Archive for Juli, 2011

Die andere Seite der Brücke

Sonntag, Juli 31st, 2011

Mein Text zu Warren Ellis und Ben Templesmith’ »Fell«, Lesern dieses Blogs nicht ganz unbekannt und darüber hinaus der Comic, der mir im Juli mit am meisten Lesefreude bereitet hat, ist nun auch im Comic-Portal des Tagesspiegel online gegangen. Spread the word, my fellows.

Excelsior!

Ausblick: COMIC!-Jahrbuch 2012

Samstag, Juli 30th, 2011

Das COMIC!-Jahrbuch 2012

Seit mich Kollege Pannor 2007 ein erstes Mal (damals bin ich Tante Ellen als Co-Autor am Comicverfilmungen-Part für seine berüchtigten US-Marktbericht zur Hand gegangen) an Bord geholt hat, habe ich bisher jedes Jahr am COMIC!-Jahrbuch des Icom-Verbandes mitgewirkt. Inzwischen macht Stefan seinen tollen US-Bericht wieder alleine, und ich verdinge mich an eigenen Themen.

Und auch im fünften Jahr ist es noch immer jedes Mal cool, zu sehen, was Burkhard in der just begonnenen Layout-Phase aus dem gelieferten Text und den Bildern gemacht hat.

Fürs kommende Jahrbuch, das wie immer im Herbst erscheinen wird, habe ich Daniel Lieske interviewt, der mit seiner Wormworld-Saga für einiges Aufsehen gesorgt hat dieses Jahr. Inzwischen ist auch das letzte Update bezüglich des Print-Deals und der Zugriffszahlen in den Text eingeflossen. Außerdem habe ich mich mit Erik unterhalten, der in München den Icom-Preis für das beste Artwork 2011 erhalten hat.

Als Preview aufs Buch gibt es nun schon mal eine Vorschau des Lieske-Intervies online. Dauert noch ein bisschen, bis ihr es in gedruckter Form lesen könnt, aber …

Excelsior!

Kleiner Prinz auf großer Fahrt

Freitag, Juli 29th, 2011

Prinz Eisenherz HC 15

Mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks veröffentlicht der Bocola Verlag seit Herbst 2006 Hal Fosters großen – und ungebrochen großartigen – Abenteuercomicstrip »Prinz Eisenherz«. Inzwischen ist bereits der 15. Band der vorbildlichen Gesamtausgabe erschienen.

Es wird meistens nicht viel geredet, wenn die Dinge gut laufen. Für gewöhnlich findet man sich einfach damit ab und nimmt die positive Konstanz zur Kenntnis, ohne ein Wort über die Sache zu verlieren. An dieser Stelle soll dann aber doch mal wieder erwähnt werden, dass der Bocola Verlag mit seiner Herausgabe von »Prinz Eisenherz« nach wie vor einen tollen Job macht.

Der geradezu sensationell auflagenstarke Comic-Bestseller aus Bonn (10.000 Exemplare pro Band; Band 1 verzeichnet inzwischen sogar 15.000 Exemplare) versammelt mit dem 15. Hardcover-Album bereits die Sonntagsseiten Nr. 1456 bis 1559 aus den Jahren 1965 und 1966. Neben der gewohnt guten Wiedergabequalität, in der sich die prächtigen Seiten von Illustrations-Altmeister Hal Foster auch diesmal wieder dank sorgsamer digitaler Restauration präsentieren, fällt dabei vor allem der Fokus der abgedruckten Kapitel auf. Der liegt über weite Strecken des Albums nämlich auf Eisenherz’ und Aletas Sohn Arn, der sich auf große Fahrt begibt, um das Versprechen seiner Mutter einzulösen und in das Land seiner Geburt zurückzukehren.

Wie sein Vater vor ihm, begibt sich Arn also auf die Reise nach und ins ungezähmte Nordamerika, was Foster immerhin die Möglichkeit gegeben hat, einmal die Vergangenheit in der Nähe seiner Haustür zu visualisieren, die er vor seiner Karriere als Werbe-Zeichner und Comic-Künstler ja sogar als Trapper in Kanada durchstreift hat. Foster ergriff die Gelegenheit beim Schopf und stürzte sich mit offenkundiger Begeisterung auf das neue Sujet, um diesen für ihn und seine Leser erfrischenden geografischen Teilabschnitt der Historie wie gewohnt akkurat recherchiert und minutiös abzubilden. Darüber hinaus ist Arns Reise in die Gebiete der Indianer eine der seltenen Gelegenheiten, da die Zeit zwischen dem Abenteuerklassiker und der Wirklichkeit bei Erscheinen bis auf das Datum genau exakt gleich verstrichen ist.

