Archive for April, 2011

Die letzten ihrer (H)Art

Freitag, April 29th, 2011

Vorhin habe ich gesehen, dass in Hermkes Romanboutique tatsächlich noch zwei der längst verlagsvergriffenen Hardcover von »Die Zombies von Oz« ausliegen.

Wer also noch eine dieser inzwischen fieberhaft gesuchten, da streng limitierten Raritäten in seinen Besitz bringen möchte, und ferner nicht ohnehin am Gratis Comic Tag vorbeikommt, kann den Jungs im Laden ja mal eine Mail schreiben oder kurz anrufen, sie verschicken durchaus auch Bücher …

Excelsior!

Kampf um die Krone im Tagesspiegel

Donnerstag, April 28th, 2011

Mein Hellblazer-Text ist heute beim Tagesspiegel online gegangen.

Ich bin also Teil des Hochzeit-Hypes. Ich Schlampe.

Excelsior!

Royaler Hochzeitswahn

Donnerstag, April 28th, 2011

Wie soll man dem Rinder… Hochzeitswahn in England begegnen, der dieser Tage seine Spitze erreicht und uns allen das Wochenende verderben wird, falls wir den Fehler machen, den Fernseher einzuschalten? Ich empfehle ausdrücklich »Hellblazer: Bad Blood«, in dem John Constantine im Jahr 2025 mit Krone und Politik in seiner Heimat aneinandergerät. Der Text sollte auch noch dieser Tage beim Tagesspiegel online gehen.

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Moderner Merlin

von Christian Endres

Wegen der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton sind viele Briten schon seit Monaten aus dem Häuschen. Am 29. April ist es nun so weit und wird geheiratet. Dass nicht alle Engländer die Monarchie bewundern, zeigt das kürzlich neu aufgelegte „Hellblazer: Bad Blood“, in dem der britische Autor Jamie Delano ordentlich gegen die blinde Verehrung der Krone wettert.

Hellblazer: Bad Blood

Hellblazer: Bad Blood

Comic-Charaktere dürfen nur selten altern, amerikanische Heftserien-Helden meist gar nicht. Nicht mal wenn sie, so wie „John Constantine: Hellblazer“ weitgehend in Großbritannien spielen. Trotzdem können die kreativen Köpfe meistens nicht widerstehen, Vergangenheit und Zukunft der zeitresistenten Figuren ausgiebig zu erkunden. Egal ob Wolverine, Spider-Man, die X-Men, Superman oder Batman – alle haben sie ihre Anfänge und ihr Ende schon auf viele Arten und Weisen erlebt und erzählt bekommen, häufig sogar mehrfach, mal innerhalb, mal außerhalb des offiziellen Kanons. Und keine Frage: Ohne Frank Millers düster-futuristisches Batman-Epos „Der dunkle Ritter kehrt zurück“ wäre die Comic-Welt eine andere, ärmere. Doch selbst abseits dieses bedeutsamen Klassikers gibt es einige Perlen unter den vergänglichen Gedankenspielen auf dem Zeitstrahl. Eine der ungewöhnlichsten und zugleich unterhaltsamsten Blicke in die Zukunft dürfte so etwa „Hellblazer: Bad Blood“ aus dem Jahre 2000 sein, das DC unter dem „Vertigo Resurrected“-Etikett kürzlich zum ersten Mal in einem Sammelband zusammengefasst hat – pünktlich zum aktuellen Hochzeitswahn in England. In der satirischen „Hellblazer“-Geschichte schickt Jamie Delano den von Alan Moore für seinen legendären Run an „Swamp Thing“ geschaffenen lachende Magier und zynische Hexer John Constantine ins England des Jahres 2025, in dem die königliche Blutlinie gehörig umgekrempelt wird.

