Archive for Dezember, 2010

Zurückgespult: 2010

Freitag, Dezember 31st, 2010

Ich steh ja nicht so auf die obligatorischen Jahresrückblicke, in denen man sich selbst auf die Schulter klopft, Läuterung verspricht und überlegt, was im neuen Jahr so kommen könnte.

Aber vielleicht sollte ich doch ein bisschen mehr an dieser Stelle schreiben, weil 2010 ein Jahr war, in dem sich einiges drastisch verändert hat. Dem würde es wahrscheinlich nicht ganz gerecht werden, nur das beste Buch oder den besten Comic des Jahres zu nennen, und weiterzuziehen. Es würde zu mir und meiner Einstellung gegenüber Silvester passen, aber … nun gut.

2010 haben zwei Dinge geklappt, auf die ich viele Jahre hingearbeitet und geschwitzt und manchmal auch geblutet habe, so wie das eben sein muss (niemand möchte auf der Nudelsuppe daherschwimmen; ich jedenfalls nicht): Ich habe mich endlich als freier Autor selbstständig gemacht – und ich habe höchst offiziell die Redaktion der deutschen Spider-Man-Titel übernommen. Besser geht es in der Hinsicht nicht – warum, habe ich hier oft genug erläutert. Der Weg war ganz schön steinig, mir ging unterwegs einige Male nicht nur fast die Puste aus, und ich bin ein paar Mal auf die Nase gefallen – trotzdem bin ich 2010 ins Ziel gekommen. Das ist ein schönes Gefühl, darüber darf man dann auch mal ein paar Sätze verlieren.

Und ohne es jetzt zu sehr ins Licht zu zerren oder zu sehr klein reden zu wollen: Klar war es super, zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Phantastik Preis zu gewinnen – nicht nur, weil ich nun zwei tolle Buchstützen habe, sondern vor allem deshalb, weil »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« ein Buch ist, auf das ich so verdammt stolz bin.

Natürlich bin ich auch auf das Baby stolz, das dieses Jahr das Licht der Welt erblickt hat, und gerade durch die tolle Zusammenarbeit mit Volkan war »Die Zombies von Oz« für sich auch wieder etwas Besonderes. Aber dem guten Mr. Holmes samt Sidekick gehört einfach mein Herz, sorry, Dorothy. Aber keine Angst, Baby, vielleicht schenke ich dir ja mein Herz, wenn du dich 2011 plötzlich wie der Teufel verkaufen solltest. Kauf dir meine Liebe, Kleines!

Der erste Gratis Comic Tag war ebenso wie der diesjährige Comic-Salon in Erlangen toll (auch wenn ich mir für den Salon mehr Zeit hätte nehmen müssen – aber hey, ich hatte ein Buch fertig zu schreiben und hätte mir eigentlich nicht mal den Samstag gönnen dürfen …). Und dass ich den Weg zu Twitter und inzwischen vor allem Facebook gefunden habe (ga, Du Neigschmeeggde?), steht sicherlich auch auf der Haben-Seite 2010.

Die anderen Projekte, die ich z. B. mit meinen Salon-Begleitern Volkan und Christian [Krank] angegangen habe, waren aus künstlerischer und menschlicher Sicht ebenfalls ausgesprochen gute Erfahrungen, und ich hoffe wirklich, dass wir das 2011 und darüber hinaus noch weiter ausbauen werden (am 15. Januar signieren wir übrigens nachmittags gemeinsam in Hermke’s Romanboutique).

