Archive for April, 2010

Holmes-Rezension (9)

Freitag, April 30th, 2010

»Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes«, Atlantis, Dezember 2009Marco Behringer hat mein »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« für die Detektivgeschichtensuite rezensiert, und wie immer freut es mich sehr, wenn der postmoderne Ansatz und das Spotlight auf die bizarr-eigenwillige Freundschaft zwischen Holmes und Watson verstanden und ebenso wie die fantastischen Elemente angenommen werden.

Als Auszug hier mal sein Fazit:

»

„Watsons phantastische Kurzgeschichten“ sind ein einziges Crossover-Feuerwerk und Endres sei es gedankt, dass er sie „gesammelt“ und „herausgegeben” hat. Die Erzählungen dürfen nicht nur in keiner Holmes- oder Detektivromansammlung fehlen. Vielmehr erfreut sich ebenso jeder Anhänger der phantastischen Literatur an Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes. Man merkt jeder Zeile und Seite an, dass hier ein großer Holmes-Liebhaber und -Kenner am Werk war und seine Leser mit viel fundierter historischer Recherche, aber stets auch mit einem Augenzwinkern, geistreich zu unterhalten versteht.

«

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Zitate auf der FAQ-Seite zum Buch geupdatet:

»

Sherlock Holmes Magazin:
»Eine der besten Buchveröffentlichungen der letzten Jahre für den Sherlockianer!«

zitty Berlin:
»Verdammt lustig, sehr spannend und ziemlich klug.«

phantastisch!:
»Es weht ein Hauch von Postmoderne durch die knapp 250 Seiten. Bei diesem Buch stimmt einfach alles, davon will man mehr – spätestens nachdem Sherlock Holmes und Dr. Watson auch den letzten kniffligen Fall gelöst haben.«

Literaturzirkel:
»Ein brillanter Erzählband mit 20 phantastischen Fällen für Sherlock Holmes – unzweifelhaft ein MUSS für Krimifans und Phantastikliebhaber!«

www.phantastik-news.de:
»Hier ist ein Fachmann am Werk!«

www.fantasy-news.com:
»Ein gelungenes Experiment!«

Suite101:
»Endres’ (im doppelten Sinne) phantastische Holmes-Kurzgeschichten bestechen durch einfühlsame Charakterskizzen, fundierte Recherche und amüsanten Pointen«

«

Wie? Ihr habt das Buch immer noch nicht? Tz, tz, tz ;)

Excelsior,

Ich bin Iron Man!

Donnerstag, April 29th, 2010

Nein, jetzt dreh ich nicht völlig durch, auch wenn Hamburg gerade bitter ausgeschieden ist …

Aber die Panini-Novitäten diese Woche stehen ganz im Zeichen des anstehenden Kino-Blockbusters Iron Man 2, in dem ein neuer Whiplash debütiert und die Black Widow von Star-Leckerchen Scarlett Johansson verkörpert wird.

Mit »Ultimate Iron Man: Armor Wars« beginnt auch in Deutschland das Zeitalter der Ultimate Comics, also des Ultimativen Universums nach Ultimatum. Ziemlich cooler Stoff an allen Fronten, schaut ruhig mal rein – Ellis schickt Iron Man sogar nach Hessen in seiner Version der ultimativen Armor Wars (und ich bin immer noch besonders stolz auf meine »The Tony Stark Podcast«-Idee). In »Marvel Exklusiv #85: Iron Man vs. Whiplash« (wahlweise als Soft- oder Hardcover, und Ende Mai erscheint noch eine Buchhandelsausgabe als Softcover) könnt ihr die offizielle Vorgeschichte zum zweiten Iron Man-Streifen mit Robert Downey Jr. als Tony Stark lesen. Kein Comic zum Film, aber sozusagen der Prolog. Die Black Widow hat im aktuellen Band von »100% Marvel« ihren großen Auftritt und trifft in der abgeschlossenen Miniserie in diesem Paperback Freunde und Feinde und anderes aus ihrer Vergangenheit als russische Super-Spionin. War Machine fliegt in seiner eigenen Monster-Edition 12 Kapitel lang u. a. gegen Dark Avenger Ares, und Star Trek-Autor und Adaptions-Vetern Peter A. David fasst mit Zeichner Sean Chen in »Ich bin Iron Man« noch mal den ersten Film als Comic zusammen – allerdings im exklusiven Director’s Cut, da der Comic Szenen enthält, die keine Version des ersten Filmes bietet.

