DCs Vertigo Crime Reihe (für sich stehende, abgeschlossene Graphic Novels mit ausgeprägtem Noir/Crime-Aspekt, im A5-Format, zunächst als Hardcover, gut ein Jahr später als A5-Paperback) beobachte ich nun schon eine Weile, zuletzt mit angewachsenem Interesse, da mittlerweile die ersten Softcover erschienen sind.
Bisher habe ich nur Ian Rankins ganz netten, aber nicht glänzenden Hellblazer-Band »Dark Entries« gelesen (siehe Kurzrezension nach diesem Absatz), der vor Kurzem erst im Paperback erschien, und diese Woche nun Peter Milligans ziemlich ungewöhnliches »The Bronx Kill«, da ich das HC damals günstig abgegriffen habe (woraufhin es ewig auf dem To-Read-Stapel herumfleuchte).
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Dark Entries
Das hier ist also Ian Rankins John Constantine-»Novel« (sic!), wie das Cover suggeriert. Für seinen Vertigo-Comic-Ausflug hat sich der britische Bestseller-Autor einen Charakter des Vertigo-Universums ausgesucht, der dafür bekannt ist, dass er sich mit Schreiberlingen von der Insel am besten verträgt: John Constantine.
Rankin schickt den lässigen Hellblazer in seiner etwas mehr als 200 Seiten starken Geschichte dann auch gleich gegen zwei Phänomene, die vor dem britischen Königreich genauso wenig Halt machen wie vor Deutschland und dem Rest der Welt, und so heißt es in »Dark Entries« schnell John Constantine gegen das Big Brother der Verdammten. Mit Nikotinpflastern.
Einer Menge Nikotinpflastern.
Rankins medienkritische Spukhausgeschichte, die sich ab Hälfte des Bandes wenigstens ein bisschen wandelt (ob zum Guten, sei einmal dahingestellt), liest sich trotz der wenig subtilen Spritzen in Richtung TV-Landschaft und Quoten-Schinderei recht flüssig und wurde von Werther Dell’Edera (»Loveless«, »The Greek Street«) auch stimmig umgesetzt – wie immer bei den Vertigo Crime-Titeln in Schwarzweiß und auf A5. Allerdings bringt die ganze »Spukhaus-Kiste«, um die weite Teile der Story kreisen, auf Dauer letztlich mehr Einschränkungen als Vorteile. Jedenfalls wenn es um einen Charakter wie John Constantine geht.
Dennoch: Rankins Hellblazer-Debüt ist unterm Strich ein ganz brauchbarer Langstrecken-Ausflug des kettenrauchenden Dunkelmagiers, der natürlich Dank Rankin einiges an Aufmerksamkeit bekommen hat (Aufmerksamkeit, die der derzeitige Serien-Autor Peter Milligan für seinen aktuellen Arc eher verdient hätte und gebrauchen könnte).
Und natürlich gibt’s auch in Rankins »Dark Entries« wieder die zu erwartendene quintsessenzielle Hellblazer-Message: No one fucks with John Constantine.
Nicht mal Ian Rankin.
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Well. Wenn Anfang 2011 nun weitere Softcover der ersten Welle kommen, werde ich sicher öfter mal in einen Band reinschauen und entscheiden, ob ich ihn mitnehme (Azzarellos »Filthy Rich« hat es erstmal nicht mit nach Hause geschafft und von Grandmaster Burn from Nebraska auch keine Empfehlung bekommen). Und hier und da wird es nächstes Jahr vielleicht sogar ein Hardcover werden, sieht doch gerade »Noche Roja« toll aus, wie neulich erst im Vertigo Blog gesehen – und wer weiß, ob ich da dann widerstehen kann?
Was mir dabei jedoch erfreulich positiv auffällt: Format und Design von Hardcover- und Softcover-Variante der Vertigo Crime-Titel sind nahezu identisch. Das ist ungewöhnlich sammler- und leserfreundlich, finde ich, und sollte schon mal lobend erwähnt werden. Man muss sich also nicht immer fürs etwas teurere HC entscheiden, wenn man bei einem Band oder einem Kreativteam nach dem Reinblättern oder der Preview mal unsicher ist (oder einfach seine Moneten beisammen halten möchte) und ausreichend Geduld bzw. anderes Lesefutter hat – und im Regal sehen die Rücken von HC und SC fast gleich aus. Faire Sache.
Die Frage nach Hardcover oder Softcover stellt sich indes nicht, wenn es um »The Green Woman« geht, das neue Werk von John Bolton geht, das auf ein Script von Peter Straub zurückgeht. Auch hier macht die Preview ziemlich hungrig. Mal die ersten Reviews abwarten.
Excelsior,