Überhaupt gefällt es mir sehr, wie die Verbindung mit dem Laden und den Jungs irgendwie von Monat zu Monat wächst. Das hat, denke ich, zum einen schlicht damit zu tun, dass man sich nun einfach doch schon länger kennt inzwischen, und zum anderen damit, dass wir durch den Stammtisch alle etwas näher zusammengerückt sind auf beruflicher Ebene. Hermke ist das Zentrum, und alles außen herum wirkt irgendwie belebter – man traut sich z. B. -auch mal, mehr ausschließlich mit lokalem Bezugzu auf die Beine zu stellen (gerade der Gratis Comic Tag hat da durch seinen positiven Gesamteindruck sehr geholfen, würde ich sagen). Man darf auch hier gespannt sein, was wir nach dem großen Jubiläums-Samstag im Laden 2011 ff. noch so alles stemmen.

Neben Spidey, DPP und beruflicher Weiterentwicklung hat’s dem Ego natürlich auch ausgesprochen gut gefallen, dass ich nun auch beim Tagesspiegel immer wieder mal mit einem Text verteten bin. Und dass ich meinen fetten Dave-Stevens-Essay doch noch im deutschen »Rocketeer« untergebracht habe, hat mich mindestens so gefreut wie die angenehme Aufgabe, das Intro zum ersten GCT-Marvel-Heft zu schreiben.

Generell muss ich sagen, dass mir meine Arbeit für Panini mehr Spaß macht denn je, jetzt, da ich nicht mehr so gehetzt rangehen muss, selbst wenn die Dedlines tough sind. Es gibt eigentlich fast kein Editorial, das ich nicht gern schreibe – und ich bin gespannt, was 2011 auf dem Gebiet für mich bereihalten wird. Anfang Januar erscheint so nun ja mein erstes offizielles DC-Editorial

Doch, all diese Dinge haben 2010 zu einem recht erfolgreichen Jahr gemacht, menschlich, beruflich, künstlerisch.Klar, es gab bei all dem auch immer wieder persönliche wie berufliche Rückschläge oder Hürden, die zu hoch waren – aber die sind doch uninteressant, so lange man weitergelaufen ist.

Jetzt noch die obligatorischen Grüße vom Lesestapel des ausklingenden Jahres:

Beste Neuerscheinung (Buch, Einzelband): Das ist, wie immer, richtig schwer, aber es dürfte wohl Michael Chabons »Schurken der Landstraße« gewesen sein, weil es mich auf jeder Seite mit seiner Fabulierwut und seinen Protagonisten an Fritz Leiber und Fafhrd und den Grauen Mausling erinnert hat. Einfach wunderbar, dieser Roman.

Beste Neuerscheinung (Buch, Serie): Sir Terrys »Der Club der Unsichtbarten Gelehrten«. Und spart euch die Kritik wegen der angeblich miesen Übersetzung. Zieht nicht.

Beste fortlaufende Serie (Comic): Wie im Vorjahr und ohne viel Zweifel: Scalped.

Bester Comic-Sammelband (aktuell): Great dog in heaven, it speaks! Das war dann wohl das »Beasts of Burden«-Hardcover, dicht gefolgt von Marvels »Dark Avengers: Ares«-Tradepaperback und »Madame Xanadu: Exodus Noir«. Aber auch »Powers: The Definitive Hardcover Collection 4«, »Gotham Central HC 3« und »Superman: Secret Origin« haben mächtig Spaß gemacht … und jetzt hör ich auf, sonst wird das mit dem »bester« echt lächerlich.

Bester Comic-Sammelband (Neuauflage): Mark Schultz – »Xenozoic«

Auf dem Comic-Sektor hat mich dann natürlich noch sehr gefreut, wie stark Amazing Spider-Man in diesem Jahr über weite Strecken als Serie war, und dass die ersten Ausgaben von Dan Slott und Humberto Ramos genauso gerockt haben wie Bendis’ Ultimate Comics Spidey. Vertigo hat wieder tolle Comics rausgebracht (mal sehen, wie sich die »Vertigo Crime«-Sachen entwickeln werden). Die größte Enttäuschung in Sachen Comics war für mich die »Shockrockets«-Neuauflage von IDW. Ansonsten eigentlich ein sehr positives Jahr mit reichhaltig, guter Lektüre, teilweise sogar herausragend guten Stoffen.

