Archive for November, 2009

Ordinäre Ausdrucke?

Freitag, November 27th, 2009

Rats, war diese ekelige Freitags-Spätschicht heute besonders nervenzehrend. Nicht wegen dem üblichen Mist, der über meinen Tisch ging. Sondern weil ich wusste, dass Zuhause die Sendung mit den Holmes-Testdrucken wartete.

Erster Eindruck: Ordinär geil! Die Baskerville macht sich auch im platzsparenden Modus erwartungsgemäß gut. Die Kapitel-Schmuckelemente kommen vom Grad des Absoftens her genau richtig. Und die kleinen Gags, die ich beim Setzen eingebaut habe – Schreibschriften für Nachrichten und Briefe oder Widmungen, Schreibmaschinenschriften für Telegramme -, kommen richtig gut. Doch, das macht Spaß. Schade nur, dass die Druckerei (wie die meisten kleineren Druckereien) keine Farbverbindlichkeit für den Umschlag gewährleistet. Timo hat den farblich so schön hingetrimt. Das geht beim Dummy etwas unter. Mal schauen, ob wir da noch mal ansetzen. Um die Uhrzeit hängt unser göttlicher Chefgrafiker aber bestimmt schon wieder im Berliner Nachtleben. Nun. Es muss auch Leute geben, die sich vergnügen. ;)

Apropos. Jetzt das ganze Buch noch mal durchgehen, wird nicht so spaßig, denn irgendwann hat mein seinen eigenen Text dann doch über, egal wie weltbewegend und toll er ist. Aber ich freue mich auch drauf, die Wirkung des fast-fertigen Buches im Bett (meinem Lieblings-Leseplatz) zu testen. Und dann geht’s nächste Woche in Druck. Yeaha, Watson! Nun wird aber erst Mal bei einer Folge Californication die Arbeitswoche abgeschüttelt. Ah, und morgen beginnt Pro7 mit der vierten himym-Staffel. Die Ablenkung sei mir dann doch auch gegönnt, hoffe ich.

Man verzeihe mir überdies den dritten Entry an diesem Tag.

Excelsior, Folks.

Vorschau 2010

Freitag, November 27th, 2009

Die neuen Verlagsvorschauen für 2010 sind da. Wieder ohne meinen Namen ;)

Ansonsten fällt mir auf, dass ich immer weniger Fantasy in meine Planungsliste schreibe. Und dafür wieder vermehrt Thriller und andere Bücher. Ein sicheres Zeichen dafür, dass mich die aktuellen Fantasy-Trens leider nicht so wirklich ansprechen. Wirklich böse darum bin ich aber nicht, ich mag’s abwechslungsreich.

Doch halt:  Kein neuer Ketchum bis mindestens Oktober 201o? Pah. Oder: Hm. Mal schauen, ob man da nicht anders Abhilfe schaffen kann … ;) Soll heißen: Bin dran. Haltet die Füße still und drückt die Daumen.

Auf den neuen Lansdale bei Heyne freue ich mich dagegen sehr. Auch dass ein neuer Roman von Brian Keene erscheint, rockt. Plus zwei, drei Taschenbücher, auf die ich schon länger warte (Stadt der Diebe, Die Möwe). Und natürlich, dass Hunter S. Thompson alias Doc Gonzo wieder in den Fokus gerückt wird.

Excelsior!

Punisher: Dark Reign

Freitag, November 27th, 2009

Punisher 1: Dark Reign, Panini, Dezember 2009Ab heute liegen die ersten Dezember-Novis von Panini in den Läden und den Ständen am Bahnhofskiosk etc. pp. Ich empfehle euch wie schon beim letzten Rundumschlag vor vier Wochen das zweite und abschließende Batman-Heft mit dem Schwanengesang von Neil Gaiman (Batman #36). Auch die neue PaniniVorschau #29 liegt seit ein paar Tagen kostenlos aus. Denkt mal an mich, wenn ihr in der ersten Hälfte die Marvel Previews durchlest.

Außerdem ist der erste Sonderband der neuen Punisher-Serie erschienen (sogar in zwei Ausführungen bzw. einmal mit Variant-Cover). Einleitung und hintere Redaktionsseite stammen von moi. Stolz? Hell yeah. Vor ein paar Jahren war Ennis’ MK-Punisher schließlich die erste Serie, die ich neben den deutschen Spider-Man-Heften regulär ins Abo nahm, damals, als die Frauen noch uninteressant und das Taschengeld schmal war. Und jetzt schreib ich die Editorials für die aktuelle Veröffentlichungsform des Punishers. Ja. Doch. That’s schon pretty cool, wenn ich ehrlich bin.