Da sieht man aber, was für ein Luxusproblem die weltweit wohl beste Gesamtausgabe von »Prinz Eisenherz« mittlerweile geschaffen hat: Es genügt schon nicht mehr, dass sie seit fünf Jahre auf bisher unerreichtem Niveau den größten Abenteuercomicstrip aller Zeiten auf Deutsch zugänglich macht. Nein, da müssen die ritterlichen Kreuzfahrer mit Wikingerblut in den Adern mal wieder die künftigen Kolonien besuchen und solche obskuren chronologischen Kongruenzen zwischen der Erzählzeit und der Wirklichkeit zur Schaffenszeit auftauchen, damit man sich endlich erneut dazu bequemt, über den völlig zurecht so erfolgreichen Dauerbrenner unter den florierenden Gesamtausgaben klassischen Comic-Materials zu schreiben.

Ach ja: Als ich das letzte Mal mit geradezu kindlicher Begeisterung über Fosters Helden geschrieben habe, war der des höfischen Lebens müde, ungebrochen abenteuerhungrige Eisenherz von Mark Schultz und Gary Gianni gerade ebenfalls einmal mehr auf große Abenteuerfahrt in die Fremde geschickt worden.

In diesem Sinne: Bis zur nächsten Fahrt!

Excelsior!

Future History

Mittwoch, Juli 27th, 2011

In der letzte Woche fertig ausgelieferten phantastisch! #43 hat sich der beflissene Kollege Illmer in einem wunderbaren Text mit dem Schaffen von Cordwainer Smith auseinandergesetzt.

Nun ist auch endlich meine Rezension zum Heyne-Sammelband mit Smith’ Future-History-Werk abgedruckt, und zwar in der aktuellen Ausgabe 16/2011 der Berliner zitty (in der Wespenschreck Göllner im Übrigen völlig zurecht auf die Modern-Tales-Ausgabe von Brian Woods geradezu epischen Independent-Comic-Roman »Local« hinweist).

Hier die unredigierte, ungekürzte Fassung meiner Besprechung aus dem Heft:

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Future History: Was aus den Menschen wurde

Nach Perlen wie Ballard oder Sheckley erschien binnen kürzester Zeit nun gleich der nächste lobenswerte Band in Heynes „Meisterwerke der Science Fiction“-Reihe: Eine chronologisch sortierte Gesamtausgabe all der Erzählungen des amerikanischen Autors Cordwainer Smith, die zusammen den Zyklus um die „Instrumentalität der Menschheit“ bilden – eine einfallsreiche, epische und fiktive Version der Menschheitsgeschichte, die eine kleine Ewigkeit nicht mehr in Druck war. Fast noch interessanter als die knapp 30 Geschichten sind allerdings John J. Pierce’ Vorwort zu Smith und seinem Erzählkosmos sowie das Leben des Autors selbst. Denn hinter dem Pseudonym Cordwainer Smith verbarg sich Paul Myron Anthony Linebarger (1913-1966). Das Patenkind von Sun Yat-sen war ein genialer Kopf, der sechs Sprachen beherrschte und sich insbesondere als Ostasien-Kenner, Experte für psychologische Kriegsführung und in der Folge als Asien-Berater in Kennedys Stab profilierte. Doch nicht nur seine Erfahrungen mit Psychologie und verschiedenen Kulturen sprechen aus seinen Storys. Die leben auch davon, dass Smith nicht wie viele andere Autoren seiner Zeit aus der SF-Club- und Fan-Ecke kam. Entsprechend unverbraucht und autonom wirken die meisten Geschichten seines üppigen Future-History-Werkes noch heute. Christian Endres

Aus dem Amerikanischen von T. Ziegler & U. Thiele. Heyne , München 2011. Taschenbuch, 1052 Seiten. 12,95 Euro.

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Excelsior!

Charlie Huston: Maximale Zerstörung

Dienstag, Juli 26th, 2011

Mal ehrlich: Es gibt keinen Roman von Charlie Huston, den man nicht empfehlen kann. Einige – die Hank-Thompson-Trilogie, Das Clean-Team, Die Plage – muss man sogar empfehlen. Nun ist bei Panini mal wieder ein Huston-Comic erschienen: Satirische, düstere Science Fiction um Deathlok, den Zerstörer. An dieser Stelle mal mein Klappentext und mein Intro zum deutschen Sammelband, der in der Reihe Marvel MAX erscheint.

