Archive for Oktober, 2009

Neil Gaimans Batman, Zeitreisen und mehr

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Der Ultimative Wolverine vs. Hulk, Panini, November 2009Heute müssten wieder ein paar feine Panini-Novitäten frisch aus dem Comic-Action-Dunst in die Comicshop-Atmosphäre eindringen. Ich empfehle euch vor allem Spider-Man #67 (die Auflösung, warum Harry Osborn wieder lebt, und somit der wirklich gelungene Retcon von Spectacular 200 durch Dan Slott!) und Batman #35, das den ersten Teil von Neil Gaimans (!) »Whatever happened to the caped crusader« auf Deutsch enthält.

Ich habe auch wieder bei ein paar feinen Sachen die Finger im Spiel gehabt: Da hätten wir zum einen wie gewohnt Intro und hintere Redaktionsseite für das Tradepaperback von »Der Ultimative Wolverine vs. Hulk«. Es war ja eine echte Odyssee, bis man da alle sechs US-Ausgaben zusammenhatte. Darüber lasse ich mich auch ein bisschen im Editorial aus. Nichtsdestotrotz: Der Comic, der zeitlich noch vor Die Ultimativen #26 (bzw. dem vierten TPB der Serie von Millar und Hitch) und somit in der Vergangenheit des UU spielt, ist ziemlich cool geworden. Sehr schön auch für alle Fans des Fantastischen: Autor Damon Lindeloff (Co-Schöpfer von Lost, Produzent von Star Trek 11) hat eine sehr witzige Szene mit dem Drehbuch zu Abrams’ Star Trek-Film eingebaut. Nicht verpassen!

100% Marvel 45, Panini, November 2009Für Langzeit-Marvelianer dürfte der inzwischen 45. Sammelband der Reihe 100% Marvel sein. Das schmale, aber sehr feine Trade enthält die vier US-Hefte der abgeschlossenen Miniserie Spider-Man/X-Men von Christos N. Gage und dem italienischen Künstler Mario Alberti, den der eine oder andere vielleicht noch von seiner Arbeit an Cross Cults Redhand kennen mag. Die Geschichte ist eine kleine Zeitreise durch das Marvel-Universums. Sie beginnt im Coffe Bean mit einer jungen Gruppe X, einem großmauligen Flash, einem jungen Peter Parker und einem ebenso jungen Harry Osbon, und einer noch lebenden Gwen Stacy und führt uns über den originalen Kraven den Jäger, den Blob und andere zu Ben Reily im Spidey-Dress und Wolverine nach Onslaught ohne Adamantium bis hin zur Zeit kurz nach den Ereignissen von bzw. der Rückkehr aus House of M.

Definitiv kein »Marvel-Einsteiger-Comic«, aber wie ich finde schon recht lohnenswerte Kost für gestandene Fans. Vorwort, Bios und Backcover-Text von moi, wie ich uneitel anfügen möchte.

Und dann hätten wir da noch die dritte offizielle Miniserie mit den Marvel-Zombies im 31. MAX-Band, der ja schon mal bei den Essen-Specials Erwähnung fand. Vorwort, Bios und Backcover-Text von moi, too. Was aber viel interessanter sein dürfte: Die Zeichnungen zur Geschichte von Fan-Liebling Fred Van Lente (demnächst kommt in den Spidey-Heften auch seine sehr coole Spot-Story) stammen von Kev Walker. Los, denkt nach, ihr kennt den Namen. Richtig. Kev hat für Magic: The Gathering unzählige Karten illustriert.Marvel MAX #31, Panini, November 2009 Ich war durchaus erstaunt, als ich dann in der dritten Zombie-Serie über seinen Namen gestolpert bin. Er wird übrigens auch die vierte Geschichte – wieder von Van Lente getextet – zeichnen.

Nach wie vor müssten außerdem die Essen-Messe-Specials in den Shops liegen. Ich hoffe ja sehr, dass sich der UPS-Mann bald einen Bruch heben muss und ich meine Belege ebenfalls kriege. Da habe ich mir meine fannishe Haltung, glaube ich, bewahrt. Ich freue mich schon immer über neue Hefte. Seit ich im Impressum oder auch mal etwas größer drin stehe und Teil davon bin, mehr denn je. Obwohl ich auch die Zeit vermisse, wo ich am ersten Verkaufstag im Laden stand, weil ich z. B. während des Civil War unbedingt meine Dosis JMS-Amazing wollte. Naja. Die Dinge verändern sich eben. Und mit dieser Weisheit wünsche ich euch nun einen schönen Tag im Nebel.