Bis auf den »War Machine«-Band hab ich aus redaktioneller Hinsicht und in Sachen Editorials diesmal ausnahmsweise im Iron-Man-Ressort des Kollegen Witzler gewildert, aber es war viel zu tun in der Runde, und Carlo wollte es gut verteilt wissen, damit niemand ins Schwimmen kommt.

Für »Ich bin Iron Man« habe ich neben dem Intro übrigens noch eine hintere Redaktionsseite geschrieben – dann haben Carlo und ich im Gespräch aber bemerkt, dass das US-Heft länger als angenommen ist, und die zusätzliche redaktionelle Seite flog leider raus. Deshalb kommt ihr an dieser Stelle nun in den exklusiven Genuss des redaktionellen Director’s Cut zum Comic mit dem Director’s Cut zum ersten Film – never seen before! Not aviable in print!

»

BESSER SPÄT ALS NIE
Bei Comic-Adaptionen zu Comic-Verfilmungen gehen die Meinungen auseinander, da hier in der Vergangenheit nicht nur Perlen der neunten Kunst dabei waren. „Iron Man“ hat 2008 z. B. gar keinen klassischen „Comic zum Film“ mehr gehabt – bis heute! Nun haben sich nämlich Peter David und Sean Chen doch noch daran gemacht, die Story des ersten Leinwandflugs von unserem Heavy Metal Hero in Comicform zu verarbeiten – als Vorbereitung auf das Sequel „Iron Man 2“. Mit David hat sich dabei ein echter Adaptions-Veteran des ersten Films angenommen und ihn in Panels umgebrochen – und sogar um einige Szenen erweitert, die es nicht in den Film schafften…

ADAPTIERT
Peter A. David (Jahrgang 1956) hat nicht nur so ziemlich jede wichtige Marvel-Serie als Autor betreut – er hat auch schon unzählige Buch-Adaptionen geschrieben: zur Verfilmung von Dave Stevens grandiosem „The Rocketeer“ etwa, oder zu „Batman Forever“, „Hulk“ und „Spider-Man 3“. Dazu gesellen sich Bücher zu TV-Hits wie „Star Trek“, „Battlestar Galactica“, „Buffy“ oder „Babylon 5“. Und natürlich hat PAD auch den offiziellen Roman zu „Iron Man“ geschrieben…
Da wünscht man sich doch manchmal glatt, den Output dieses Mannes zu haben, oder? Zumal er noch genügend eigene, teilweise urkomische Romane schreibt („Sir Apropos von Nichten“, „Wählt König Arthur!“). Ach ja, und bloggen tut PAD natürlich auch, und zwar unter www.peterdavid.net.

MODERNISIERT
Die Zeit verändert die Dinge, und so hat man Iron Mans Entstehungsgeschichte abermals der aktuellen politischen Situation angepasst. Eine durchaus gängige Vorgehensweise, besonders beim Eisernen: Nachdem Iron Mans Ursprünge im Original von 1963 noch in Vietnam lagen, gab es in den 1990ern das erste Update, und die Herkunftsgeschichte des Hi-Tech-Rächers wurde in den ersten Golfkrieg verlegt. Und nun ist es eben das heutige Afghanistan…

VERLINKT
Kurzauftritte wie von SHIELD-Boss Nick Fury in „Iron Man“ oder Tony Stark in „Der unglaubliche Hulk“ zeigen die Philosophie des Marvel Cinematic Universe, also des Marvel-Universums auf der Leinwand. Die Verknüpfung der Comics macht schon seit jeher die Faszination am MU aus. Diesen Aha-Effekt möchte man nun auch den Filmzuschauern näher bringen.