Zynischer Hexer

Genug Hellblazer-Erfahrung für solch ein gewagtes Unterfangen hatte Delano 2000 zweifellos. Der 1954 in Northampton geborene Autor gehörte schließlich zur ersten Welle britischer Comicschaffender, die Alan Moore nach dessen Erfolg in den Kolonien ebenfalls über den großen Teich folgten und es sich mit Vorliebe bei DCs erwachsenen Verlags-Imprint Vertigo gemütlich machten, so wie auch Garth Ennis, Neil Gaiman oder Peter Milligan. Delano indes wurde sogar von Moore höchstpersönlich dazu auserkoren, die ersten Hefte der „John Constantine: Hellblazer“-Serie zu schreiben, die der Erfolg des kantigen britischen Zauberers in „Swamp Thing“ notwendig gemacht hatte (bis auf wenige Ausnahmen wie etwa Brian Azzarello oder Jason Aaron haben bis heute fast ausschließlich Autoren von den britischen Inseln die mit über 275 regulären Ausgaben dienstälteste, verkaufszahlentechnisch zuletzt leider weiter besorgniserregend schwächelnde Vertigo-Monatsserie um den kettenrauchenden Okkultisten geschrieben).

Ab Januar 1988 verlieh Delano dem von Moore geschaffenen Magier der Moderne in hintersinnig geschriebenen Dark-Fantasy- und Urban-Horror-Geschichten weitere Ecken und Kanten, während der zynische Constantine sich in einer sehr realen und zeitgemäßen Welt mit Dämonen, Flüchen, Geistern und dunkler Magie auseinandersetzen musste. „Der schmutzige Horror, von dem Jamie Delano erzählte, ist noch genauso politisch, scharf, gerissen und genüsslich wie bei seinem Erscheinen“, urteilt Neil Gaiman über die frühen „Hellblazer“-Hefte seines Kollegen Delano, der in seiner Karriere auch an „Captain Britain“ arbeitete oder später das ziemlich spaßige, jedoch vorzeitig zu einem Ende gebrachte „Outlaw Nation“ schrieb. Nichtsdestotrotz wird Delano immer der Autor sein, der Constantine zusammen mit seinem „Hellblazer“-Nachfolger Garth Ennis am nachhaltigsten geprägt hat.

Delano schrieb die Serie mit kurzen Unterbrechungen von 1988 bis 1991 und kehrte 1994 ein letztes Mal zu John Constantine zurück. Zwischen seinem endgültigen Abschied von der monatlichen Heftreihe und seiner Rückkehr zum 25-Jährigen Jubiläum des Charakters in der Graphic Novel „Hellblazer: Pandemonium“, in der er Constantine 2010 ins Kriegsgebiet im Irak schickte, lag nur noch eine einzige Hellblazer-Arbeit. „Hellblazer: Bad Blood“ hatte es dafür faustdick hinter den Ohren – und enthielt einiges böses, wenn auch königliches Blut.

Kampf um die Krone

Bisher wurde die 4-teilige Miniserie nie in einem Band gesammelt. Seit Ende letzten Jahres veröffentlicht DC Vertigo in „Vertigo Resurrected“ aber viele Schmankerl aus den Archiven, was insbesondere Hellblazer-Fans dankend registriert haben, wurden so doch schon einige Raritäten oder anderes zuvor nie gebündeltes Material reaktiviert. So nun auch „Bad Blood“, in dem Delano John Constantine, der auch unter späteren Autoren zwar durchaus immer mal ein bisschen älter, jedoch kein bisschen gelassener geworden ist, im Rentenalter zum Merlin der englischen Zukunft macht.

Wir schreiben das Jahr 2025. Die britische Königsfamilie ist am Boden, England steht kurz davor, einen Präsidenten zu ernennen. Auf der anderen Seite gibt es aber noch genügend glühende Verehrer der aussterbenden Monarchie, allen voran natürlich der so unrühmlich verblichenen Lady Di, die einen ähnlichen Heiligenstatus wie die Jungfrau Maria höchstpersönlich genießt. Sichtungen der heiligen Diana stehen an der Tagesordnung, der Kult um die tote Prinzessin ist längst Religion geworden und hat u. a. eine eigene TV-Plattform. In dieser Zukunft der politischen und religiösen Verwirrung wird plötzlich enthüllt, dass Constantines junge Bekannte Dolly die Enkelin der legendären Prinzessin von Wales ist. Entsprechend schnell überschlagen sich die Ereignisse. Eine rasch produzierte Fernsehserie präsentiert dem entzweiten Volk das bisherige Leben der Erbin, die von der Enthüllung ebenso überrascht ist wie alle anderen. Sie soll die Krone retten und in die Zukunft überführen?