In seiner neuen Serie, deren erster Band Frank gleich ins Geschehen im aktuellen MU wirft und mit Norman Osborns Dark Reign konfrontiert, legt sich der Punisher mit einigen großen Kalibern an – u. a. dem Sentry und Hood. Und er sucht sich neue, große Ziele. Wie ich schon im Previews-Text zu diesem Band schrieb:

»Bei Events spielte der Punisher selten eine Schlüsselrolle. Nun erkennt Frank aber die Vorzeichen dunkler Tage. Also nimmt er Norman Osborn ins Visier – und gerät mit dem Sentry aneinander! Neue Aufgaben, Feinde und Verbündete für den Punisher.«

Zu diesem Zeitpunkt – und egal was mit »Frankencastle« in der Zukunft Seltsames und Skurriles auf uns zukommen wird – eine der besten Punisher-Storylines der letzten Jahre, dargebracht vom »Fear Agent«-TeamRick Remender und Jerome Opena.

Auf der hinteren Redaktionsseite war es diesmal außerdem easy going, da die Variant Cover zu den Heften (sind auch im dt. Sammelband abgedruckt) allesmat Hommagen an bedeutsame Marvel-Hefte mit dem Punisher darin sind. Anspielungen auf das erste MK-Heft und dessen Bradstreet-Cover etwa oder auf Dan Jurgens’ und Mike Zecks Cover zu Heften aus der Monatsreihe von Frank Millers Daredevil und natürlich der ersten Punisher-Solo-Serie. Und die Einleitung für den Sonderband hat mir dann auch noch viel Spaß gemacht, denn ich hab mich von Amazing #577 »inspirieren« lassen und den kurzen Einführungstext aus Franks Sicht geschrieben:

»

„War Journal, Eintrag PV8/1-5. Die letzten Jahre hab ich mich meistens rausgehalten, wenn die Spandex-Heinis sich das Leben schwer gemacht haben. Außer bei der Sache mit Cap. Aber das war was Anderes. Was Persönliches. Ansonsten konnten die Spinner wegen mir eigentlich machen, was sie wollten. Sollte der Käfer sich doch mit Geiern, Sandmännern und Kobolden rumärgern. Nicht mein Bier. Ich hielt so lange die richtig harten Sachen von den Straßen fern und kümmerte mich um die Mafia, Sklavenhändler und den übrigen Abschaum. Ist also noch nicht lange her, dass ich wieder mit Kostümen zu tun habe. War aber nur eine Frage der Zeit. Außerdem hätte ich früher oder später sowieso etwas tun müssen, nachdem Osborn als Held aus dem Krieg zurückkam. Mir verdreht er mit seinem schmierigen Grinsen nicht den Kopf. Ich weiß, was für ein Dreckskerl er ist. Weiß, dass ihn jemand aufhalten muss. Und dass dieser Jemand ich bin. Wird aber schwer, an ihn ranzukommen. Vielleicht helfen mir die Waffen, die E. T. hiergelassen hat…“

«

Ich will mal schauen, dass ich das auch die nächsten Bände so handhabe.

Excelsior, Frank!

Sherlock Holmes und das Uhrwerk der möglichen Verspätung

Donnerstag, November 26th, 2009

Ich muss meinen Freunden von der Telekom ein Lob aussprechen, das Modem kam sogar einen Tag früher ans angekündigt, und das darf man dann ruhig auch mal positiv erwähnen. Back on the tracks & wieder online, my fellows.

Womit beginnen wir? Am besten mit »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes«. Die Testdrucke sind gestern bei Guido angekommen, er hat sie direkt in einen Umschlag gestopft gepackt und an mich weitergeschickt. Wir werden nächste Woche also die Druckfreigabe erteilen, wenn ich noch einmal mit dem Rotstift durchgegangen bin und alle falschen Trennstriche der Vergessenheit übergeben wurden. Rechnet dann mal gut 8-10 Tage für den Druck … und ihr wisst, dass es knapp werden könnte. Dass das Buch lieferbar ist, wenn die nächste Nautilus mit meinem umfangreichen Holmes-Feature und dem Werkstattbericht erscheint, halte ich für unwahrscheinlich (ihr seht mich fluchen und schäumen und Mülleimer durch die Gegend treten? Ausgezeichnet. Und dabei bin ich noch die Ruhe selbst …). Ich hege die Hoffnung, dass der Band wenigstens noch vor dem Weihnachtsendspurt bei Amazon lieferbar sein wird.

