Archive for Januar, 2010

Pulp-Überflieger mit Rakete (update)

Samstag, Januar 30th, 2010

Dave Stevens »The Rocketeer« hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen, wie ihr euch wahrscheinlich erinnert und ich ja bereits hier vor nicht allzu langer Zeit schrieb.

Nun ist auch endlich mein »Rocketeer«-Artikel für die nächste oder übernächste Nummer von phantastisch! fertig, nachdem dieser ominöse Klaus B. (der Darth Vader der deutschen Fantastik-Magazine) ein Opfer gesucht und mich unter der Woche kurzerhand zum Comic-Spartenredakteur für sein Blatt ernannt hat. Well …

Warum der Artikel »endlich« fertig geworden ist? Na ja, es lief ehrlich gesagt nicht so gut – wie es meistens ist, wenn man von einem Thema etwas zu begeistert ist und nicht nüchtern genug ran geht. Das merkt man dann schnell an den Formulierungen. Die Recherche war diesmal also das kleinste Problem, obwohl die Veröffentlichungsweise von Stevens’ Raketenmann doch recht abenteuerlich gewesen ist. Diesmal war es eher schwierig, die erarbeiteten Informationen und Zitate in eine gute Reihenfolge und ansprechende Form zu bringen, die nicht nach Nerd-Kreuzzug kling.

Nun hat’s heute Dank genügend Schlaf und entspannender Morgenlektüre des dritten »Starman«-Omnibus (im Februar kommt endlich der vierte! Der enthält dann auch das Batman/Hellboy/Starman-Crossover, das bei Cross Cult im dritten Hellboy-Band bereits auf Deutsch erschien) aber doch noch geklappt, kurz vor der Deadline. Fertig ist das gute Stück:

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Pulp-Überflieger mit Rakete

Dave Stevens’ »The Rocketeer«

von Christian Endres

Ist es ein Vogel? Ein Flugzeug? Der kryptonische Super-Pfadfinder?
Nein, es ist Dave Steven’s Rocketeer!

Gespeist von diversen Vorläufern aus den schwarzweißen Film-Serials der späten 1940er und frühen 1950er in den US-Kinos, schuf Dave Stevens 1982 seinen raketenrucksackbepackten Comic-Helden The Rocketeer, der 1991 sogar von Disney verfilmt wurde. 2009 – gut anderthalb Jahre nachdem Stevens einem langen Kampf gegen Leukämie erlag – erscheint jetzt beim amerikanischen Comic-Verlag IDW eine ausgesprochen schöne Hardcover-Gesamtausgabe des »Rocketeer«-Stoffes, die Stevens’ ein wenig in Vergessenheit geratenes Pulp-Juwel der Independent-Comic-Bewegung der 1980er erneut einem begeisterungsfähigen Publikum präsentiert und mit mächtig Schubkraft ins Gedächtnis ruft. So ist das eben, wenn man seit Jahren einen von Doc Savage konstruierten Jetpack auf dem Rücken trägt und Seite an Seite mit dem Shadow gegen Bösewichter kämpft …