Dolly lässt sich nur widerwillig darauf ein – und wird prompt zum Abschussziel der neuen politischen Bewegung im Land. Als sie aufgrund einer Techno-Vergewaltigung auch noch schwanger wird und verschiedene monarchistisch und antimonarchistisch orientierte Gruppen um das Leben der künftigen Multikulti-Königin und ihres ungeborenen Kindes kämpfen, muss sich der in die Jahre gekommene Constantine entscheiden: Hält er sich raus, oder kämpft er für seine Freundin und damit die Zukunft der Krone und des gesamten Landes?

Verwirrter Republikaner

Natürlich kann er sich nicht raushalten. Zu verlockend ist das Szenario, zu schwer zu überschauen einmal mehr die große Poker-Party, als die Constantine das Leben seit jeher betrachtet, auch anno 2025. Dort hat der mit allen Wassern gewaschene Hinterhof-Magier ohne Skrupel zwar eine Lesebrille und sieht sich lieber Nacktkochen als einen weiteren Bericht über die x-te Sichtung der glorreichen Diana an – aber er ist auch derselbe harte Hund wie früher, der es wie eh und je liebt, die Strippen anderer Leute zu ziehen, seine Nase in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angehen, und sich mit Gegnern anzulegen, die trotz aller Magie wesentlich größer sind als er.

So richtig politisch motiviert ist der alte Constantine bei seinem Eingreifen allerdings nicht. Muss er freilich auch gar nicht sein, so lange es Leute gibt, die er noch weniger mag als sich selbst oder die knackige Dolly, die der alte Lustmolch im Rausch ins Visier genommen hat. Und wen interessiert in England schon Politik? Autor Delano bezeichnete sich und seinen ergrauten Constantine in einem Interview einmal als „auf typisch britische Weise verirrte Republikaner“. Deshalb versucht Constantine auch im rüstigen Rentenalter kurz vor der 70 in erster Linie seine Karten bestmöglich und ferner jeden gegen jeden auszuspielen, seinen Schnitt zu machen und der Welt vor allem wieder ein klein wenig mehr seinen Stempel aufzudrücken, was seinen besten Kumpel, den Taxi-Fahrer Chaz, auch nach all der Zeit noch immer tierisch ins Schwitzen bringt.

Die „liberale Endlösung“ des markigen Zukunfts-Abenteuers um Constantine und Dianas Erbe passt letztlich wunderbar zu John Constantine und dem gesamten Ton der gut gealterten Miniserie, die noch heute viel Vergnügen bereitet. Zwar wird es zum Finale hin etwas schwierig, aber das ist schließlich ein Attribut, das auf die Mechanik vieler entscheidender Momente in Hellblazer-Comics zutrifft, egal unter welchem Autor. Davon abgesehen ist „Hellblazer: Bad Blood“ ein ziemlich unterhaltsamer Ausflug in die Zukunft von DCs abgebrühtem Straßenmagier – mit ein paar schönen satirischen Social-Fiction-Elementen und reichlich Biss. Es ist an dieser Stelle dann auch durchaus als Kompliment gemeint, dass „Bad Blood“ genauso gut von einem inspirierten Garth Ennis oder einem motivierten Warren Ellis hätte geschrieben worden sein können.