Wer jetzt bei Guido vorbestellt (oder längst vorbestellt hat – Gott, ihr seid so tolle Leser!), hat natürlich die besten Karten, das Buch noch vor den Feiertagen in Händen zu halten. Es sei denn, es wurde ein Signatur-Wunsch geäußert. Dann könnte das mit doppelten Postwegen und einem faulen Autor, der dann auch wieder zur Postfilliale muss, ebenfalls knapp werden.

Lassen wir uns überraschen. Daumendrücken könnte helfen. Ansonsten seid sicher, die größte Enttäuschung wird bei mir liegen, alles im Grünen Bereich also. Als kleine Entschädigung schreibe ich trotzdem jetzt endlich mal an eurem kleinen Weihnachtsgeschenk weiter, das ihr am 24. 12. hier in PDF-Form abholen könnt.

Ho. Ho. Ho. Excelsior, und so.

… offline …

Dienstag, November 24th, 2009

Ich bin ein Kommunikationsjunkie. Ich liebe/brauche meine E-Mails. Ergo schon Scheiße, dass ich jetzt erst mal bis mindestens Donnerstag Zuhause totally offline bin, weil mein Speedport gestern Abend – ebenso totally – die Grätsche gemacht hat.

Nun ja, kriege ich diese Woche eben ein paar Bücher und Comics weggelesen.
Allerdings merke ich fürs Schreiben durchaus auch das Recherche-Vakuum.

Plus: Noch keine Holmes-Ausdrucke in Sicht.
Tja. Diese Woche ist also ziemlich steigerungsfähig.

Excelsior …

Noch ein Spirit, der niemals stirbt

Sonntag, November 22nd, 2009

Brom: »Der Kinderdieb«, Pan, Februar 2010Der Geist von J. M. Barries Peter Pan fliegt nun schon seit fast 100 Jahren durch unsere Popkultur – auch so ein unsterblicher, ewig währender Spirit, der niemals stirbt. Vielfach adaptiert und interpretiert, ist Peter Pan einer der großen fantastischen Mythen des 20. Jahrhunderts – entsprechend viele Varianten und Interpretationen gibt es trotz des relativ strikten Urheberrechts, das die Figur immer noch schützt. Doch es gibt ja Mittel und Wege, Andeutungen und Anspielungen.

Jedenfalls: Die wohl düsterste und interessanteste Interpretation der letzten Jahre (neben meiner Holmes-Story, versteht sich, hüstel, räusper, hüstel) stammt von Brom, einem der berühmtesten und erfolgreichsten (und besten) Fantasy-Künstler unserer Zeit, der mit »Chield Thief« dieses Jahr seinen zweiten Roman vorgelegt hat.

Am Samstag kamen die Fahnenabzüge der deutschen Übersetzung von Broms »Der Kinderdieb«, der im Februar 2010 bei PAN erscheinen und von mir für die Nautilus als Thema beackert wird (im Moment lese ich mich durch die fast 660 Seiten, schreibe bereits am Artikel und dem Künstler-Porträt und übersetzte die Interviewfragen, die ich Mitte der Woche an Mr. Brom schicken werde). Es gibt eine Sperrfrist bis zum EVT im Februar, deshalb möchte ich nicht zu viel erzählen, aber … wenn ihr euch auf ein Fantasy-Buch im ersten Quartal 2010 besonders freuen wollt, dann sollte das Broms »Der Kinderdieb« sein.

Excelsior!

The Samstag Never Dies

Samstag, November 21st, 2009

Erst einmal ein herzliches Willkommen an all die Falco-Fans und -Googler, die in den letzten Tagen den Weg hierher gefunden haben. Habt ihr auch schon entdeckt, dass man bei den MP3-Downloads von Amazon Previews der Song des neuen Albums The Spirit Never Dies anspielen kann?