Senkrechtstarter
Dave Stevens (1955-2008) war ein Comic-Fan, seit er als kleiner Junge eine Box mit Disney-Comics seines Vaters in die Finger bekommen hatte. Sein alter Herr war es auch, der Stevens seine Vorliebe für Science Fiction weitergab: die ersten Leseerfahrungen des jungen Stevens bestanden aus Ray Bradbury, H. G. Wells und Sir Arthur Conan Doyle. Dennoch verschlug es Stevens nicht ins Comic-Geschäft, wie man bei diesen Prägungen erwarten mag – Stevens wurde Illustrator und Zeichner, für die Werbung in Print und Non-Print. Später arbeitete er als Film-Designer und Storyboardzeichner. Allerdings veröffentlichte Stevens in den 1970ern durchaus einige Fan-Comics und war Teil der südkalifornischen Indy-Szene, während er Künstler-Legenden wie Steranko, Frazetta, Buscema, Eisner, Kubert und Wood als Vorbilder bezeichnete. Später fand Stevens dann aber doch noch seinen Weg ins Comic-Geschäft und arbeitete an einem »Tarzan«- sowie an einem »Star Wars«-Zeitungscomicstrip und an einer Moebius-Hommage für den japanischen Markt. Sogar als Animationszeichner für Hanna-Barbera verdingte er sich einige Zeit. Als 1981 der amerikanische Comic-Händler bzw. -Vertrieb Pacific Comics zu einem Verlag mutierte und neben dem »King of Comic« Jack Kirby auch Mike Grell eine Plattform bot, fehlte Grells »Starslayer« in den ersten beiden Heften jeweils sechs Seiten, um das konventionelle US-Heft dieser Zeit und somit den Druckbogen voll zu kriegen. Auf einer Convention luden die Pacific-Macher deshalb den ihnen bekannten Stevens kurzerhand dazu ein, diese Seiten zu füllen. »Mach, was du möchtest!«, sagten sie, und genau das tat Stevens und schuf in seiner Freizeit die ersten Seiten für den Sensations-Hit »The Rocketeer«, einen der ersten großen Erfolge der amerikanischen Independent-Comic-Bewegung der 1980er – und nebenbei auch noch einen der ersten klassischen creator-owned-Comics, bei denen die Rechte beim Schöpfer bleiben.

Retro
Stevens siedelte seine Geschichte im Hollywood der 1930er an, das ihn mit seinen Autos, seiner Musik, seiner Mode, seiner Architektur und seinem Lebensgefühl seit jeher fasziniert hatte. Außerdem verankerte er seinen Helden im Erbe der berüchtigten Pulp Magazines und eben der SF-Movie-Serials um Commando Cody, deren Episoden stets mit einem mörderisch spannenden offenen Ende (»Cliffhanger« – ein Begriff, der sich auch für Comics und Cartoons durchgesetzt hat) aufhörten und die Stevens immer sehr geschätzt hatte. Auch mochte Stevens schon immer [...]

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Mehr dann in phantastisch!, wann genau, lasse ich euch wie immer hier wissen.

Jetzt muss ich Andy Mergenthaler nur noch davon überzeugen, den Rocketeer wirklich bei Cross Cult zu bringen, wo er ja wirklich wie die Faust aufs Auge oder das Auge auf Bettie Page passen würde. Man on a mission, Baby.

Edit: Es sieht ziemlich gut aus mit dem Rocketeer bei Cross Cult.

Excelsior ins Schneechaos,

Aus Liebe zu Helden

Samstag, Januar 30th, 2010

Der Tagesspiegel zieht einen schönen Vergleich zwischen Kurt Busieks/Alex Ross’ immer noch meisterhaftem »Marvels« (2009 erst neu im Sammelband bei Panini aufgelegt) und dem bei Modern Tales erschienenen Comic-Brocken »Liebe + Helden« von Andi Watson:

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Wie geht es eigentlich normalen Menschen in einer von Superhelden bevölkerten Welt? Diesen Gedanken spielen jetzt gleich zwei Neuerscheinungen durch – eine selbstironische Liebesgeschichte und ein wiederaufgelegtes episches Comicdrama.

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Hier geht’s zum lesenswerten Artikel vom Kollegen von Törne.

Holmes-Rezension (3)

Freitag, Januar 29th, 2010

Bei Amazon ist der Holmes inzwischen auch besprochen worden.

Well. Memo an mich selbst: Zwei-Seiten-Kurzgeschichten werden nicht von jedem Holmes-Hardliner angenommen. Augenzwinkern und frische Ansätze und Ideen auch nicht. Und am besten streiche ich all meine redaktionellen Tätigkeiten für Comic-Verlage aus meiner Biografie hinten in Büchern, damit ich einem abwertenden Gebrauch des Wortes comic-haft künftig zuvor komme.

Excelsior,

Wer möchte noch ein Holmes-Hardcover?

Freitag, Januar 29th, 2010

Ich hoffe, niemand, denn: die Hardcover von »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« sind ausverkauft.

Dafür sind die Paperback-Nachdrucke des Bandes endlich unterwegs und so gut wie bei der Amazone und wo sie eben sonst gebraucht werden.

Die Hardcover … nun, limitiert waren sie, und weg sind sie.