Excelsior!

Der Bumerang-Effekt

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Es ist ein paar Tage her, da fragte mich Klaus B. am Telefon, ob ich nicht eine Idee für einen netten Artikel für phantastisch! hätte. Hatte ich natürlich – bloß keine Zeit, ihn selbst zu schreiben: »Schau doch mal, ob du jemanden findest, der über das 25-jährige Jubiläum der Edition Phantasia schreibt«, sagte ich also. Klaus gefiel die Idee, er suchte sich ein Opfer, das Opfer sagte zu – und nun sagte das Opfer heute, dass es zeitlich doch nicht rumkommt. Ich habe gestern erst meinen Ketchum-Artikel an Klaus geschickt, und kurz davor das Interview mit Michael Marcus Thurner. Schon bei diesem musste ich ja Feuerwehrmann für einen abgesprungenen Kollegen spielen. Dasselbe Spiel nun beim Edition-Phantasia-Artikel.

Womit die Idee wieder auf meinem Schreibtisch liegt – mit der Deadline 1. November, plus ein paar Tage, die Klaus mir von Haus aus direkt gibt, weil er weiß, dass ich sie mir zur Not einfach nehme, und so fahren wir beide gut damit ;)

Joachim Körber hat heute schon seine Mitarbeit angekündigt, er – seit Uli Kohnles Ausstieg im September 2009 alleiniger Kapitän des Schiffs – wird mich mit ein paar schönen Anekdoten, Infos und Zitaten versorgen. Vieles habe ich mir heute auch schon selbst zusammengesucht, u. a. aus den immer sehr empfehlenswerten EP-Almanachen, die ich wahnsinnig schätze.

Etwas völlig aus dem Zusammenhang gerissenes: Nach diversen Schwärmereien zu »Die gelöschte Welt« von Nick Harkaway habe ich mir das Buch bestellt. Und ich bin ganz schön aus den Latschen gekippt – what the duck? 13,- Euro für ein Piper-Taschenbuch? Eigentlich dachte ich ja, da kommt ein Paperback. Nur gut, dass das wirklich klein und eng bedruckt und mächtig viel Text ist …

Requiem for a Universe

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Nichts neues von der Satz-Front in Sachen Holmes. An der Fiction-Front ist es derzeit genauso ruhig wie an der Holmes-Satz-Front, auch wenn ich ein paar Ideen wälze und versuche, geistige Konzepte in greifbare Form zu bringen, bevor ich mich in einem neuen Werk vollauf vergrabe.

Dafür habe ich heute das Editorial zu »Ultimatum: Requiem« fertig geschrieben, den Epilog zum Mega-Event Ultimatum.Von den vier Heften sind zumindest drei (die zu Spidey und das zu den F4) sehr cool und gefühlvoll gemacht. Ein schöner Band.

In der Anlage läuft nach wie vor The Resistance von Muse (ein großartiges Album, das ich im Moment auch im Auto dabei habe), auf dem Lesestapel liegt immer noch das klotzige Paperback von »Das Haus«, und langsam schmilzt mein Vorrat an Folgen der wundervollen ersten Staffel von how i met your mother dahin. Schaffe ich dann dieses Jahr noch die zweite Staffelbox an, oder gönne ich mir erst Season One von Californication mit David Duchovny? Immer diese Entscheidung …

Excelsior!

Kalix und Megan singen 2012 das Lied der Dunkelheit

Dienstag, Oktober 27th, 2009

Nautilus #68, Abenteuer Medien Verlag, Oktober 2009Heute hatte ich die durch Messe-Stress und anderes terminlich leicht verspätete Ausgabe 68 der Nautilus im Briefkasten.

Im Heft geht es diesmal um eine Ausstellung zu Tim Burtons Alice im Wunderland in Berlin, Filmpreviews zu Jennifer’s Body mit Megan Fox als männerverschlingender Dämonin, Orphan – Das Waisenkind und Die Päpstin: Eine Frau auf dem Kirchenthron. Dazu gesellen sich ein Setbesuch bei der Verfilmung des Mitternachtszirkus von Darren Shan, ein Interview mit Neil Gaiman und ein Artikel zu Roland Emmerichs neuester cinestischer Weltenzerstörung in 2012 und dem im Maya-Kalender verankerten Weltuntergang.