Mich packt heute (wie so oft, samstags) das schlechte Gewissen. Die Woche wart hart, lang und von zu wenig Schlaf geprägt, und am WE wäre ausspannen toll – aber es gibt Deadlines, und werktags komm ich häufig nicht zum fiction-schreiben. Aktuell ist es dann noch so: Ich will und muss die dritte Staffel von how i met your mother noch vor nächstem Samstag kleinkriegen, da ab 28. 11. Pro7 die vierte Staffel zeigt, die es noch nicht auf DVD gibt. Californication ist ebenfalls toll (viel zu toll und ablenkend) – und fragt mal nicht nach den Türmen mit ungelesenem Zeug, sei es nun private Lektüre (wie der erste Cap-Omnibus von Brubaker oder Boy Genius von Judd Winick) oder Arbeitsmaterial (für aktuelle Panini-Editorials, Rezensionen oder Artikel). Der allgegenwärtige Gewissenskonflikt der Nebenher-Schreiberlinge also. Und eigentlich gibt es da noch ein paar Buchprojekte, an denen ich weiterschreiben sollte. Und jeden Tag können die Holmes-Andrucke geliefert werden. Und zu allem Überfluss fühl’ ich mich dieser Tage auch nicht richtig fit.

Mal sehen, was ich dieses Wochenende gebacken bekomme und wann Guido enthusiastisch vom Eintreffen einiger wunderbarer Holmes-Testdrucke berichtet.

Diese Woche haben sich allerdings ein paar kleinere redaktionelle Sachen ergeben: Zwei Themen für die April-Ausgabe von phantastisch! (denn der frühe Fischer legt die Meerjungfrau im seichten Wasser flach), zwei Rezensionen für die Februar-Wolf-Wolfman-Schwerpunkt-Ausgabe der Nautilus (das und das), und ein Interview für einen bei Cross Cult im Taschenbuch erscheinenden Thriller á la Dan Brown.

Bei Cross Cult geht es übrigens bald mit BUAP weiter. Das brillante Hellboy-Spin-off von Mignola, Arcudi und Davis hat es hierzulande ja leider nicht leicht und musste nun auch einige Zeit pausieren. Deshalb lag u. a. mein Interview, das ich mit Kolorist Dave Stewart geführt habe, nun seit Oktober 2008 hier brach. Vorgestern haben Fil und ich es noch mal gecheckt, und so wird auch das endlich erscheinen – gemeinsam mit bzw.  hinten im siebten Band von BUAP, der da heißt: »Tödliches Terrain«. Ich wünsche mir ja sehr, dass die Serie einen Schub kriegt. Nicht nur, weil ich sie redaktionell mitbetreue und lektoriere, sondern weil sie wirklich einer der besten und konstantesten Dark Horse-Titel ist.

Excelsior!

Zuckende Heldenliebe

Freitag, November 20th, 2009

Gestern kam ein riesiges Comic-Paket mit Panini-Belegen (besonders cool: Carlo hat an alle Comic-Action-Variants gedacht, bei denen ich die Finger mit drin hatte – sogar das von Conan 11, von dem’s nur 111 Exemplare gibt). Das gewichtige, freudenspendende Päckchen kam nicht nur mit Überlichtgeschwindichkeit und UPS binnen 20 Stunden von Italien nach Süddeutschland – es wurde unterwegs, wie ein Aufkleber verriet, auch x-ray scanned. Na aber hallo.

Zusammen mit ein, zwei Goodies ohne Frage genug Motivation, nach dem traurig-schönen Finale der zweiten himym-Staffel und dem grandiosen Pilot von Californication die neuen Editorials anzugehen, sich mit fürchterlich knappen Deadlines anzulegen und gestern kurzfristig noch eine Ladung Texte für den Adventskalender fertig zu machen.

Und weil an manchen Tagen eben alles zusammen kommt, brachte der Postbote gestern dann auch noch eine Ladung Comic-Belege von Modern Tales mit dem schon zur Buchmesse erschienenen comikat-Titel »Amelia #3: Amelia rockt!« und vor allem mit Andi Watsons »Liebe + Helden«.

Liebe + Helden, Modern Tales, November 2009Worum’s darin geht? Nun, die Sache ist die: Jack mag Nora, Nora mag Jack. Aber Nora mag auch Superhelden – nur deshalb ist sie in die große Stadt gezogen. Dort sind Superhelden ein alltäglicher Anblick, sie fliegen durch die Luft und präsentieren ihre unglaublichen Muskeln in hautengen Outfits. Und Jack fragt sich: muss im Vergleich dazu ein normaler Mann nicht langweilig, ja kümmerlich wirken? Das alles wird noch viel komplizierter, als nicht nur einer, sondern gleich zwei Superhelden in Noras Leben treten, als Jacks Katze plötzlich zu reden anfängt und eine große Verschwörung gegen einen der Helden das Leben aller Einwohner der Stadt erschüttert. Und im Zentrum des Ganzen sitzen Nora und Jack, und wissen einfach nicht, wie sie in all dem Trubel zueinander finden sollen. Eine überaus persönliche Geschichte, die davon handelt, wie zwei normale Menschen ihr Leben zu meistern versuchen, während über ihren Köpfen Dinge geschehen, die sie nicht im mindesten kontrollieren können – auch und obwohl all diese Dinge genau mit ihnen zu tun haben.