In diesem Sinne, wir sehen und lesen uns im nächsten Jahr. Kommt gut rüber.

Excelsior!

Metatropolis Berlin

Mittwoch, Dezember 29th, 2010

Das erste zitty-Heft für 2011 ist diese Woche erschienen, und es geht gleich gut los zwischen den Jahren: Auf der Leserbriefseite ist der sachkundige Kommentar eines Lesers zum letzten Heft und dem von mir beschriebenenn Alternativwelten-Thema abgedruckt, und auf den Literaturseiten habe ich mich mit der von John Scalzi zunächst als Hörbuch, später dann in Printfom herausgegebenen und inzwischen auch ins Deutsche übersetzten Science-Fiction-Anthologie »Metatropolis« beschäftigt.

(Ein kurzes Interview wollte leider keines der in Frage kommenden Magazine haben. Dabei fand ich eine Original-Anthologie, die erst als Hörbuch erscheint, durchaus spannend …)

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Science Fiction                    (**) 2/4
John Scalzi (Hrsg.)
Metatropolis

Kurzgeschichten und Novellen haben es hierzulande schwer. Dass die Original-Anthologie „Metatropolis“ – fünf Novellen und obendrein noch Science Fiction – ihren Weg nach Deutschland gefunden hat, ist dem Erfolg von Herausgeber John Scalzi zu verdanken. Der Shootingstar der Military-SF hat sich für seine Sammlung, die zunächst als Hörbuch erschien, Elizabeth Bear, Karl Schroeder, Jay Lake und Tobias Buckell ins Hybrid-Auto geholt. Gemeinsam beschäftigen sich diese fünf recht erfolgreichen Gegenwarts-Autoren der Zukunftsliteratur mit dem urbanen Morgen. Dabei ging es ihnen nicht um Utopia oder Dystopia, sondern um das Meta – also das, was dazwischen und darüber hinaus zu finden ist. Um das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie, um soziale und technische Entwicklungen, die allesamt mit unserer Gegenwart verlinkt sind, und das generelle Lebensgefühl in den veränderten Städten der Zukunft. Doch auch wenn alle abwechslungsreichen Novellen gute Ideen und Charaktere haben – als gut geplottete Erzählungen überzeugen nur die Beiträge von Buckell und Scalzi selbst, der gar die beste Novelle seiner Sammlung präsentiert und somit zumindest ein wenig Ehrenrettung betreibt, wenn er als Herausgeber schon nicht ganz überzeugen kann. Christian Endres

Aus dem Englischen von Bernhard Kempen. Heyne, München 2010. Taschenbuch, 412 Seiten. 8,99 Euro.

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Bei der abgedruckten Rezension handelt es sich übrigens um meine 50. Besprechung in der zitty (die erste ist im Sommer 2007 erschienen). Gar nicht schlecht, würde ich sagen.

Im nächsten Heft gibt es dann meinen Strugatzki-Aufmacher, so weit ich weiß.

Excelsior!

Preview: phantastisch!er Januar

Mittwoch, Dezember 29th, 2010

Im Januar erscheint die neue phantastisch! – die Nummer eins des elften Jahrgangs, wie immer herausgegeben von Klaus B., der dafür damals extra seine Karriere als Steinzeitjäger aufgegeben hat, wie man munkelt.

Von einem besonderen Editorial und anderem erzähle ich euch dann in neuen Jahr, wenn die Ausgabe ausgeliefert wurde. So lange könnt ihr euch ja schon mal die Themen des Heftes und das Cover von Michael Marrak anschauen.

Von mir stammt neben zwei paar Rezensionen zu Neil Gaiman und J. R. R. Tolkien diesmal das Interview mit Brett Helquist, dem Illustrator der Lemony Snicket-Buchreihe und des tollen Gaiman-Kurzromans »Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard«.