MEHR EISEN
Wer gar nicht genug von Iron Man kriegt, wird mit unseren Veröffentlichungen diesen Monat viel Freude haben. Außerdem möchte ich euer Augenmerk noch mal auf das kostenlose Marvel-Heft zum ersten GRATIS COMIC TAG am 8. Mai lenken, in dem es ebenfalls eine Iron Man-Story gibt. Das Heft bekommt ihr in allen teilnehmenden Comicshops.

Wir sehen uns im Kino, meine lieben Eisenmänner und -Frauen!

«

Um die Iron Man-Ladung perfekt zu machen, könnt ihr euch am 8. Mai – das ist Samstag in acht Tagen, my fellows – ja noch das kostenlose Marvel-Heft zum ersten deutschen Gratis Comic Tag holen, zum Beispiel bei den comicdealer-Jungs von Hermke’s (und ja, ich werde auch den ganzen Tag vor Ort sein und BHs signieren). Eine Geschichte darin gehört ebenfalls Marvels rotgoldenem Rächer.

Heute kam übrigens schon der nächste Schwung Panini-Deadlines, und das diese Woche lobend erwähnte »Moon Knight: Down South« beackere ich nun doch schon eher als gedacht – der Band kommt dann wohl nämlich bereits im August auf Deutsch. Vormerken! Aber nun erst Mal zurück zu »Conan and the Midnight God«, das ist nämlich noch eine Altlast der April-Runde. Danach geht es u. a. an Spider-Woman, Ultimate Enemy und den Noir-Punisher …

Ich dürfte eigentlich nie wieder schlafen – und könnte gemeinsam mit dem Kollegen Kups einen Werbedeal mit Duracell unterschreiben. So als überdrehter Trommel-Schuft-Longlife-Rödel-Rödel-Hasen-Ersatz …

Excelsior,

Starke Tie-Ins

Mittwoch, April 28th, 2010

Ich bin jetzt nicht gerade der größte Fan von Mega-Evens und endlosen Tie-Ins, auch wenn man das Marvel-Universum schon gar nicht mehr anders kennt (und hiermit gestehe ich, nun offiziell mit Leib und Seele Panini zu gehören, denn es war eben das erste Mal, dass ich »Marvel-Universum« von mir aus und ohne zweiten Versuch beim Gegencheck mit »-« geschrieben habe, wie die Vorgabe ist …).

Heute würde ich euch dann aber doch gerne auf zwei Tie-Ins zu Großereignissen im MU hinweisen und sie euch dringlichst als gute Superhelden-Lektüre innerhalb der Continuity empfehlen.

Zeichner Jefte Palo hat mit seiner Arbeit an »Moon Knight: Down South« einen äußerst guten Eindruck bei moi hinterlassen, wie ich euch ja schon gesagt habe, und rising author Jason Aaron hat wegen »Scalped« bei mir sowieso einen Stein im Brett (ich überlege sogar, doch mal seinen Ghost Rider zu lesen). Da lag es nahe, mal in den »Black Panther: Secret Invasion«-Dreiteiler der beiden talentierten Herren reinzuschauen (gibt’s als US-Trade oder in der »Marvel Monster Edition 32« auf Deutsch).

Palos Artwork ist dann auch wieder von der ersten Seite an absolut griffig und durchgehend toll anzuschauen. Aaron dagegen gelingt es sogar, den Skrulls, die Wakanda – die Heimat des Black Panthers – angreifen, Profil und eine gewisse greifbare Persönlichkeit zu verschaffen. Sie sind in Aarons Story trotz der hammerharten Klopperei mit den Kriegern Wakandas, dem Panther und dessen X-Gattin Storm nicht nur beklopptes Kanonenfutter für die Helden und ihre Verbündeten, sondern haben eigene Motivationen, Konflikte, Gedanken und sogar Hoffnungen. Selbst der Super-Skrull ist ein bisschen mehr als üblich und nervt deshalb nicht ganz so sehr bzw. ist überhaupt nicht peinlich.

Das alles ergibt ein schön gemachtes, zum Glück nicht künstlich aufgeblähtes Tie-In zu einem ehrlich gesagt nicht ganz so tollen Event, das vor allem in der Hauptserie ein paar Federn gelassen hat. Einziger Kritikpunkt: Ausgerechnet der »Masterplan« des Panthers im dritten Heft ist ein arger deus ex machina. Das hätte Aaron eigentlich nicht nötig. Aber das kann man mit einem zugedrückten Auge verkraften – ansonsten sind diese drei »Black Panther«-Hefte für mich das Tie-In zur nun schon etwas zurückliegenden Secret Invasion. In dem Fall bin ich aber gerne zurückgekehrt.