Seit ich den Comic das erste Mal auf dem Schreibtisch hatte, müsste ich ihn inzwischen drei Mal durchgelesen haben fürs Lektorat. Trotzdem hat man beim Durchblättern und Lesen des finalen Produktes immer die Angst vor dem berühmten Zucken. Nein, nicht in der Hose, ihr Ferkel. Das Zusammenzucken, wenn man trotz aller Sorgfalt und Mühe noch über einen hinterhältigen Buchstabendreher stolpert. Manchmal genügt es schon, zu sehen, dass man nicht gesehen hat – vor lauter Betriebsblindheit nicht sah, dass ein Wort die Sprechblase wesentlich runder und besser gemacht hätte. Mal schauen, wann ich mir diese masochistische Tour durch die 320 lohnens- und lesenswerten Seiten antue. Lust, die Geschichte noch mal im haptischen Hardcover zu lesen, habe ich durchaus. Aber das Zucken … ihr wisst gar nicht, wie grausam das sein kann … zuck …  das ständige Leben in Angst und Sorge vor Tippfehlern … zuck …

Excelsior!

Blumen für Tambu und einen Hexer

Mittwoch, November 18th, 2009

Es ist schon wieder einige Monate her, dass bei Atlantis »Tambu« erschienen ist, an dessen Herausgabe und Produktion ich ja nicht ganz unbeteiligt war. Neben dem Holmes bleibt es ohne Frage das Herzensprojekt 2009 für mich, so viel ist klar. Da freut es einen dann auch doppelt, wenn immer noch positive Meinungen reinkommen. Etwa in dieser Rezension beim Fantasyguide – oder in Herrn Göllners Besprechung für die Weihnachtsbeilage der aktuellen zitty (Ausgabe 24/2009).

Rezi zu »Tambu«, zitty Weihnachtsbeilage, 17. November 2009

(Klick zum Vergrößern)

Ich hab’s also nur indirekt in die immer recht nette Beilage der Z. geschafft (letztes Jahr hatte ich hier immerhin die Rezensionen zu Rothfuss’ »Der Name des Windes« und der tollen Neuauflage von Kiplings »Dschungelbüchern« bei Boje – beides Werke, die ich ebenso wie »Tambu« [letzteres wenn auch nicht so objektiv wie die beiden anderen] durchaus immer noch als tolle Weihnachtsgeschenke empfehlen kann,  je nach Vorliebe und Neigung desjenigen, der beschenkt werden soll).

Immerhin, im »normalen« Heft wurde meine Rezension zu Sapkowskis »Feuertaufe« abgedruckt:

»

Es war einmal ein Autor, der vermischte Märchen mit aufregender, harter Fantasy und landete so in seiner Heimat Polen einen Bestseller. Als Heyne in den 90ern die ersten beiden Kurzgeschichten-Bände der „Geralt-Saga“ auf Deutsch herausbrachte, scheiterte man jedoch. Erst im Zuge der Annäherung des hiesigen Marktes an Osteuropa hat dtv es 2007 noch mal mit Sapkowski versucht, da dessen historische „Medicus“-Trilogie inzwischen ein Verkaufserfolg war. Und siehe da: Plötzlich taugte auch Sapkowskis „Hexer Geralt“ für das Land, in dem Wolfgang Hohlbein Bestseller schreibt. Endlich kriegen wir auch hierzulande die fünf Romane zu lesen, die an die Kurzgeschichtenbände anschließen, mit „Feuertaufe“ kann man das Bergfest feiern. Was aber macht Sapkowskis Bücher so besonders? Sind es die üblichen persönlichen Twists, Zauberer und Schwertkämpfe? Nein. Es ist die Kombination aus Genre-Elementen, unverbrauchten Monstern, Liebe und Sex, Dialekten, Politik und handfester Action. Sapkowskis tolle Schreibe nicht zu vergessen. Das ist wohltuend erwachsene Fantasy. Allerdings sollte man die Vorgängerbände kennen – und auch dann ist die Story manchmal noch komplex genug. Zwei Bände fehlen noch, aber der Verlag hat eine schnelle Reihenfolge angekündigt. Christian Endres

Aus dem Polnischen von Erik Simon. dtv, München 2009. 396 Seiten, 14,90 Euro

«

Im nächsten Heft Anfang Dezember müsste, wenn nichts dazwischen kommt, dann mein größerer Leiber-Artikel drin sein. Well, wait and see. Excelsior!