Klappentext:

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TÖDLICHES SPEKTAKEL

Marvel MAX 41: Destroyer

Wer glaubt, dass nur die Vergangenheit voller Gewalt war, der kennt die Zukunft noch nicht! Denn hier gilt mehr denn je das Gesetz des Stärkeren. Krieg und Kampf sind ein Sport-Spektakel für die Massen. Gewaltige Verluste stehen in den futuristischen Duellen an der Tagesordnung, und wer auf den Schlachtfeldern dieser nach Blut und Gewalt lechzenden Zukunft sein Ende findet, hat höchstens eine Möglichkeit, zurückzukehren – als tödlicher Cyborg, der nur eine Mission konnt: Vernichten und Zerstören!

Satirische Dystopie trifft Science-Fiction-Action. Von Bestseller-Autor Charlie Huston (WOLVERINE, MOON KNIGHT, “Die Plage”) und mit Zeichnungen von Lan Medina (FABLES, MAX 24: PUNISHER, MAX 27: FOOLKILLER).

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Intro:

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DÜSTERE ZUKUNFT

Doug Moench und Rick Buckler offerierten 1974 in Astonishing Tales 25 das extrem düstere Bild einer möglichen Zukunft des Marvel-Universums. Die einzige Hoffnung dieser Welt? Luther Manning, ein Soldat, der im Training starb und von der US-Regierung zum Cyborg namens Deathlok gemacht wurde! 2009 kehrte Charlie Huston, der mit “Die Plage” kürzlich einen tollen Near-Future-SF-Thriller geschrieben hat, in die finstere Marvel-Zukunft zurück und schuf DEATHLOK, das u. a. eine Hommage an die schrägen Ideen aus Astonishing Tales ist. Außerdem nimmt Hustons dystopische Science-Fiction-Satire die Welten des Profi-Sports, der Großkonzerne und der Medien aufs Korn, was durchaus Erinnerungen an Stephen Kings “Running Man” Oder Bob Asprins “Der Weltkrieg-Konzern” weckt. Huston, der Deathlok ebenso wie Moon Knight als Teenager für sich entdeckte und damals viel SF las, konzentrierte sich trotz der in den 90ern eingeführten Deathlok-Neuinkarnationen ausschließlich am Original. Anders als etwa Deathloks Auftritt in 100% MARVEL 56, spielt diese Marvel Knights-Miniserie außerhalb der regulären Kontinuität.

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Eine Leseprobe zum Band gibt’s hier.

Excelsior!

Sherlock!

Sonntag, Juli 24th, 2011

Nicht vergessen, my fellows: Heute um Viertel vor Zehn beginnt die ARD mit der Ausstrahlung der BBC-Serie Sherlock.

Hier noch ein schöner SPON-Text als Appetizer.

Excelsior!

Monster und Karten

Samstag, Juli 23rd, 2011

Es gibt Texte, die wollen einfach geschrieben werden. Manchmal sind das Fiction-Texte, manchmal sind das Artikel oder Rezensionen. Letzte Woche war’s eine Kurzgeschichte, von der ich euch noch gar nichts erzählt habe, glaube ich – nicht mal die kleinste Andeutung habe ich gemacht, schändlicherweise.

Also: Wenn jemand eine Idee hat, wo ein quasi-fantastischer 10-Seiter über skrupellose Kartografen, Seeungeheuer und Meeresmonster, üppig tätowierte Freudenmädchen aus dem fernen China und zögerliche Piraten hinpassen könnte – ich bin offen für Vorschläge ;)

Ansonsten nimmt das Nachwort zu James M. Cains »Wenn der Postmann weimal klingelt« weiter Gestalt an, heute habe ich auch die unredigierte Neuübersetzung der Festa-Ausgabe zum ersten Mal zu Gesicht bekommen (ich werde aber wohl nicht auf die Unterschiede zu älteren Übersetzungen eingehen; das könnte ich bei Fritz Leiber im Schlaf und auch, wenn es endlich mal eine Chandler-Neuübersetzung gäbe – aber nicht unbedingt bei Cain).

