den ersten beiden Sammelbänden der modernen Fantasy-Geschichte wird ein Interview enthalten sein, das ich mit den Luna Brothers führe.
Heute habe ich indes das Interview mit Kim Newman übersetzt, in dem ich mit ihm über Moriarty, den Diogenes Club, Crossover-Storys und anderes gesprochen habe. Auch der vierte Teil der Anno-Dracula-Reihe ist darin thematisiert. Das Interview erscheint passend zum zweiten Ritchie-Holmes in der Nautilus.
Und bevor ich’s vergesse: Das ziemlich coole und offenherzige Interview mit Richard Kadrey, dem Autor der Sandman Slim Bücher, liegt schon seit ein paar Tagen übersetzt bei Klaus für die phantastisch!, die zwischen den Jahren erscheinen wird.
Excelsior!
Greg Rucka vs. abgewatschte Superheldenverfimungen.
Schöner Eintrag, my dear Mr. Rucka.
(Mal ganz abgesehen davon, dass der zum Blog gehörige Webcomic von ihm und Rick Burchett, Lady Sabre and the Pirate of the ineffable Aether, eine echte Freude ist und von mir genauso verfolgt wird wie Mike Nortons schräger Conan-Mops-Mix, obwohl ich jetzt nicht gerade der treuste Webcomickonsument aller Zeiten bin.)
Excelsior!
Aktuell sitze ich immer mal stundenweise an Korrektur und Satz von »Der Leichenkönig«.
Wir kommen langsam in Reichweite des Druckauftrags und des Musterdrucks, würde ich sagen. Ob wir es bis zum BuCon schaffen, weiß ich allerdings nicht, hoffen wir einfach mal das Beste.
Das Buch wird übrigens dicker als geplant und deshalb ein paar Mark bzw. Sojabohnen-Aktien bzw. Gold-Anlagen bzw. Leichenteile bzw. vertrauenswürdige Geldeinheiten teurer, wie Guido schon gebloggt hat.
Lasst euch davon aber nicht abhalten, okay? Ein tolles, ungewöhnliches Buch für alle Freunde der Großbarts und anderer morbider, düsterer Grabräuber.
Ja, ja, ich grab, ähm, layoute ja schon weiter …
Excelsior!
Zum Ende des Monats und der hoffentlich bald endenden Hitzewelle gab’s dieser Tage noch mal einen ordentlichen Schwung Panini-Novitäten, und da viel Spidey- und viel Marvelhelden-Stoff dabei gewesen ist, müsst ihr euch natürlich auch wieder mit einigen Editorials aus meiner Feder arrangieren.
Etwa im schmucken Spidey-Sammelband Ein besonderer Augenblick, der zwischen Spider-Man #88 und Spider-Man #89 gelesen werden sollte (und in dem der Grüne Kobold angekündigt wird, obwohl wir natürlich den Hobgoblin meinen. Ich war’s nicht!
Und ich werde herausfinden, welcher Kobold da seine Späße trieb, und dann gibt’s saure Milch und das gute Zeug mit dem Schnaps nur noch für den Igel und die Feen, promise!). Oder in Im Netz von Spider-Man #32. Darin wird zum ersten Mal das erste Aufeinandertreffen von Captain America und Spider-Man gezeigt.
Mit Kino-Cap bzw. Commander Rogers hatte ich ausnahmsweise auch noch mal in Ed Brubakers und Greg Ruckas 100% Marvel 57: Captain America – Super Soldier zu tun, wähernd die mit jedem Band stärker werdenden Secret Warriors von Jonathan Hickman in Sammelband 4 auf die Zielgeraden einbiegen und die Marvel Noir-Reihe mit einem tollen Band um Luke Cage würdig abgeschlossen wird.
Die fantastischen Barbaren-Brüder Timothy Truman und Tomas Giorello rocken derweil an Conan Band 16 wieder mal alles in bester REH-Manier weg (verzeiht einem alten Mann die Verdienste, die Conan sich verdient hat, okay?), diese Hefte von Conan the Cimmerian hätte man wohl den Filmemachern mal in die Hand drücken sollen, bevor sie losgelegt haben.
Und da ich inzwischen ja auch von DC nicht die Finger lassen kann, gesellen sich diesen Monat zu den Titeln im Licht des Hellsten Tages mit Flash, Aquaman und Co. noch die Time Masters in 100% DC hinzu, die sich auf die Suche nach Batman begeben.
Viel Spaß beim Lesen, da sollte doch für jeden was dabei sein.
Excelsior!
In der aktuellen zitty (#18/2011) ist im Literaturteil nicht nur meine Rezension zu Charlie Hustons »Die Plage« abgedruckt, sondern im Filmteil auch ein Artikel aus meiner Feder, der sich mit 50 Jahre Perry Rhodan, natürlich der Perry-Rhodan-Dokumentation in den deutschen Lichtspielhäusern und kurz auch dem Verjüngungsprojekt Perry Rhodan Neo beschäftigt.