Neben ein  Rezensionen zu den DVDs von Der fremde Sohn oder X-Men Origins und Büchern wie Terminator: Die Erlösung, Kalix. Werwölfin von London oder Das Lied der Dunkelheit aus meiner Feder enthält diese herstbliche NT-Ausgabe auch die beiden hier schon mehrfach erwähnten Interviews mit den Autoren Martin Millar und Peter V. Brett.

Allerdings: Die Passagen, die ich zum Interview mit Peter bezüglich der angedachten Verfilmung seines gelungenen Fantasy-Erstlings nachgereicht habe, sind leider dem Rotstift und Platzmangel zum Opfer gefallen. Unschön – weshalb ich sie jetzt einfach mal hier poste:

»

Ende Juli 2009 wurden die Filmrechte an Das Lied der Dunkelheit verkauft. Kannst du uns darüber schon etwas erzählen?

Ich traf mich mit Regisseur Paul W. S. Anderson zum Essen und wir besprachen Das Lied der Dunkelheit ausführlich. Wie jeder Autor gebe ich sehr auf meine Arbeit Acht, doch Paul hat mir echte Wertschätzung gezeigt und ein großes Verständnis für den Roman, von den großen Themen bis hin zu kleinen Details. Wir diskutierten, wie man die Story in einen Film umwandeln könnte, und er gab mir das Gefühl, dass das Projekt voll und ganz in den richtigen Händen ist.

Was erwartest du von der ganzen Sache? Filmrechte verkaufen ist ja nur die halbe Miete …

Ich bin unglaublich aufgeregt wegen des Filmdeals – und ich bin sicher, dass ich die richtige Entscheidung traf, die Rechte zu veräußern. Wir erhielten verschiedene andere Anfragen, aber ich hielt mich an Paul, da ich denke, dass er das Material am meisten schätzt und versteht. Ich traf auch seine Frau Milla Jovovich, die – wie alle Nerds überall sonst mir beipflichten werden! – absolut umwerfend ist. Es ist alles nach wie vor sehr surreal. Ich habe mich gerade erst damit abgefunden, dass ich überhaupt veröffentlicht werde!

Hast du schon Pläne für die Zeit nach den dämonischen Nächten?

Noch nicht. Wie gesagt, vielleicht werde ich an einem meiner frühen Trainingsbücher arbeiten. Oder ich schreibe etwas ganz Neues. Ich habe viele Ideen für weitere Bücher. Für den Augenblick liegt meine Aufmerksamkeit aber ganz auf Dämonen.

«

Wie immer, hier die Ausgabe online zum Durchblättern.

Excelsior!

Dark Detective

Dienstag, Oktober 27th, 2009

Nach dem Kampf um die Nachfolge von Bruce Wayne als Batman in »Battle for the Cowl« (das Panini ab Januar in der monatlichen Heftserie und einem fetten Monsterband bringt, by that way) und den ersten Heften von Judd Winnick und Mark Bagley (nicht unbedingt mein Bat-Dreamteam, wie ich gestehen muss), fühlt sich erst die Preview der ersten Seiten von Batman #692 mal wieder nach einem RICHTIGEN Bat-Comic mit dem Dark Detective an.

Hier geht’s zur US-Preview.

Ich finde das ziemlich begrüßenswert, zumal Morrison und Quitely in Batman & Robin stark begonnen, aber auch stark nachgelassen haben in den ersten drei, vier Heften.

Excelsior!

Blaue Freuden? Von wegen!

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Nope, sorry Freunde, hier geht’s weder um die Schlümpfe, noch um Viagra – oder eine Kombination aus beidem (ihr habt seltsame Fantasien …).

Dieses Wochenende habe ich mich um den Feinschliff am Ketchum-Artikel und dem dazugehörigen Interview für die nächste phantastisch!-Ausgabe gekümmert und zwei kleine DVD-Rezensionen für die Nautilus fertig gemacht: Zu Star Trek 11, und zu Ice Age 3. Beides überragende Filme, darüber brauchen wir nicht reden – aber langsam geht es mir mächtig auf den Keks, das die richtig coolen Extras nur noch auf den Blue-Ray-Silberlingen landen.

Habe ich, nur weil ich einen normalen DVD-Player habe und kein Technik-Fetischist bin, kein Recht auf Ice-Age-Kurzfilme? Ähnliches fiel mir zuletzt schon bei X-Men Origins ziemlich negativ auf.

Kein schöner Trend.