Kritische Kerze im Wind

Jamie Delano geht mit seinen Landsleuten und ihrer glühenden, in der Folge gerne blinden Verehrung der Krone nämlich ganz schön hart ins Gericht, obwohl „Bad Blood“ neben der Kritik auch stets für ein böses Grinsen gut ist (und das sicher nicht nur, wenn Elton Johns „Candle in the Wind“ sein Fett wegkriegt). Überhaupt haben Delano und die Zeichner Philip Bond und Warren Pleece – die man mit ihrem leichtfüßigen, cartoonigen Stil nun nicht gerade als typische Hellblazer-Künstler bezeichnen würde – sichtlich Spaß an ihrer spritzigen Episode aus Englands und Constantines Zukunft gehabt. Dass dabei die anhaltende Liebe der Briten zu ihrer auf gewisse Weise unsterbliche Lady Di so heftig aufs Korn genommen wird, war im Übrigen eine Idee der Vertigo-Geburtshelferin und langjährigen Redakteurin Karen Berger, einer der womöglich wichtigsten und einflussreichsten Frauen der Comic-Moderne. Allerdings hat der eben bereits angesprochene Warren Ellis, dem bekanntlich vor nichts graut, schon ein Jahr vor „Bad Blood“ in einer seiner letzten Ausgaben als „Hellblazer“-Serienautor 1999 ganz schön böse in Richtung Diana geschossen und sie und das gesamte britische Königshaus zu schleimigen Mutanten gemacht – und da lag ihr Tod noch kein Jahr zurück. Die Engländer wird’s heute in beiden Fällen nicht mehr großartig stören oder gar schockieren – Kate Middleton läuft Lady Di angeblich ja längst den Rang als beliebteste Prinzessin ab. Für mehr Klatsch würde sich aber auch ein John Constantine nicht interessieren.

Dunkler Merlin

Neben allen witzigen Einfällen, all der bissigen Sozial- und System-Kritik und all den gelungenen, da erfreulich typischen Constantine-Momenten, hat „Hellblazer: Bad Blood“ dann auch noch eine Weisheit parat, die die historisch strittige Artus-Mythologie mit der Zukunft verknüpft: Denn wenn die britische Monarchie im Sterben liegt und das Königreich in Chaos und Finsternis zu versinken droht, ist tatsächlich der große Zauberer zur Stelle. Nur dass der gealterte Hexenmeister diesmal einen alten Trenchcoat trägt, nicht Merlin heißt und auch mit fast Siebzig noch der größte kettenrauchende Bastard aus Liverpool ist, den die amerikanische Comicbühne je gesehen hat.

Lang lebe die Königin? Von wegen. Lang lebe John Constantine!

Jamie Delano, Philip Bond & Warren Pleece:
Vertigo Resurrected: Hellblazer – Bad Blood
Trade, 100 Seiten, DC Vertigo, $ 7,99
Sprache: Englisch

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Excelsior!

100% göttlich

Mittwoch, April 27th, 2011
100% Marvel TPB 55: Loki

100% Marvel TPB 55: Loki

Mit Thor startete gerade die nächste Marvel-Blockbuster-Comicverfilmung. Entsprechend haben wir uns bei Panini gerüstet. Neben den Sammelbänden zum brillanten Thor-Run von J. M. Straczynski möchte ich euch noch mal die Marvel Monster Edition 37 besonders ans Herz legen. Asgards Sohn ist nämlich einer der schönsten Fantasy-Comics, die ich kenne. Toll, dass wir ihn auf Deutsch sehen und ich nun die beiden US-Digests einmotten kann (das US-Trade habe ich mir gar nicht mehr geholt, als ich auf dem Redaktionsplan sah, dass wir eine deutsche Ausgabe bringen werden).

Thor ist ja eigentlich nicht meine redaktionelle Baustelle. Aber da Aguire-Sacasas Loki-Miniserie in 100% Marvel #55 erscheint, stammt das Editorial zum Band von mir (so wie am 14. Mai dann auch das Editorial zum Thor mit Iron Man Heft am Gratis Comic Tag …). Hier mal das Intro zum 100%-Band:

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In den 1960ern verschmolzen Superheldengeschichten und Göttersagen ein erstes Mal zur Marvel-Mythologie. Und auch wenn der Donnergott Thor oder der tapfere, schicksalsbehaftete Balder seither die Helden in den Erzählungen sind, hat auch der trickreiche Loki immer einen Platz gefunden – meist als Schurke. Doch was, wenn Loki, der Sprössling von Frostriesen und die Schlange in Odins Hallen, in der Vergangenheit in falschem Licht und nicht in vollem Umfang dargestellt wurde? Sicher, er wird niemals ein Held sein, selbst wenn er sich in THE SIEGE gegen den Void stellte und fiel – aber vielleicht war er zumindest schon immer mehr, als wir zu sehen bereit waren. Schon in MARVEL GRAPHIC NOVEL 6: LOKI warfen Robert Rodi und Essad Ribic einen faszinierend andersartigen Blick auf die Beziehung von Loki und Thor. Nun präsentiert uns Roberto Aguirre-Sacasa eine weitere Perspektive und konzentriert sich nicht nur auf Thor 274 und 275 von 1978, als Lokis Plan zu Balders Tod führte, sondern auch auf die Zeit davor und danach…