Leider musste ich zum Schluss ordentlich den Rotstift ansetzen und kürzen und dabei u. a. auch die Zitate von Markus Heitz rausstreichen, der pünktlich zum ohnehin mit viel Prominenz bestückten WeltCon einen Perry-Gastroman geschrieben haben wird und mir im Vorfeld des Artikels Rede und Antwort gestanden hat.
Nachfolgend deshalb die exklusive XXL-Fassung des Artikels, unredigiert und so pur wie der Odem eines alkoholisierten Mausbibers an der Milchstraßen-Cocktailbar…
Rückkehrer unter sich: Joe Lansdale kehrt nach Camp Rapture zurück, wo schon sein »Kahlschlag« gespielt hat – und wie wir alle wissen, sind die besten Romane und Geschichten des texanischen Vielschreibers immer im Osten seiner Heimat angesiedelt, egal ob dies- oder jenseits des Sabine River. Diesmal befinden wir uns jedoch nicht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern im Hier und Jetzt. Die Dinge haben sich verändert, aber eitel Sonnenschein herrscht deshalb noch lange nicht, weder zwischen Weißen und Schwarzen, noch hinter der bürgerlichen, zivilisierten Fassade der Häuser in Camp Rapture.
Der zweite Rückkehrer ist Ich-Erzähler Cason Statler. Er kehrt nach seiner Zeit im Irak und einem Zwischenstopp als erfolgreicher Journalist in Houston ramponiert in seine Heimatstadt – eben Camp Rapture – zurück. Dort steht nicht alles zum Besten, wie der neue Lokal-Reporter schnell herausfindet, wobei er noch das eine oder andere mehr findet, im Guten wie im Schlechten. Ehe er sich versieht, stecken er und die wenigen Menschen, die im nahe stehen, dann auch schon bis zum Hals mitten drin im schaurigen Schlamassel, dessen wahre soziopathische Dimension selbst einen Kriegsveteranen erschüttern kann und den Leser gleichzeitig atemlos die Seiten umblättern lässt.
Lansdales »Gauklersommer« ist kein weiteres klassisches Southern-Gothic-Filetstück. Viel mehr ist es ein finsterer Noir-Reißer in der Tradition von James M. Cain – und auch ohne Lansdales obligatorischen Lieblings-Autoren-Bonus ein strammer Pageturner für lange Sommernächte, in denen man sowieso nicht schlafen könnte. Und wer will außerdem schon schlafend in der Hitze gebacken werden, bevor er nicht auch die letzte Seite eines so packenden Thrillers gelesen hat?
Der Golkonda Verlag hat dem Roman, der im Original 2008 als »Leather Maiden« erschienen ist, wieder eine vorbildliche Übersetzung und ein hübsches Paperback im Design des ersten Lansdales beim ambitionierten Berliner Kleinverlag spendiert.
Für 2012 sind zwei bereits weitere Titel des talentierten Mr. Lansdale bei Golkonda angekündigt, u. a. der Weird Western »Deadman’s Road« als »Straße der Toten«, und so bleibt eigentlich für alle Beteiligten nur noch eines zu sagen: Weiter so!
Excelsior!
Ich bin ein Fan von John Niven, wobei mir sein letztes Buch »Coma« noch einen Ticken besser gefallen hat als sein exzessives Roman-Debüt »Kill Your Friends«. Blutiger Golfschläger vor Viagra und Kleiderbügel – bis heute trage ich mich mit dem Gedanken, in einer Mischung aus Updike und schottischem Kleinstadtmafioso den Würzburger Golfplatz heimzusuchen (und damit Sport und frische Luft – in der Kombination eine Nemesis von Autoren! – zu bewältigen). Nivens neuesten Roman habe ich also mit einiger Spannung erwartet. Nun ist er bei Heyne Hardcore als hübsches Hardcover und obendrein wieder als Hörbuch erschienen. Gott bewahre? Von wegen! Aber lest selbst…
Wer nach »Kill Your Friends« und »Coma« dachte, John Niven sei vom Glauben abgefallen, wird nun eines besseren belehrt. Nivens göttlich-kritische Komödie beginnt nämlich mit Gott, der von einem Angel-Urlaub zurückkehrt. Als Er die Menschheit in der Renaissance verlassen hatte, gediehen die Dinge prächtig. Bei Seiner Rückkehr schreiben wir das Jahr 2011. Castingshows sind nur die Spitze des Eisbergs aus Klimaerwärmung, Genozid, Terror, Hass und Hunger.
Gott is not amused. Also schickt Er nach seinem Sohn, der die letzten 400 Jahre eigentlich auf die Welt hätte aufpassen sollen. Doch Jesus hat’s verbockt und lieber mit Jimi Hendrix gekifft und gejammt. Deshalb muss JC die Sache nun gerade biegen und wird von seinem alten Herrn erneut auf die Erde gesandt. Genauer gesagt, auf einen Roadtrip durchs rechte Amerika, wo er u. a. zum Medienstar werden, die Menschen inspirieren und Gottes einziges echtes Gebot verbreiten soll:
Seid lieb.