Ach ja, weil wir es gerade von DVDs haben: Nachdem ich die viel zu kurze fünfte Staffel von Two and a Half Men beschleunigt via DVD schon vor zwei Wochen zu Ende geschaut habe, erfreue ich mich derzeit an der ersten Staffelbox von How I met your Mother. Als ich ab und zu samstags auf Pro 7 reingeschaut habe, wollte es ja nicht so richtig zünden (vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Ananas-Episode meine erste Berührung mit der Serie war). Als die Amazone die erste Staffel kürzlich & kurzzeitig für sensationelle 10,- Tacken vertickte, genügte das positive Geschwärme allenthalben dann aber doch, um es noch mal von Anfang an zu versuchen. Schließlich war ich verzweifelt auf der Suche nach einer Sitcom-Ersatzdroge. Risiko minimal, Experiment geglückt, Ersatzdroge bis zur sechsten Staffel von Charlie Sheens Männerhaushalt gefunden.

Was der Holmes-Satz macht? Frag Guido ;)

Excelsior!

Die goldenen Jahre …

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Asterix Bd. 34, Ehapa, Oktober 2009… in Sachen Asterix und Obelix sind längst vorbei. Das wissen wir aber schon länger. Ich glaube, nach »Gallien in Gefahr« hat niemand erwartet, mit dem neuesten Band nun die ultimative Kehrtwende zu erleben. Im Gegenteil. Kein Wunder also, dass (wahrscheinlich nicht nur) ich mich teilweise dazu zwingen musste, weiterzulesen.

Don’t take me wrong: Ich denke schon, dass »Asterix und Obelix feiern Geburtstag: Das Goldene Buch«, der 34. Band der Asterix-Reihe passend zum 50. Geburtstag der beiden Kumpels aus dem kleinen gallischen Dorf an der Küste, vielen gefallen wird. Dass viele begeistert sein werden, wenn sie dieses Album lesen.

Schließlich gibt’s genügend Perverse und Masochisten auf dieser Welt.

Nein, lieber Albert, das war erneut (fast) gar nix. Und das liegt in erster Linie gar nicht an den vielen verunglückten Anachronismen oder einem Uderzo, der sich selbst in die »Story« schreibt. Es liegt vor allem daran, dass dieser Band wieder keine echte, keine lebendige, quirlige, hintersinnige Asterix-Story hat. Wo sind die Reisen und Questen der beiden aufmüpfigen, zauberstankgestärkten Buddys quer durch das antike Europa geblieben? Das ist es, was Asterix über viele, viele Jahre ausgezeichnet hat. Und das ist es, was schmerzlich vermisst wird.

So geht die Demontage weiter, und da helfen auch die zwei oder drei gelungenen Seiten und Gags oder die paar Fitzelchen von Goscinny nicht, die es in den Band geschafft haben.

In der Welt der US-Superhelden sind Retcons verhasst. Vermutlich wünschen sich die eingefleischten Asterix-Fans nichts sehnlicher als ein Zurückdrehen der Handlungs-Chronometer. Ich stell es mir besonders für ältere Leser hart vor, die noch die richtig guten Bände als Erstauflagen am Kiosk ergatterten und sich wirklich begeistern lassen durften.

Immerhin, es gibt Hoffnung: Nicht darauf, dass der verblendete Uderzo noch einen guten Band 35 und 36 auf die Beine stellen wird. Aber darauf, dass Uderzos Nachfolger das Potenzial der Figuren noch einmal voll ausschöpfen werden. Dass das geht, haben Arleston & Co. in Ansätzen ja bereits im »Asterix und seine Freunde«-Hommage-Album gezeigt.

Excelsior!

DPP: Home Coming

Samstag, Oktober 24th, 2009

Nach dem Reifenwechseln stand auf dem Rückweg heute mal wieder ein Besuch in Hermke’s Romanboutique an, wo ich mir nicht nur den neuen Asterix (urghs!) oder die fette PB-Version von »Das Haus« mitnahm, sondern Klaus mir auch den DPP übergab, den er für mich letztes Wochenende auf dem BuCon abgeholt hat.

DPP für »Feurteufel«

(»Disturbania« und der DPP: Klick zum vegrößern)

Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, mich gewohnt unfotogen in Szene zu werfen und vor dem Laden mit dem Fantasy-Bambi im Arm abknipsen zu lassen.

dpp1

dpp2

Auch Spider-Man wollte gratulieren, und so tat ich ihm den Gefallen. Warum ich auf besagtem Bild neben dem Wandkrabbler aber so grimmig dreinschaue, darf ich leider nicht verraten. Aber es hat mit einem schlechten Netzdüsen-Witz von Horst Illmer zu tun (womit auch sonst?).