Darüber hinaus kommen Stammtisch-Kollege Marco Behringer und Comic-Compadre Björn Steckmeier zu ihrem phantastisch!-Debüt.

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Interviews
Christian Endres: Interview mit Brett Helquist
Carsten Kuhr: Interview mit Alyson Noel
Bernd Jooß: Interview mit John A. Lindqvist

Bücher, Autoren & mehr
Johannes Rüster: phantastisch! leben – Folge 8: Fragen über Fragen
Bernd Jooß: Das Buch – Eine Streitschrift
Stefan Höltgen: Deus Ex Machina – Computer und Gott in der Science Fiction
Achim Schnurrer: Guy Newell Boothby
Marco Behringer: Ansichten aus »Interzone«
Uwe Anton: Finger weg von Betascript!
Christian Humberg:
»Wer weiß schon, ob Aragorn in seiner Kindheit missbraucht wurde?«
Achim Schnurrer: Klassiker der phantastischen Literatur – Voltaire – Teil 3
Christian Hofmann: »Geheimauftrag in Wologizi«
Phantastische Nachrichten zusammengestellt von Horst Illmer

Rezensionen
Horst Illmer: Brian Fies »Und wir träumten von der Zukunft«
Horst Illmer: Douglas Coupland »Generation A«
Christian Endres: Neil Gaiman »Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard«
Herrmann Ibendorf-Rosenhof: Félix J. Palma »Die Landkarte der Zeit«
Dominik Grittner: Brett McBean »Die Mutter«
Andreas Wolf: Dean Koontz »Frankenstein – Der Schatten«
Christian Endres: J. R. R. Tolkien »Die Legende von Sigurd und Gudrun«
Regnier Le Dyckt: Javier Tomeo »Die Silikonliebhaber«
Dominik Grittner: Brian Keene »Kill Whitey«
Carsten Kuhr: Bernd Perplies »Für die Krone – Magierdämmerung Band 1«
Carsten Kuhr: Andreas Gößling »Der Ruf der Schlange«
Dominik Grittner: John Ajvide Lindqvist »Im Verborgenen«

Comic & Film
Max Pechmann: Spaß am Grauen – Der US-Horrorfi m in den 80er Jahren
Björn Steckmeier: Krawall in Neo-Tokyo

Story
Uwe Post: »Die Entkoff einierung der hl. Antonia Klempner«
Martin Rump: »Der Deal«

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Und während ich die letzten Texte für Heynes »Das Science Fiction Jahr« schleife (okay, das waren dieses Jahr echt verflucht viele Rezensionen …), habe ich schon mein nächstes phantastisch!-Thema für 2011 im Visier: Ich werde mich mit Gerald Jung über seine Arbeit als Übersetzer und hier vor allem darüber unterhalten, wie es ist, wenn man von den Gewohnheitstieren unter den Pratchett-Fans geteert und gefedert wird …

Excelsior!

alle wech!

Dienstag, Dezember 28th, 2010

Wer bisher gezögert hat, »Die Zombies von Oz« im Hardcover zu kaufen, muss jetzt tapfer sein: Der Verlag hat nichts mehr (dazu muss man aber sagen, dass es eine limitierte Auflage im zweistelligen Bereich gewesen ist – bevor nun jemand denkt, dass es sich lohnen würde, mich zu entführen: Da müsst ihr noch ein bisschen warten, my fellows, sorry …).

Die drei oder vier Exemplare, die noch in Hermke’s Romanboutique in Würzburg ausliegen, sind die letzten ihrer wundervollen Art.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Jungs vom Laden auch auf Mails antworten und Bücher natürlich auch verschicken.

Oder ihr kauft und lest nun fleißig weiter die Paperbacks, die in unbegrenzer Zahl hoffentlich noch viele, viele Jahre erhältlich sein und rege erstanden und konsumiert werden können …

Excelsior!