Jesus Cries? Niemals! Dass Niven rasante, unkonventionelle Romane schreiben kann, hat er schon bewiesen. Dass er keine Skrupel und keine Furcht kennt, sollte spätestens jetzt allen klar sein. John Niven und Jesus Christus gegen das Elend der Welt und den Zynismus der Musik-Industrie: Einfach göttlich!
Die Besprechung wird demnächst auch in der zitty abgedruckt.
Excelsior!
Kraken bewegen sich auf geheimnisvolle Weise.
Dieser Satz aus China Miévilles neuestem Roman »Der Krake«, der nun auch bei Bastei Luebbe auf Deutsch erschienen ist, könnte für Mievilles gesamtes, viel gepriesenes Schaffen gelten. Denn natürlich sind die Sprachgewandtheit und die Themen des erfolgsverwöhnten Fantastik-Virtuosen stets außergewöhnlich und in ihrer Kombination und Aufbereitung wundervoll, ja geradezu beeindruckend unverbraucht.
Doch gerade an seinem okkulten Weltuntergangswettstreit im modernen London, irgendwo zwischen Theologie und Tentakeln, zeigt sich für mich einmal mehr, dass Mr. Miéville mich nicht mehr ganz so vorbehaltlos zu begeistern vermag, selbst wenn das an Blasphemie grenzt (für die ich aber immer zu haben bin).
Sicher: Seine Sprache ist noch immer ein Genuss, seine Vielseitigkeit und sein Drang nach Innovation sowieso lobenswert – aber die Lektüre von »Die Stadt & Die Stadt« und nun auch wieder »Der Krake« ist dann doch auch ohne die außergewöhnlichen Sprach-Spielchen seiner anderen Werke oft auch noch ein ordentliches Stück Arbeit, für die man nicht mehr am Ende jedes Kapitels belohnt wird.
Auch die Jagd nach dem Kraken ist wieder Nichtwissenheit mit Sogwirkung, schönen Sätzen und klugem Inhalt – aber kein klassischer Pageturner, kein pures Lesevergnügen. 200 Seiten weniger hätten dem Tintenfisch und seinen Jüngern und Jägern außerdem ganz gut getan.
Fans und Juroren wird’s wieder egal sein – ich hätte eine straffere Lektüre zum viel versprechenden Topic und den tollen Ansätzen und natürlich auch in diesem Miéville wieder vorhandenen brillanten Momenten allerdings doch bevorzugt.
Ach ja: Die 300.000-Zeichen-Marke ist geknackt, mein lieber Watson. Wie versprochen. Die Adler ist am Start.
Excelsior!
Gestern habe ich zum Aufwärmen eine 6-seitige Holmes-Story geschrieben, von der ich noch nicht weiß, ob ich sie als Kurzgeschichte so für sich stehen lasse, und-oder ob ich sie zusätzlich zum Vorspiel des Romans mache.
Der lief die letzten Tage gar nicht so schlecht, ich nähere mich mit Riesenschritten der 300.000-Zeichen-Marke und würde vor der nächsten Runde Panini-Editorials gerne zumindest in Schlagweite des Finales kommen. Mal sehen, ob das machbar ist.
Interessant ist dabei vielleicht noch, dass mein Kurzstrecken-Holmes immer noch streckenweise ein bisschen anders »klingt« als mein Langstrecken-Holmes. Auf der Liste mit Dingen, die ich am Roman noch checken bzw. optimieren möchte, ist da allerdings noch ein Fragezeichen dahinter, da ich nicht weiß, ob es nicht ermüdend ist, wenn Holmes in Romanlänge zu oft die vierte Wand durchbricht und zu abgefahren ist, obwohl ich natürlich eine Schwäche für »meinen Holmes« aus Geschichten wie »Muse mit sieben Prozent« habe. Schreit nach einem ausgewogenen Mittelweg.
Bei der Gelegenheit: Die Holmes-Kurzgeschichte »Unten am Fluss«, die ich exklusiv für das Sherlock Holmes Magazin geschrieben habe, erscheint voraussichtlich Mitte September in der Ausgabe #9 des SHM. Schon jetzt kann man einen Blick auf Cover und Inhalt werfen (und ja, den Holmesianer in mir freut es, auf dem Titel genannt zu sein).
Den Feierabend verbringe ich derzeit mit China Miévilles »Der Krake« – süchtig machende, sprachlich exorbitante Unwissenheit und Crazyiness mit allerhand Tentakeln und Frömmlern, oh, und natürlich einem regelrechten Weltuntergangswettstreit. Mal sehen, ob das 700+ Seiten durchzuhalten ist, oder mir irgendwann doch wieder zu sehr auf den Senkel geht, trotz all der schönen und klugen Worte. Erschwerend kommt hier freilich hinzu, dass mit Joe R. Lansdales »Gauklersommer« und Peter Dexters »Deadwood« hier noch zwei Bücher ganz oben auf dem Stapel liegen, auf die ich mich schon ziemlich lange freue…
Das MacBook pocht darauf, dass es bereits auf Reservebatterie läuft, deshalb soll es das gewesen sein. Have a nice weekend, my fellows, und angenehmes Braten.
Excelsior!