Well. Thank you.

Und irgendwie schade, dass es nicht mehr gab.

Excelsior,

Guy’s Guys: Ritchies Sherlock Holmes

Freitag, Januar 29th, 2010

Offizieller Filmstart von Guy Ritchies Sherlock Holmes in Deutschland. Geht in den Film und kauft mein Buch ;) Bzw.: Das sagt die Presse (zum Film, nicht zu meiner Story-Sammlung):

Spiegel Online

Stern.

FAZ.

zitty.

Excelsior,

Holmes-Rezension (2)

Dienstag, Januar 26th, 2010

In der aktuellen Ausgabe der zitty (3/2010) ist dem Herrn Göllner seine Rezension zu »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« abgedruckt worden.

Ich finde es ziemlich tröstlich, dass sich wenigstens einer Gedanken um meinen Geisteszustand macht und anerkennt, dass ich Muskeln habe.

Excelsior!

Die Surrogaten des Wolfmenschen

Montag, Januar 25th, 2010

Das Wolfsgeheul kommt immer näher und brandet mit dem Nebel heran – ein sicheres Zeichen dafür, dass die Nautilus: Abenteuer & Phantastik #71 erschienen ist und inzwischen allen neuerlichen Kälteeinbrüchen zum Trotz ausgeliefert wurde.

Wie immer gibt es einen bunten Strauß Themen rund um den fantastischen Film, das fantastische Buch und alles drumherum, Schwerpunkte diesmal auf Avatar, Gestaltwandlern und Werwölfen. Im Einzelnen bedeutet das Filmpreviews und Interviews zu The Surrogates, The Wolfman (zwei Cover-Themen, yeah me!) und Shutter Island, dazu Gespräche zum 3D-Leinwand-Hit Avatar, ein Feature über die Romanreihe um Mercy Thompson (mit wirklich kurzer, aber dafür auch exklusiver Mercy-Kurzgeschichte von Patricia Briggs) und ein super recherchierter Artikel über Gestaltwandler von Utz Anhalt, massig andere interessante Interviews und Artikel, Tipps für Jung-Autoren, und vieles mehr.

Aus meiner Feder stammen neben einer Rezension zu Megan Fox Transformers 2: Die Rache auf DVD die Filmpreviews zu The Surrogates – Mein zweites Ich und The Wolfman (letztere kurzfristig übernommen). Außerdem hab ich mich noch mit Robert »The Walking Dead« Kirkmans Comic-Serie Astounding Wolf-Man auseinandergesetzt, die bei Cross Cult übrigens noch nicht ganz vom Tisch ist, und drei wölfische Bücher besprochen: Mark Rowlands’ (ihr erinner euch?) »Der Philosoph und der Wolf«, Toby Barlows grandios cooles »Scharfe Zähne« und Joseph Karol Smith’ sehr schöne und reizvolle Tier-Novelle »Der Wolf«.

Wie immer: Eine Online-Preview der Nautilus #71 zum virtuellen Blättern im Browser gibt es hier. Folgt der gelben Ziegelsteinstraße …

Excelsior,

Der Philosoph und der Terminator

Montag, Januar 25th, 2010

Mark Rowlands, der Philosoph, der schon mit dem Wolf tanzte, hat ein  Buch geschrieben, in dem es um die Philosophie in Science Fiction-Filmen geht (und damit die Sci-Phi erfunden, also die Analyse der SF hinslichtlich philisophischer Gedanken).

Für die nächste Ausgabe von phantastisch! habe ich ihn interviewt und sitze nun gerade an der Übersetzung des Gesprächs, während draußen der Schnee fällt und mir schon wieder tierisch auf den Senkel geht. Ist aber ein schönes Interview geworden, freut ich drauf.

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CE: Warum sind die Themen der SF der Philosophie so nahe?