Der krumme Höllenjunge

Dienstag, Dezember 28th, 2010

Ich hab für die deutschen Hellboy-Bände bei Cross Cult ja schon so ziemlich alles gemacht: Lektoriert, alle möglichen Arten Redaktionstexte geschrieben, diverse lange oder kurze Interviews mit Mike, Richard und Duncan geführt, die Rundum-Ansicht von Duncans Arbeitszimmer kartografiert, …

Schade, dass ich ausgerechnet am elften Band der Saga nun nicht mitgearbeitet habe. Schade deshalb, weil es ein ganz, ganz toller Band mit exklusiver Zusammenstellung geworden ist: Neben der mit dem Eisner Award prämierten Miniserie und Titelgeschichte Der Krumme, geschrieben von Meister Mignola persönlich und einmal mehr mit Zeichnungen von Richard Corben, enthält der elfte deutsche Sammelband nämlich noch Joshua Dysarts stimmungsvolle Blackbeard-Geschichte mit dem hinreißenden Artwork von Jason Shawn Alexander, eine sehr nette von Mike gezeichnete Kurzgeschichte (er vermisst das Zeichnen wirklich …), das Free Comic Book Day 2008/Gratis Comic Tag 2010-Heft vom aktuellen Haupthandlungs-Dreamteam Mignola/Fegredo, und noch die beiden Storys, die als Back-Ups in den US-Heften von »Die Wilde Jagd« (im deutschen Bd. 10) enthalten waren, gezeichnet vom ebenfalls stets überragenden Guy »B.U.A.P.« Davis.

Ja, schade, schade – bei so einer Perle mitmischen ist immer cool. Aber es gibt halt nicht zu jedem Band so viel zu schreiben, dass da extra ein externer Freier bemüht werden müsste – zumal der Band mit dem Nachwort von John Pelan zu den Pulps und Manly Wade Wellman schon einen ausgezeichneten redaktionellen Beitrag hat (und es wäre nun ja wirklich ein bisschen doof gewesen, z. B. auf Biegen und Brechen meinen Holmes-Fimmel dahingehend zu kanalisieren, etwas zur originalen Conan-Doyle-Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte »The Adventure of the Crooked Man« zu schreiben, von dem die Titelstory »Der Krumme« im Original [The Crooked Man] ihren Titel, aber sonst eher wenig bis gar nichts hat).  Da heißt es dann, realistisch bleiben.

Mal sehen, ob mir für Band 12 – der aber noch ein bisschen auf sich warten lassen könnte – ein kluger Text einfällt, Filip und ich haben schon mal über einen Beitrag zur Artus-Mythologie und eine pfiffige Was-bisher-geschah-Handlungs-Zusammenfassung gesprochen, obwohl mich im Moment ja mehr so ein kleiner Exkurs zur Veränderung von Ton und Thema in Mikes Saga reizen würde, von Pulp-Gorillas hin  zu britischen Mythen, und ab wann dieser Weg letztlich absehbar bzw. vorgezeichnet war.

Nun überlege ich gerade, ob ich euch schon erzählen soll, was wir 2011 zum 10-jährigen Cross-Cult-Jubiläum in Sachen Mignolaverse planen … aber meine Lippen bleiben erst mal versiegelt.

Excelsior!

Meefränggische Glückselichkeit

Montag, Dezember 27th, 2010

Da glotzta jetzt abba echt wi di Moggeli, hä? Der Schunks Gunther und der Wolfs Hans-Dieter, zwo von die Kerls doa, die ma scho vonner Asterix uff Meefränggisch-Driolochie her kenne dut, boxe widda die Beudel, brunzverreck!