Knochige Avatare, wilde Kerle und Grabräuber

Dienstag, November 17th, 2009

Dass ANautilus #69, Abenteuer Medien Verlag, November 2009mazon neben Hermes nun anscheinend auch verstärkt auf schmale, dünne Büchersendungen setzt, die mit dem Briefträger ihren Weg zum Kunden finden, finde ich wiederum gar nicht erbaulich. Denn neben Zeitung, Werbung, Briefen und sonstigen nicht-amazonischen Büchersendungen wird es trotz stattlichem Volumen im Briefkasten jetzt noch enger, wenn niemand Zuhause ist. Wenn dann auch noch rabiat gestopft wird, tut das weder den Büchern, DVDs und Comics, noch der übrigen Post gut. Ein erstes Opfer haben wir auch schon zu beklagen: Die aktuelle Ausgabe der Nautilus.

Das könnte man nun als Indikator für vieles nehmen: Sparmaßnahmen bei der Amazone. Briefträger, die dem Feierabend und dem Ende ihrer Tour bei Wind und Regen entgegen blicken. Niemand daheim heute. Zu kleine Briefkästen für Redakteure und Autoren (und Büchersüchtige). Und natürlich dafür, dass die Nautilus erschienen ist. In die wir doch direkt mal einen Blick werfen:

Auch die November-Ausgabe der NT kann sich dem Bis(s) … -Wahn nicht verwehren und berichtet über den neuen Twilight-Streifen. Aber auch James Camerons designiertes SF-Kino-Highlight Avatar und die Polar-Express-Version von Dickens Weihnachtsgeschichte mit Jim Carrey kommt zum Zug (Polar-Express/Zug, anyone?). Neben Carrey wurde auch der hauptberufliche Weltenzerstörer Roland Emmerich mal wieder interviewt. Wir besuchen den Ort, wo die Wilden Kerle wohnen, und Luc Bessons Minimoys. Literarisch gibt’s ein Interview mit dem auf den Spuren von Jules Verne wandelnden Thomas Thiemeyer, eine Leseprobe zu »Dardamen«, Stephen Deas (»Der Drachenthron«) in Heynes magischer Schreibwerkstatt, Olga Krouks Weltenschöpfer-Artikel,  diverse Hörbuch-Interviews (u. a. mit Kai Meyer) und die gewohnten Übersichten und Rezensionen zu Neuerscheinungen quer durch alle fantastischen Genres und Plattformen. Ach ja, und natürlich noch das Scheibenwelt-Feature der Kollegin Platthaus, an das ich mich damals eiskalt im Redaktionssystem drangehangen habe: Mit einem Adaptions-Übersichts-Artikel und vor allem mit einem Interview mit Discworld-Illustrator Stephen Player (und das Wörtchen »mit« kommt in diesem Satz nun mitnichten nicht mehr vor ;) ). Auch dem Herrn Sonntag, Mitglied der studentischen Theatertruppe Actor’s Nausea, habe ich in einem kleinen Interview zum Thema Discworld on Stage auf den Zahn gefühlt.

Dazu gibt’s von mir noch eine Filmpreview zu Disneys Rückkehr zur klassisch-traditionellen 2D-Animation und Küss den Frosch und einen Artikel über Jeff Smith’ Bone (Leitthema der Ausgabe ist schließlich »Skurrile Welten«). Außerdem kürzere Rezensionen zum relativ spaßigen »Grabräuber gesucht«, dem topaktuellen Grippe-Thriller »Die Stunde Null« und dem ersten Comic-Album von Splitters froschigem »Garulfo« (wo dieser Tage just das zweite Hardcover erschienen ist, passenderweise).

Wie immer hier noch der Link zum kostenlosen digitalen Vorab-Durchblättern der Nautilus #69.

Excelsior!