Sex in the Marvel-City
Samstag, Februar 27th, 2010
Im Sommer vergangenen Jahres schwärmte ich bereits von »Marvel Divas«, einer vierteiligen Miniserie von Autor Roberto Aguirre-Sacasa (Marvel Knights 4, Sensational Spider-Man) und Zeichner Tonci Zonjic (Inmortal Iron Fist).
Inzwischen habe ich die mittlerweile auch als Paperback erschienene Mini ein zweites Mal gelesen, und ich kann nur sagen: Der Stoff um die verschworene Supergirlie-Clique aus Felicia »Black Cat« Hardy, Angelica »Firestar« Jones, Monica »Photon« Rambeau und Patsy »Hellcat« Walker gewinnt während der Re-Lektüre sogar noch und ist einfach ein richtig schöner Marvel-Comic. Ich würde sogar sagen, dass das wundervolle »Marvel Divas« eine der schönsten und leider wohl unterschätztesten Marvel-Veröffentlichungen des Jahres 2009 darstellt (leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Band auf Deutsch bei Panini sehen, erschreckend gering. Ich habe zwar schon mal eine Bemerkung über die Brillanz der Mini fallen lassen, aber wir alle wissen ja, wie der Markt hierzulande tickt. Und da weder Spider-Man, noch Wolverine in der Mini vorkommen und dafür nur der Sohn des Teufels, Puma, Night Nurse, Dr. Strange, Hank Pym und Brother Voodoo …).
Krebs ist ein verdammter Mistscheiß – und sicher kein einfaches oder schönes Thema. Besonders nicht für einen eigentlich witzigen Girlie-Superheldencomic. Trotzdem funktioniert die »Marvel Divas«-Mini von Aguirre-Sacasa hervorragend. Wohl auch wegen ihrer Vielseitigkeit. Die vier Kapitel sind witzig, gefühlvoll, romantisch, frech, sexy, traurig, ernst, sachlich, klug, heroisch, unterhaltsam, voller spritziger Dialoge und vor allem von hinten bis vorn absolut in-continuity. »Marvel Divas« ist also nicht nur sehr hübsch gezeichnet, sondern macht auch tierisch Spaß und entpuppt sich als variantenreiche Story. Trotz oder auch wegen der düsteren Impressionen einer Krebsbehandlung bei Firestar.
Aguire-Sacasa sollte endlich eine Black Cat-Ongoing kriegen – oder wenigstens wieder zu Amazing/BND dazustoßen als Autor. Ich finde es ja sehr toll, dass er seine Beziehung zwischen Felisha und Fireheart (alias Puma) in seiner Mini hier fortgeführt hat, nachdem er sie im via »One More Day« auslaufenden Sensational ja nicht mehr zu Ende gebracht hat.
Mal sehen, wie Sean McKeevers Firestar-Serie wird, die im April in den Staaten startet.
Ach ja: Zur Entwicklung Black Cat/Puma erzähle ich euch im Spätsommer bzw. Herbst an geeigneter Stelle noch ein bisschen was …
So lange gilt: Rausgehen, »Marvel Divas« kaufen und einem tollen, underrated Comic eine Chance geben.
Hier gibt es noch ein schönes Interview mit Aguirre-Sacasa zur Mini.
Excelsior,