Aktuell beherrscht Norman Osborn als mächtigster Mann das Marvel-Universum – auch das geht auf die Invasion der außerirdischen Skrulls zurück, da Osborn in der letzten Schlacht gegen die Invasoren aus dem All für die Öffentlichkeit zum Helden wurde, indem er einen ziemlich guten Treffer landete.

Die meisten Marvel-Hefte erscheinen derzeit deshalb unter dem Label »Dark Reign« und zeigen, welchen Einfluss Osborns Machtergreifung auf die Helden und Nicht-Helden des MUs hat – und das Ganze hat schon ordentlich viel Potenzial, zumal Dark Reign, wie Joe Quesada immer wieder sagte, kein Event in dem Sinn ist, sondern eben der Ist-Zustand des MUs nach der SI.

Wie viel Potential Dark Reign wirklich hat, zeigt für mich Daniel Way in seinem Wolverine-Dreiteiler »The Prince« geradezu exemlarisch und vorbildlich, auf Deutsch bequem in der aktuellen siebten Ausgabe von Wolverine zusammengefasst. In dieser Geschichte dreht sich alles um Wolverines (Logans) Sohn Daken, der unter Osborn offiziell das Wolverine-Kostüm trägt und einer von Osborns Dark Avengers ist (so wie Bullseye Osborns Hawkeye ist, Venom Osborns Spider-Man oder Moonstone Osborns neue Ms. Marvel). Allerdings verfolgt der stark manipulative Daken eigene Pläne – und spielt mit seinen Fähigkeiten (er kann u. a. Gefühle der Menschen via Duft beeinflussen – und nein, er ist nicht mit Mandrill verwandt) dabei allerhand Parteien gegeneinander aus. Osborn, Bullseye, Ares, Venom und die Fantastischen Vier sind Teil von Dakens Plan …

Way zeigt in diesem Dreiteiler, wie viel Spaß das Spiel mit dem Dark Reign-Etikett machen kann, und was für eine coole Figur Daken ist. Ein phänomenal knackiger und unterhaltsamer Dreiteiler mit gutem Artwok von Camuncoli, und vor allem auf nicht störende, der Story sogar zugute kommende Art und Weise brutal in-continuity. Hat tierisch Spaß gemacht, das Teil zu lesen.

Ihr denkt also,vieles, was zu Comic-Großereignissen erscheint, ist aktuell ganz schöner Mist? Nun, man muss halt selektieren. Checkt doch mal die beiden oben genannten Dreiteiler aus und lasst euch positiv überraschen.

Excelsior,

Wellness für das Huhn

Mittwoch, April 28th, 2010

Ich dachte, seltsamer als meine Aussage »Ich steh total auf die kleinen Dicks« (bezogen auf die kleinen Philip K. Dick-Hardcover der Edition Phantasia) vom vergangenen Wochenende könnte es nicht mehr werden.

Gestern blätterte ich dann aber ein hier in der Region ausliegendes Heftchen über Öko-Lebensmittel etc. durch, und was sehe ich? Einen Aufmacher-Artikel über local hero Christian Endres! Christian Endres, der weiß, dass nur eine glückliche Henne Eier legt, die gut schmecken …

Well. Damit sitzen der Herr Langer und ich wohl im selben Boot.

Das Radio-Interview mit mir wird übrigens am 5. 5. aufgezeichnet.

Vermutlich werde ich zu Hühnern befragt und ob ich meine Bücher zwischen den Fütterungszeiten schreibe.

Excelsior,

Ich gestehe …

Dienstag, April 27th, 2010

Ich gestehe: In letzter Zeit häufen sich die Momente, in denen ich gern ein iPad hätte.

Gerade wenn es um Recherchearbeiten geht, für die ich Unmengen an Seiten ausdrucken muss. Für Korrekturen, für Fahnen zum Vorab-Lesen … ja, doch, da  könnteich  das iPad wirklich gebrauchen, mögen und lieben lernen.