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Wen die Asen eher kalt lassen, der kann ja mal in Marvel Noir: Iron Man schauen. Shooting-Star Scott Snyder hat da, bevor er mit Stephen King American Vampire aus der Taufe hob, eine tolle Hommage an die Pulp und Men’s Magazines geschaffen und für ordentlich Indiana-Jones-Flair gesorgt. Schöner Band, an dem ich auch wieder sehr gern gearbeitet habe.

Excelsior!

Freak Out!

Montag, April 25th, 2011
Frank Cho: »University Freaks«, Cross Cult, April 2011

Frank Cho: »University Freaks«, Cross Cult, April 2011

Vor den Feiertagen ist noch mein Beleg der deutschen Gesamtausgabe von Frank Chos »University Freaks« im Briefkasten gewesen.

Sehr schönes Hardcover mit allen Strips aus Chos Frühwerk und dem sehr freizügigen und erotischen »Cheeskake and Critters«-Portfolio hinten drin. Ziemlich exklusiv ist auch die Kolorierung der Strips, die u. a. Cross-Cult-Verleger Andy Mergenthaler vor zehn Jahren für die norwegische Heft-Ausgabebei Semic gemacht hat. Überarbeitet hat sie nun auch ihren Weg von den Disketten (oldschool Baby!) in die deutsche Gesamtausgabe gefunden – und hat damit auch dem US-Band etwas voraus (das deutsche HC kommt außerdem recht ausladend daher, im Format von »The Rocketeer« und »Auf der Suche nach Peter Pan«).

Dazu kommt natürlich noch das Interview im Anhang, für das ich Frank Anfang des Jahres ganz schön hinterher sein musste, bis ich die antworten kurz vor knapp endlich zum Übersetzen hatte. Hat sich aber gelohnt, wie ich finde.

»University Freaks« ist übrigens das erste Geschenk an euch Leser (und Verleger Andy Mergenthaler), mit dem 2011 zehn Jahre Cross Cult gefeiert werden. Dazu gesellen sich die »Sin City«-Neuauflage in neuem Look und im Juni der fette Sammelband mit den Geschichten aus dem Hellboy-Universum. Happy Birthday, Cross Cult.

Wäre schön, wenn wir irgendwann doch auch mal »Liberty Meadows« komplett auf Deutsch sähen. Und wer weiß, wenn sich der Band jetzt gut verkauft …

Das Interview mit Frank ist inzwischen auch beim Tagesspiegel online gegangen.

Excelsior!

Zombies im Spectrum

Samstag, April 23rd, 2011

Kollege Baga hat mir nicht nur beim Einrichten des MacBook Pro geholfen (endlich kann ich als Tekno-Muffel auch mal mit einem technischen Gadget glänzen!). Außerdem konnte er auch noch mit der frohen Botschaft aufwarten, dass es sich beim Bild aus seinem 2010er Portfolios, das es in Spectrum #18 geschafft hat, tatsächlich um das umlaufende Covermotiv zu meinem »Die Zombies von Oz« handelt. Sehr cool – und Gratulation noch mal in die Keesburg!

Preview: »Die Zombies von Oz« Cover by Volkan Baga

Wird in »Spectrum - The Best of Contemporary Fantasy Art 18 (2011)« abgedruckt: »Die Zombies von Oz« – Cover by Volkan Baga

Excelsior!

Atlantis goes Kindle

Freitag, April 22nd, 2011

In weniger als einer Minute können Sie mit dem Lesen von Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes auf Ihrem Kindle beginnen.

Was das bedeutet?

Seit Gründonnerstag gibt es Amazons Kindle auch auf Deutsch. Und natürlich sind auch diverse Atlantis-Titel als E-Books bei der ersten großen Offensive der Amazone dabei, und deshalb könnt ihr für 8,90 Euro nun auch »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« und »Die Zombies von Oz« für das Kindle downloaden.