MR: SF-Geschichten sind im wesentlichen Gedankenexperimente. Ein Gedankenexperiment ist grundsätzlich eine fremdartige Situation, die du verwendest, um etwas zu verbildlichen, ein Prinzip oder eine Idee. Philosophen nutzen so etwas die ganze Zeit. Um als Beispiel das berühmteste Gedankenexperiment von Philip K. Dick zu verwenden: Was wäre, wenn man die Erinnerungen von jemandem in den Körper eines anderen pflanzt? Wohin würde die Persönlichkeit gehen? Würde sie im Körper bleiben, oder mit den Erinnerungen gehen? Um das zu beantworten, müssen wir zeigen, wie wir über das denken, was es ausmacht, eine Person zu sein.

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Mehr dann im April und p! #38.

Excelsior,

Der Teufel in Zellblock D

Sonntag, Januar 24th, 2010

Ich bin ein großer Fan von Frank Millers Daredevil, der ja zurecht als einer der besten Superheldencomics überhaupt gilt.

Allerdings gab es nach Miller eine gehörige Durststrecke für den Mann ohne Furcht, und auch Kevin Smith und Joe Quesada konnten, wenn wir ehrlich sind, nicht ganz überzeugen, so gut der Run manchmal auch wirkte – er hatte dann doch seine Schwächen und Längen und Tücken, was sich gerade bei wiederholter Lektüre ziemlich schnell und stark zeigz.

Erst mit Marvel-Revoluzzer Brian Michael Bendis fand ich zu Daredevil bzw. meiner Begeisterung für den blinden Teufel aus Hell’s Kitchen zurück, was vor allem daran lag, dass Bendis recht skrupellos an Matt Murdocks Leben heranging und es auf den Kopf stellte.

Ed Brubaker, der nach Bendis als Autor übernahm, musste mit einem Scherbenhaufen zurechtkommen – und freute sich darauf! Denn als Brubaker DD übernahm, stand Matt Murdock mehr denn je in Verdacht, Daredevil zu sein, und saß sogar im Gefängnis auf Ryker’s Island …

Nun habe ich den ersten Schwung an DD-Heften von Brubaker und Zeichner Michael Lark gelesen … und sie toppen Bendis’/Maleevs schon sehr guten Run sogar noch. Um Längen. Ich würde sagen, diesen Daredevil kann man direkt neben dem von Frank Miller einordnen. Sensationell gut, intensiv und düster.

Die einzige Frage ist – welcher Storyarc der ersten Hälfte des Brubaker-Runs ist cooler? Der Teufel in Zellblock D, die Paris-Reise, oder Mr. Fear? Ich werde mich wegen des Kingpins und Bullseye wohl für die Heldendemontage im ersten Arc entscheiden. Großartiges Teil.

Ich hab nun doch schon einiges von Brubaker gelesen. Daredevil führt die Bru-interne Hitliste an, gefolgt von Sleeper und, bereits mit ersten kleineren Abstrichen nach der zweiten Storyline, Criminal. Dahinter kommen dann sein Run an Iron Fist, Captain America und Incognito (wobei man die sehr starken Brubaker-Hefte bei Iron Fast klar von denen von Matt Fraction unterscheiden kann).

Im Sommer 2010 erscheint die zweite und finale Hälfte von Brus DD im Omnibus – und ich könnte mich jetzt noch ärgern, dass ich damals, als Carlo mich fragte, ob ich den aktuellen DD kenne, antwortete, dass ich hinterherhinke, weil ich die US-Omnibus-Bände lese …

Excelsior,

Die Zukunft deutscher Aliens

Samstag, Januar 23rd, 2010

Ende der Woche habe ich erfahren, dass es bei Cross Cult 2010 mit Aliens weitergehen wird – der Prolog zur neuen Farbserie von BUAP-Autor und Aliens-Spezialist John Arcudi (der 2008 auch eines der besten Spider-Man-Hefte getextet hat) und von Zeichner Zach Howard wird ja auch im Cross-Cult-Beitrag zum Gratis Comic Tag 2010 am 8. Mai enthalten sein.

Um den Dreh herum sollte dann auch der neue CC-Band erscheinen – an dem ich redaktionell mitarbeiten und die Interviews mit Arcudi (mit dem ich ja schon mal über BUAP gequatscht habe) und Howard übernehmen werde.

Das mal als kleine News zwischendurch. Nächste Woche hoffentlich ein bisschen was zum ersten Feedback zu Holmes, das langsam eintröpfeln sollte.

Excelsior,