Allerdings könnte ich mir nicht vorstellen, ein Buch wie »The Romita Legacy« nur in digitaler Form zu haben.

Vielleicht in gedruckter und digitaler Form, weil es die Recherche durch die Suchfunktion vereinfachen würde – aber auch immer als Collector’s Item im Regal und der Sammlung.

Ich meine, schaut euch diese Preview an!

Das ist ein leckeres Schmuckstück, wenn man die Romitas so mag wie ich. Und die Verlockung, es signiert zu bestellen, war wirklich groß. Aber ab und zu muss auch die Vernunft obsiegen, und so freu ich mich dann doch auch auf die reguläre Ausgabe, die ich dann Anfang Mai irgendwann bestaunen kann.

Ganz klassisch, in gedruckter Form, mit knisternden Seiten, Eigengeruch des Farbdrucks und einem haptischen Erlebnis.

Excelsior,

Partner …

Montag, April 26th, 2010

… ist der Titel einer Kurzgeschichte, die ich just für »Die Zombies von Oz« geschrieben habe.

Plötzlich waren die Story und ihre Stimme einfach da, und in dem Fall war und bin ich ganz froh drum, denn ich wollte von Anfang an eine Superhelden-Geschichte im Band, bin jedoch nie wirklich so weit gekommen oder mit dem Ansatz zufrieden gewesen, als dass ich diesem eitlen Wunsch auch Worte und Taten folgen lassen konnte.

Jetzt hat’s geklappt, und so wird es eben eine Story mehr (und ein Tag weniger, den ich für die Überarbeitung der langen Geschichte nehmen kann) – und mal ehrlich, dass aus Kansas nur ein Superheld kommt, ist doch wirklich unwahrscheinlich, oder?

Den kleinen Wink in Richtung Mark Millar und sein cooles »Wanted« (die Comic-Miniserie, nicht den Film) habe ich mir dann einfach mal gegönnt:

»

Niemand kann sich mehr daran erinnern, ob die ersten Superschurken der Welt wirklich nackt Banken ausraubten. Es gibt Leute, die das felsenfest behaupten, und ich will nicht sagen, dass diese Leuten lügen – aber ich war dabei, damals, Anfang der Dreißiger, als ein paar der ersten Superspinner eine kleine Bankfiliale mitten in Hell’s Kitchen überfielen, und diese Kerle damals waren nicht nackt. Ich weiß, was ich damals gesehen hab. Sicher, ich bin jetzt dreiundsiebzig, und ich hab vieles vergessen und verwechsel manchmal die Namen meiner Enkelkinder, insofern sie mich denn mal besuchen kommen und meine Söhne keine lahme Ausrede dafür aufbringen, dass sie mal wieder ohne ihre Frauen und Kinder hier antanzen – aber das werde ich erst vergessen, wenn sie mich in die Grube werfen.
Wie gesagt, die Kerle waren nicht nackt.
Sie waren Freaks.
Zumindest nannten sie die Zeitungen so, die ich jeden Tag auf der Straße verkaufte.
Ich war elf und hatte mehr Zahnlücken im Gebiss als Haare auf der Brust – eines von sechs Mäulern, das daheim gestopft werden musste.

[...]

«

Excelsior,

Snikt! Noir

Montag, April 26th, 2010

Während ich den deutschen Fahnenabzug von »Kill Whitey« genieße (und mir erste Notizen und Gedanken zum Keene-Vorwort mache), das Mignola-Interview poliert und abgeschickt habe, und natürlich auch den »Zombies von Oz« gebührend Aufmerksamkeit zukommen lasse, ist letzte Woche wieder ein Schwung Panini-Novis erschienen, darunter der erste Band von »Red Robin«, ein neuer Band der »Buffy-Chroniken«, und »Hulk 4« mit der US-Jubiläumsnummer »Incredible Hulk #600« und einem Gastauftritt von Spidey, Ben Urich und anderen.