Viel Spaß damit.

(Apropos Spaß: Das ist der erste rein am MacBook erstellte Blog-Eintrag!)

Ecxelsior!

Berlins sündige Straße zum Biokrieg

Donnerstag, April 21st, 2011
zitty 9/2011

zitty 9/2011

Leider, wie man angesichts der Tragödie in Japan sagen muss, quasi topaktuell: Eine kürzere Fassung meiner Rezension zu Paolo Bagicalupis exzellentem Near-Future-Roman »Biokrieg« ist in der aktuellen zitty (Ausgabe #9/2011) erschienen, ebenso mein Text zum genauso exzellentem Noir-Comic »Die Straße nach Selma«.

Der Text zum Krimi wird demnächst auch beim Tagesspiegel online zu finden sein, mich und mein Ego kriegt man ja mit schmeichelnden Anfragen eigentlich immer.

Apopos. Darüber hinaus schreibe ich die Woche noch am Text zu »Hellblazer: Bad Blood«, das zum royalen Hochzeitsfieber in England wie die Faust aufs Auge passt und dann auch im Online Portal des TS zu finden sein wird.

Fröhliches Eiersuchen, my fellows.

Excelsior!

Superhelden für die nächste Generation

Dienstag, April 19th, 2011

Mein Text zu einsteigerfreundlichen Superheldencomics und Brian Michael Bendis’ und Michael Avon Oemings neuer Serie »Takio« ist nun im Comic-Portal des Tagesspiegel online gegangen.

Excelsior!

Nobody kicks it like Pratchett

Montag, April 18th, 2011
phantastisch! #42

phantastisch! #42

Während ich das Editorial zu »Brightest Day Präsentiert: Flash 1« fertig mache und für die nächste phantastisch! bereits einen Text über die Brüder Großbart schreibe…

Ausgabe #42 der phantastisch! ist inzwischen ausgeliefert worden, und ich habe ja an anderer Stelle hier im Blog schon etwas zu dieser Heftnummer erzählt, in der vielleicht ein Text zu viel von yours truly sein könnte. Ähem.

Dass das Interview mit Bill Swears aus »Zookland« (Atlantis) stammt und das Gespräch mit Christian Gossett ursprünglich in »The Red Star 4« (Cross Cult) abgedruckt worden ist, wisst ihr also bereits.

Was ihr noch nicht wisst, ist, dass die Presseabteilung von Randomhouse, genauer gesagt Manhattan und Goldmann, bei mir angefragt hat, ob es denn möglich wäre, das Interview mit Pratchett-Neu-Übersetzer Gerald Jung beim Relaunch von pratchett-buecher.de im Mai auf die neue Homepage zu packen.

Natürlich ist es möglich, ihr könnt das Interview also demnächst auch online goutieren, wenn ihr möchtet, verpasst dann aber die anderen schönen Beiträge im Heft, zu Absolute Editions im Comicbereich, den Brüdern Strugatzki, Adam-Troy Castro, den Nachruf auf Hans Joachim Alpers, The Rocketeer, Stephen Kings Novellensammlung, Tommy Krappweis, Xenozoic – und natürlich findet ihr auch nur im Heft heraus, wie man einen Wookie koscher zubereitet. Kein Witz. Steht da wirklich drin, so wahr ich Obi-Wahn heiße und ein getigerter Biber mit Latzhose bin.

Hier gibt’s nun noch meine Rezension zu Sir Terrys »Der Club der Unsichtbaren Gelehrten« aus dem Heft (einer von zwei Titeln, die ich als klassische Reviews im Heft bespreche – der andere ist »Biokrieg«):

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»Der Club der Unsichtbaren Gelehrten«

»Der Club der Unsichtbaren Gelehrten«

Schon nach kurzer Zeit wurde viel über diesen neuen Scheibenwelt-Roman geschrieben, vor allem hinsichtlich der Veränderungen, mit denen sich die deutschen Leser und Vollblut-Fans des erfolgreichen Sir Terry konfrontiert sehen: Es gibt kein Hardcover mehr, sondern nur noch ein großformatiges Paperback mit Klappenbroschur. Das hat außerdem wieder kein Originalcover von Paul Kidby, sondern wird von etwas Plakativem, aber nur bedingt Hübschem aus der digitalen Bilddatenbank geziert. Dazu kommt schon wieder ein neuer Pratchett-Übersetzer – und bei ihm siezen sich die verschrobenen Mitglieder der Unsichtbaren Universität plötzlich, nach über dreißig Romanen im kollegialen Du…