Diesmal haben die beiden ein kleines Mainfränkisches Quiz auf die Beine gestellt, das vor Kurzem im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann erschienen ist. Auf 140 Seiten werden nach einer kurzen Einführung in sechs thematisch sortierten Kapiteln (Arbeit & Freizeit, Mentalität & Menschen, Benimmregeln & Soziales Miteinander, Sachkultur & Religion, (Fremd-) Sprache & bildhafte Ausdrücke, Kultur & Region) nicht nur nach und nach die sechs goldenen Regeln der meefränggischen Glückseligkeit näher gebracht und bildhaft vor Augen geführt, sondern auch Sitten, sprachliche Eigenheiten und vieles mehr aus der Region im schönen Main-Dreieck erklärt – und zwar immer mit einer ordentlichen Portion Humor, etwa wenn es um Autokennzeichen oder Mentalität der Mainfranken geht. Aber eben auch mit viel Hintergrundwissen und einer beeindruckend großen Kenntnis von Land, Leuten und Dialekt.

A dolls Büchle! Ein Riesenspaß für Einheimische – aber mit Sicherheit auch ein großes Vergnügen für alle Neigschmeggden (»Reingeschmeckten«; Zugezogenen; von außerhalb stammenden), da bis auf die Beispiele und Antwortmöglichkeiten im Quiz ja alles in bestem Duden-Deutsch ausformuliert und erklärt ist.

Ihr wolltet schon immer wissen, was eigentlich ein Wäddigo ist? Was das Wörtchen alsemal bedeutet und wann der Franke fei sagt – oder damit überhaupt meint? Ob es die Ortschaft Üchtelstücht wirklich gibt und um was man sich einhandelt, wenn man am Würzburger Makrtplatz eine der legendären Geknickten mit bestellt? Was ein Geistrohr ist und wofür man Schmusgeld bezahlt? Und ob ihr nun beleidigt oder belobigt werdet, wenn man euch als Dollhorn bezeichnet?

Dann sei euch dieses sehr unterhaltsam gemachte Werk empfohlen, das ich an den Weihnachtsfeiertagen im Briefkasten gefunden habe (danke noch mal!). Ein tolles Geschenk und Mitbringsel. Und wer weiß? Vielleicht kriegen wir mit Hilfe dieses Bändchens ja hier und da sogar ein bisschen (Sprach-)Kultur ins »Ausland« (wo die Franken ja nicht wirklich gemocht werden, warum auch immer – ich warte ja schon wieder auf gehässige Kommentare der Fast-Holländer nahe des Potts und der Preußen, die hier im Blog mitlesen … ;) )

Oder wie heißt es auf dem Cover so schön? »Pädagogisch wertvoll: Gemäß neuer unterfränkischer Rechtschreibreform«. Aber hallo! (bzw. in dem Fall dann doch viel mehr: Brunzverreck!)

Excelsior!

Ho Ho Ho (Bescherung!)

Freitag, Dezember 24th, 2010

Was wäre Weihnachten ohne Geschenke?

Ihr dürft euch aussuchen, ob Weihnachtsmann oder Christkind – hier wurde jedenfalls was für euch abgegeben, sozusagen als Goodie dafür, dass ihr auch dieses Jahr jeden Tag so zahlreich hier vorbeigeschaut habt (und es hoffentlich auch weiterhin tut – aber jetzt ist’s ja fast schon Bestechung …).

Vom fünften Teil der »Hack/Slash«-Reihe habe ich euch ja schon gestern erzählt, als jeder versuchte, noch einen toten Fisch oder Puter zu kriegen, weil Weihnachten dieses Jahr wieder völlig überraschend kam.

Und da Horror- und Actionfilme am Heiligen Abend irgendwo sogar Tradition haben, erwartet euch hier als kleines Geschenk in der vorprogrammierten Bescherung heute mein Interview aus dem deutschen Hardcover-Sammelband, also das gesamte 6-Seiten-Interview mit Tim Seeley als PDF.

Festtags-Download: Anhang zu »Hack/Slash 5 – (Re)Animatoren« Interview mit Tim Seeley (PDF)

Viel Spaß damit, my fellows. Und noch mal schöne Feiertage.