Außerdem erschien der dritte Band der Reihe »Marvel Noir«. Diesmal dreht sich alles um den Privatdetektiv Jim Logan und einen verdammt dreckigen Fall. Aus meiner Einleitung zum deutschen Paperback:

»

Auch der dritte Band mit düsteren Krimi-Geschichten aus dem Marvel Noir-Universum führt uns wieder ins Jahr 1937. Es ist die Ära kurz nach der großen Prohibition und des Börsenkrachs vom Schwarzen Donnerstag, die Hochphase des organisierten Verbrechens, der Migranten aus Europa und Asien in den US-Großstädten – und natürlich die Ära der hartgekochten Schnüffler. Diese ganz besondere Sorte Antiheld und Großstadtglücksritter haben meisterliche Autoren wie Raymond Chandler und Dashiell Hammett mit ihren Kurzgeschichten und Romanen sowie deren Verfilmungen unsterblich gemacht. Der Hardboiled-Detektiv wurde zu einem ikonischen Archetypen der Popkultur. Das sind heute auch die meisten Marvel-Helden – spätestens seit ihr Siegeszug auch auf der Leinwand begonnen hat. Denkt nur mal an Wolverine! Dessen erstes Abenteuer in der alternativen Kontinuität von Marvel Noir könnt ihr in diesem Band erleben. Hier ist sein Name Jim Logan, und er ist ein Privatdetektiv. Viel Spaß mit dieser tollen Noir-Story von Stuart Moore und C. P. Smith!

«

Und auch wenn es so aussieht: Das Cover des US-HCs und der Panini-Klappenbroschur ist nicht von Frank Miller. Dennis Calero hat – sozusagen – nur eine Regenwolke aus Millers Sin City entführt.

Excelsior,

Ab in den Süden, Mondritter

Sonntag, April 25th, 2010

In Deutschland hat Moon Knight in diversen Bänden von »100% Marvel« ein Zuhause gefunden, genauer gesagt den Bänden 27, 33, 39 und 47.

Mit dem vierten Band – »Der Tod von Marc Spector – habe ich Moonies Abenteuer bei Panini als Redakteur der deutschen Ausgabe übernommen, und so richtig begeistert war ich nicht. Ich meine: Es macht prinzipiell erst mal gar nichts, denn ich muss nicht jeden Comic abgöttisch lieben, den ich redaktionell dann trotzdem nach bestem Gewissen betreue. Und oft fällt mir ein redaktionelles Vorwort zu einer Figur oder Geschichte, die ich nicht so gut kenne oder mag, leichter, als eines zu Spider-Man, wo ich’s besonders gut machen möchte und mit einer Flut an Fanboy-Informationen und Insidern zu kämpfen habe, die sofort meinen Geist fluten, wenn ich die Black Cat sehe …

Allerdings hat es mich damals schon ziemlich gewundert, dass ich mit den neuen Abenteuern von Moon Knight nicht warm wurde. Der Autor des Reboots von Marvels lunatischem Comic-Legionär war schließlich Charlie Huston! Als Zeichner hat man ihm den beliebten, inzwischen aber glücklicherweise zu DC abgewanderten David Finch zur Seite gestellt. Vielleicht lag es ja an ihm, ich kann Finch nämlich nicht gerade gut ab als Zeichner. Aber auch Hustons Story war nicht wirklich toll und verdammt wirr erzählt (und ich hoffe sehr, dass er es an seiner neuen Wolverine-Serie besser machen wird).

Trotzem, zur Vorbereitung auf die Arbeit am vierten deutschen 100%-Paperback mit Khonshus Avatar habe ich die ersten drei Bände noch mal am Stück gelesen. Und wenn ich ehrlich bin, wurde es erst im dritten phasenweise und halbwegs erträglich – vermutlich, weil mit Saltares und Texeira zwei Zeichenveteranen am Start waren, die gut zu Moonies Abenteuern passen und die ich seit den Rider-Zeiten unter Mackie sehr mag, und mit Mike Benson zudem ein Autor an Bord kam, der Huston (sorry, Charlie!) dann doch überlegen war.