Die Erstfassung des Nachworts ist so weit durch, Definition Hardboiled/Noir inklusive. Fehlt hier und da nur noch ein bisschen Politur und ein bisschen Ruhe, damit der Text sacken kann, dann ist das von meiner Seite auch erledigt, und ich kann in der letzten Juli-Woche womöglich noch ein bisschen was für die Fiction-Quote tun …

Excelsior!

Jäger und Gejagte

Freitag, Juli 22nd, 2011

In Spider-Man #87 hat Kravens Ewige Jagd begonnen.

Als Einstimmung auf den wahrlich finsteren Spidey-Storybogen von Autor Joe Kelly, Zeichner Michael Lark und anderen gibt es an dieser Stelle als Wochenendstimmungs-Posting mal den Text, den ich für die erste Inhaltsseite des Heftes geschrieben habe.

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JÄGER UND GEJAGTE

Spider-Man #87: Kravens ewige Jagd beginnt

Ob an den Hängen des Himalaja, im Wilden Land oder im Herzen Afrikas: Sergei Kravinoff war der größte Jäger aller Zeiten – bis der ehrgeizige Nachfahre eines verarmten russischen Adelsgeschlechts in den Großstadtdschungel New Yorks kam und in Spider-Man einen Gegner fand, den er einfach nicht besiegen konnte, egal ob allein, mit Hilfe von Calypso oder sogar als Teil der Sinisteren Sechs.

Erst in KRAVENS LETZTE JAGD bezwang Kraven den Wandkrabbler, indem er ihn mit Gift betäubte, bei lebendigen Leib begrub und selbst in das schwarze Kostüm des Netzschwingers schlüpfte und dessen Heldenjob mit noch mehr Härte und Skrupellosigkeit erledigte, was vor allem Vermin zu spüren bekam. Dass der frisch verheiratete Spider-Man kurze Zeit später vor Wut schäumend aus seinem Grab stieg und Kraven konfrontierte, interessierte den Jäger nicht weiter. Ihm genügte die Befriedigung, seine absolute Überlegenheit gegenüber der Spinne bewiesen zu haben – weshalb er sich auch selbst das Leben nahm, bevor die Cops eintrafen.

Später waren es Sergeis Söhne Vladimir “Grim Hunter” Kravinoff und Aloysha Kravinoff, die das Erbe ihres Vaters fortführten, und auch Sergeis Halbbruder Chamäleon trug einmal das Kostüm des Jägers. Vlad wurde jedoch von Peters Klon Kaine getötet, und Aloysha flüchtete im PUNISHER WAR JOURNAL 3 ins Wilde Land, tauchte aber kürzlich wieder auf und wohnte dem schrecklichen Mord der Echse an Billy Connors bei. Inzwischen ist außerdem auch Sergeis Tochter Ana alt genug, um die ewige Jagd der Kravinoff-Sippe fortzusetzen, wie wir in SPIDER-MAN 59 und 60 gesehen haben.

Sie und ihre Mutter Sasha hatten zuletzt großen Anteil daran, dass Peter während der Fehde von allen Seiten attackiert wurde. Darüber hinaus haben sie die Seherin Madame Web und die einstige Spider-Woman Mattie Franklin entführt und einige von Spideys ärgsten Widersachern um sich geschart, immer mit einem grimmigen Ziel vor Augen.

Ihr denkt, Spidey hat das Gröbste hinter sich? Mitnichten!

Möge die Jagd beginnen…

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Excelsior!

Lesezirkel: Die Anzeige

Mittwoch, Juli 20th, 2011

Im Horror-Forum gibt es einen Lesezirkel zu meiner Kurzgeschichte ›Die Anzeige‹, die in »Wicked« erschienen und auch nach wie vor als illustrierte und limitierte Heftung per Mail zu bestellen ist.

Außerdem kann die Story hier kostenlos heruntergeladen werden.

(Danke für den Hinweis, lil’ mockingbird!).

Excelsior!

Wenn der Postmann zwei mal klingelt …

Dienstag, Juli 19th, 2011

Hab ich euch eigentlich schon erzählt, dass ich das Nachwort zur im Herbst erscheinenden Neuübersetzung/Neuauflage von James M. Cains »Wenn der Postmann zwei mal klingelt« bei Festa schreiben werde? Wenn nicht, hiermit mal geschwind getan.

Eigentlich bin ich ja eher ein Anhänger der Chandler/Hammett-Schule, aber Cain ist natürlich der andere Pol, wenn es um die alte Noir-Garde und eben »die andere Schule« geht. Und in Hollywood haben sie ja dann eh alle wieder zusammengefunden.

Excelsior!