Zugegeben, das war schon etwas viel auf einmal (obwohl das »Sie« den bequemen, very britishen Universitäts-Zauberern gar nicht mal so schlecht zu Gesicht steht, für sich genommen, im Kontext und hinsichtlich der Gewohnheiten ist es anfangs aber tatsächlich etwas ungewohnt). Doch nicht einmal solche Neuerungen und der Verlust von Hardcover und Kidby-Cover können einem Pratchett seine Klasse nehmen. Mag schon sein, dass man sich ein wenig umgewöhnen muss, und mit Sicherheit sind die Kidby- Cover der britischen Ausgaben um einiges schöner, so wie der Humor im Original immer ein paar Nasenlängen vorn liegen wird, obwohl die Mehrstimmigkeit der Sprache auf der Scheibenwelt nun besser zum Tragen kommt.

Aber mal ehrlich: Soll uns das die Freude über einen neuen Scheibenwelt-Roman auf Deutsch verderben?

Die Dinge verändern sich eben. Das weiß niemand besser als Terry Pratchett – und eigentlich auch die Leser seiner Scheibenwelt-Romane. Denn ist die ständige Veränderung, das Ringen von »dynamischer Stagnation« (Zauberer, Hexen) und Fortschritt (Zeitung, Post, Bank, Wache, Film, Musik) nicht immer ein Kernthema der flachen Fantasy-Welt, die auf den kräftigen Schultern von vier Elefanten ruht, die wiederum auf dem Rücken der Sternenschildkröte Groß A’Tuin stehen, die sich langsam durchs eisige All bewegt? Innerhalb des fiktiven Kosmos der Scheibenwelt ist die unaufhaltsame Weiterentwicklung aller Dinge ein zentrales Element, das zwischen dem guten Humor und den schrulligen, liebenswerten Figuren stark präsent ist. Der Prozess des Wandels ist nicht aufzuhalten, wie etwa der Patrizier Lord Vetinari weiß. Man kann sich ihm in den Weg stellen und zermalmt werden – oder man kann versuchen, einen Vorteil aus der ganzen Sache zu ziehen, indem man sich früh genug arrangiert und positioniert.

Abgesehen davon, ist die quicklebendige, in ihrem Wesen ebenso träge wie blitzgescheite und wandelbare Zwillingsstadt Ankh-Morpork unbeeindruckt von allen Veränderungen und Neuerungen noch immer der verrückteste Ort, den man sich im Multiversum der fantastischen Literatur nur vorstellen kann. Und an genau diesem Ort dreht sich nun alles um eine Sportart, deren populäre Auswüchse in ihren extremsten Formen auch in der Wirklichkeit schon an Besessenheit grenzen können: Fußball. Doch natürlich wäre Pratchett nicht Pratchett, würde er dieses Thema nicht zu philosophischen Exkursen über das Menschsein und das Bewusstsein von Tyrannen, Zauberern, Bolzplatz-Königen, Modedesignern, braven Bürgern und anderem nutzen.

Ist der neue Pratchett also lesenswert? Aber natürlich. Verdirbt einem die neue Übersetzung den Spaß? Auf keinen Fall (Und ehrt es Pterry nicht sogar, dass es nun von manchen seiner Werke – wie von Shakespeare, Tolkien, Twain, Poe, Melville oder Conan Doyle – gleich zwei deutsche Versionen gibt, über die eifrig gestritten und debattiert wird?). Zumal in den Scheibenweltromanen ja keine Anreden im Vordergrund stehen, sondern Menschen und Personen und ihre Probleme – und wie sie über sich und ihren vermeintlichen Stand hinauswachsen.

Und am Ende kommt es eh nur auf eines an:

Nobody kicks it like Pratchett!

Christian Endres

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Excelsior!