Der vierte Band, den Benson schließlich ganz allein mit Texeira und Saltares (und einem erträglichen Deodato Jr. in einem ganz netten Kapitel) gestaltete und in dem sie den vom Staat gehetzten Moon Knight zwischen Osborns durchgeknallte Thunderolts und Starks SHIELD stellten, war dann der erste durchgehend vernünftige Storyarc mit Moon Knight, der mir als Leser von vorn bis hinten gemundet hat. Das war kurzweilige, sehr solide Superheldenkost, clever verknüpft mit der Initiative-Kontinuität damals.

Aber es wird noch besser. »Down South«, die Storyline, die Spectors vermeintlichem Tod folgt und im September 2010 auf Deutsch in »100% Marvel 51« erscheint, ist nun sogar eine richtige kleine Mondritterperle.

Woher ich das weiß? Na ja. Carlo hat mir das US-Premiere-Hardcover schon vor einiger Zeit mitgeschickt, und als ich neulich abends vor Müdigkeit gar nichts mit mir anzufangen wusste, hab ich noch mal Band vier gelesen (den ich auf Deutsch bisher nur als Beleg bekommen und ins Regal geschoben hatte, ohne ihn noch einmal in Ruhe zu lesen, wie ich es eigentlich mit allen Panini-Ausgaben nach Erscheinen noch einmal tue) – und den fünften Band auf Englisch gleich hinterher.

Und auf diesen fünften Band – mit dem verbliebenen Alter Ego von Marc Spector in Mexiko, dem Punisher als Gast-Star und zwei verdammt lustigen Wrestler-Söldnern – dürft ihr euch wirklich freuen. So muss ein Moon-Knight-Comic aussehen! Höllisch unterhaltsam, ein richtig lustiges, aber auch packendes Ding mit guten Dialogen und viel Action und eigenwilligem Humor, und von Jefte Palo wirklich großartig gezeichnet.

September, wie gesagt. Das ist gar nicht mehr so lange hin (vermutlich schreibe ich schon Anfang oder Mitte Juni die Texte für das deutsche Paperback). Und ganz nebenbei ist es das erste Mal, dass ich mich richtig auf ein Moon-Knight-Editorial freue, wenn ihr versteht, was ich meine.

Excelsior,

FAQ: Die Zombies von Oz

Samstag, April 24th, 2010

In der zweiten Novemberwoche 2010  wurde meine neue Story-Sammlung »Die Zombies von Oz« ausgeliefert. Das Buch ist einmal mehr im Atlantis Verlag erschienen, hat 270 Seiten, enthält einen Kurzroman, 12 Kurzgeschichten, ein Vorwort von Greg Ruth, eine kurze Einleitung zur Sammlung von mir und Illustrationen sowie ein Umschlagsbild von Volkan Baga.

Den Band gibt es wie immer in zwei Ausführungen: Die Paperback-Variante bei Amazon, im Buchladen vor Ort und überall sonst kostet 13,90 Euro. Die streng limitierte Hardcover-Variante wird wieder nur direkt über den Verlag zu erstehen sein (wobei ich aus gut unterrichteter Quelle weiß, dass Hermkes Romanboutique in Würzburg auch ein paar Hardcover haben wird).

Der Klappentext:

Dorothys Heimkehr gerät zum Albtraum: Untote haben das Land überrannt! Doch nicht nur in Kansas hat sich die Ordnung der Dinge verändert, entsteigen die Toten ihren Gräbern …

Auch der unsterbliche Mythos von Frank Baums »Der Zauberer von Oz« verändert sich in den Geschichten dieses Bandes ständig – mal gekreuzt mit magischem Realismus, mal mit klassischer Fantasy, mal mit modernem Western, mal mit zombieverseuchtem Horror.

Noch ein bisschen was zum Inhalt: Die Titelgeschichte ist ein Kurzroman, indem ich Dorothy bei ihrer Rückkehr nach Kansas (also am Ende des ersten Oz-Romans von L. Frank Baum) und kurz darauf erneut in Oz mit einer durch eine Zombieplage auf den Kopf gestellten Welt konfrontiere. Genre-Kost mit vielen Westerneinflüssen zu Beginn, und ja, der Titel ist Programm.