Excelsior!

A really merry Christmas with the Suicide Girls

Donnerstag, Dezember 23rd, 2010

Wie könnte ich euch besser und vor allem stilvoller schöne Weihnachten und friedvolle Feiertage wünschen, als mit dem andächtigen Hinweis auf den fast schon sinnlichen fünften Teil von »Hack und Slash«, der kurz vor den Feiertagen noch bei Cross Cult erschienen und ausgeliefert worden ist?

Im Band haben nicht nur allerhand Trash-Horror-Figuren ihren Auftritt (keine Bange: Sie werden im Anhang vom Kollegen Kolek vorgestellt), sondern auch die schnuckeligen Suicide Girls.

Und natürlich gibt es in diesem fünften Hardcover der Serie noch mein Interview mit Serien-Erfinder und Autor Tim Seeley, das im Oktober schon mal vorab in der Virus #34 abgedruckt worden ist (never heard anything more, thanks a lot!).

In diesem Sinne: Merry Christmas, my fellows.

Excelsior!

Der Überflieger im Tagesspiegel

Mittwoch, Dezember 22nd, 2010

Ich hab euch an dieser Stelle ja schon ein paar Mal von der ersten deutschen Rocketeer-Gesamtausgabe bei Cross Cult erzählt – und davon, wie wichtig mir meine Mitarbeit am Band war oder wie viel Zeit ich in die Recherche und das Schreiben des Dave-Stevens-Porträts gesteckt habe.

Nun könnt ihr euch selbst davon überzeugen, dass es das wert war und wieso dieser Text mein Herzensprojekt 2010 gewesen ist – »Der Überflieger« steht seit gestern im Comic-Portal des Tagesspiegel online.

Seht’s als verfrühtes Weihnachtsgeschenk ;)

Excelsior!

Schwule Helden zu Weihnachten

Dienstag, Dezember 21st, 2010

Zum Jahreswechsel gibt die Nautilus mit Heft 82 noch mal richtig Gas. In der Januar-Ausgabe der NT, die trotz weißwildwüstem Schneetreiben diese Woche ausgeliefert wird, gibt’s diesmal nicht nur die zu erwartenden Previews zu neuen fantastisch relevanten Kinofilmen wie dem nächsten Narnia-Teil oder Seth Rogens Green Hornet.

Diesmal hätten wir noch Artikel zu der atemberaubend guten Welt von Pat Rothfuss’ atemberaubend gutem Roman »Der Name des Windes«, zu Doppelgänger-Mythen und natürlich Christian Handels Feature zum provokanten Thema schwule Helden.

Der werte Kollege hat sich ausgiebig mit der nicht unumstrittenen Thematik beschäftigt, während ich mich mit Richard Morgan zum Reiz-Thema unterhalten habe. Dessen erster Fantasy-Roman »Glühender Stahl« ist Anfang des Jahres bei Heyne auf Deutsch erschienen – mit einem durch und durch schwulen Helden und explizitem homosexuellen Content (mal völlig unabhängig davon, dass es mir etwas zu viel war, ich bin nicht der einzige, der dieses Interview unter den vielen, die ich 2010 geführt habe, als mein bestes bezeichnen würde, war natürlich zu einem Großteil an Morgans tollen Antworten liegt).

Damit ich mich danach wieder ungefährdet hetero fühlen konnte, hab ich zum Abschluss des Heftes noch Games Art Director Craig Morrison zu »Age of Conan« und dessen neuer Erweiterung »Rise of the Godslayer« – bei Crom, öcht mönnlich, ey! – interviewt (und eben die Rezension zu Jonah Hex geschrieben, der ein intensives Megan-Fox-Anhecheln voraus ging, nur für’s Protokoll).

Well. Hier wie immer der Link zum virtuellen Durchblättern der Ausgabe.

Excelsior!