Allerdings ist das nur eine der dreizehn Geschichten. Auch in den übrigen Erzählungen beschäftige ich mich ausgiebig mit dem Mythos von Baums »Der Zauberer von Oz«, wobei ich beim Schreiben der einzelnen Storys nicht sonderlich viel Rücksicht auf die Genre-Grenzen genommen habe.

So gibt es z. B. mal eine klassische, recht böse Fantasy-Interpretation vom Kennenlernen der vier so berühmten und so unterschiedlichen Gefährten auf der Zieglesteinstraße in Oz, mal eine Horrorgeschichte mit der durchgedrehten, blutrünstigen Vogelscheuche, die von Sir Lionheart und Sir Ironblade aufgehalten werden muss, mal einen romantischen Blick auf die inzwischen 40-jährige Dorothy, eine Kellnerin in einer Kleinstadt im Mittleren Westen und mit bewegter Vergangenheit, die sich in einen Ex-Knacki verliebt, der auch sein Päckchen zu tragen hat. Dazu gesellen sich ein paar in meinen Augen recht innovative und spannende Zombie-Geschichten, die in verschiedenen Epochen angesiedelt und immer mal mehr oder weniger stark mit Oz verknüpft sind, eine Voodoo-Geschichte, eine Story über die gealterte, verbitterte Dorothy, die von einem Schuhsammler aufgesucht wird, eine Geschichte über einen jungen geflügelten Affen, der eine schwere Prüfung zu bestehen hat, und ein paar andere längere und kürzere Geschichten …

LESEPROBEN:

Die Prüfung

Sandläufer

Lionhearts letzte Jagd

Partner

» Wo kriege ich ein signiertes Exemplar her?

Am einfachsten mit einer Bestellung direkt über den Atlantis Verlag – mit einem entsprechenden Vermerk. Dann kommt das Buch direkt mit Signatur und, wenn gewünscht, Widmung an. Dann bitte noch erwähnen, für wen ich es widmen soll (ein Buch für Peter zu widmen, das Peter bestellt hat, es aber eigentlich seiner Susi schenken wollte, ist irgendwie doof …).

Ansonsten beiße ich auch nicht, wenn man mich z. B. im Hermke in Würzburg anquatschen würde, wo ich ja doch ab und zu mal anzutreffen bin.

» Sind die Kurzgeschichten eigentlich zusammenhängend?

Diesmal habe ich auf eine zusammenhängende Kontinuität verzichtet. Manche Storys suggerieren jedoch eine gewisse mögliche Verindung.

» Brauche ich irgendwelche Vorkenntnisse zum Lesen?

Die Anspielungen sind dezenter als bei »Holmes«. Sicherlich könnte es helfen, den »Zauberer von Oz« gelesen und/oder wenigstens die MGM-Musical-Verfilmung gesehen zu haben, aber … eigentlich geht es auch ohne.

Hinten im Band wird im Übrigen  ein langer Essay von mir über den Mythos Oz enthalten sein, den könnte man ja auch zuerst lesen.

Neugierig oder Lust auf den Band bekommen?
Dann hier noch einmal der Link zum Buch auf der Verlags-Site, und hier zur Amazone.

Cover: Die Zombies von Oz

Samstag, April 24th, 2010

Volkan und ich haben uns inzwischen auch in Sachen Typografie geeinigt und den Umschlag für »Oz« so weit fertig gestellt, dass man ihn mehr als nur vorzeigen kann. Trommelwirbel, bitte. Danke. Also: So könnte das Cover von »Die Zombies von Oz« jedenfalls aussehen:

Ziemlich geil, oder?

Das Backcover und der Buchrücken (mit Zombie-Hand, die nach meinem Namen greift, yeah!) stelle ich hier online, wenn noch ein paar Sachen gestalterischer und verlegerischer Natur geklärt sind.

Das schönste Lob für das Cover und den Rest des Umschlags kam indes von Ausnahme-Künstler Greg Ruth (»Conan: Born on the Battlefield«, »Freaks of the Heartland«), der mir ein Vorwort für den Oz-Band schreiben wird, wenn die Zeit mitspielt:

»

Christian this is marvelous. I love the layout and the design of
this. Congrats on this – it really looks fantastic.

«

Und Großmeister Latz scheint auch zufrieden.

Excelsior,