Egal: Es gab den Preis für’s Schreiben – nicht fürs Nettgucken.

Excelsior!

Ich bin kein Serienkiller

Samstag, Oktober 24th, 2009

Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller, Piper, September 2009Vorab: Nein, das ist keine dringend nötige Klarstellung und auch kein Aufruf, mich einzubuchten und auf Staatskosten ein paar Monate all inclusive zu legen, damit ich in Gefängnis in Ruhe meinen nächsten Roman zu Ende schreiben kann.

Mit Hypes ist das ja so eine Sache. Wenn da etwas als »Wasauchimmer des Jahres« angepriesen wird, lohnt es sich oft, skeptisch zu sein. Es ist schon ein paar Monate her, da fragte mich Klaus B., ob ich »Ich bin kein Serienkiller« von Dan Wells vorab lesen und für phantastisch! vielleicht auch ein Interview mit dem Autor machen möchte. Ich mochte das Cover – aber nachdem ich im Jahr davor erst mit »Hölle« von Will Elliot bei einem Piper-großmundig beworbenen Thriller reingefallen war (auch wenn Will ein wirklich sympathischer Kerl ist, wie ich im Interview gemerkt habe), wollte ich mir nicht wieder die Finger verbrennen.

Nachdem ich in der aktuellen Ausgabe von phantastisch! das Interview mit Wells gelesen habe, bin ich dann aber doch neugierig geworden. Und da in der Nautilus-Redaktion ein herrenloses Pressemuster herumlag, legte ich spontan dann doch einfach mal die Pfote drauf…

Hat sich gelohnt: Den interessant aufgemachten Band (der allerdings auch wieder mal eher großzügig gesetzt worden ist – dennoch, die Sache mit der unruhigen Schnittkante ist schon nett gemacht; anfangs dachte ich ja, ich hab ein witziges Montags-Exemplar erwischt, wo das Messer in der Buchbinderei stumpf war, aber … das gehört so. Coole Idee) hatte ich in zwei Lese-Einheiten durch. Nach dem arg sperrigen Anfang wollte ich schon Seufzen und Verzweifeln – dann hat mich Dan Wells’ Debüt aber doch gepackt. Und wie.

Okay: Teeanger vs. mörderischer Dämon in Kleinstadt gewinnt keinen Innovationspreis. Aber abgesehen von dieser Ausgangssituation, ist Dan Wells den Klischees, die mit dieser Konstellation einher gehen, immer mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Schritte voraus. Sein Protagonist, Ich-Erzähler und Teenager-Held John Wayne Cleaver (wie der Westernstar – oder der als Clown verkleidete, berüchtigte amerikanische Serienmörder …) ist nicht nur als Scheidungskind in einem Bestattungsunternehmen groß geworden. Er ist auch ein Junge mit einer ziemlich heftigen Obsession für Serienmörder. Das ist insofern recht komisch, da John ein Soziopath ist und das Monster in sich an den Fesseln zerren hört – den Serienkiller. Ganz schön tricky also, dass John, um einen anderen Serienkiller zu stoppen, selbst zum Killer werden und das Monster von der Kette lassen muss …

»Ich bin kein Serienkiller« ist ein ziemlich ungewöhnlicher Thriller. Einer, den man wie im Rausch liest. Und der mich aus handwerklicher Sicht beeindruckt hat. Man sympathisiert zwar oft mit den Bösen in Romanen und Filmen – aber dass man einen so verkorksten jungen Ich-Erzähler wie John sympathisch findet, finde ich erstaunlich (und aus Autorensicht sehr beachtlich).

Also: Ungewöhnlicher Spannungsroman, der nach holprigem Einstieg richtig großartig wird. Unbedingt lesen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Wenn ihr im letzten Quartal nur ein Buch lesen wollt – dann entscheidet euch zwischen der Seelenjägerin und diesem hier (übrigens habe ich inzwischen das Interview mit Celia fertig übersetz und an die Nautilus geschickt; mal sehen, wann es erscheint).

Die Fortsetzung erscheint 2010 (keine Angst: Band eins ist abgeschlossen – ist aber quasi prädestiniert für ein Sequel). Und natürlich sind die Filmrechte auch schon verkauft, wie Mr. Wells Ende September in seinem Blog verkündete.

Excelsior!

Comic Action 2009

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009

Comic Action 2009, 22. - 25. OktoberIch frage mich ja oft, wie das gelaufen ist, damals, in grauen Vorzeiten: »He, in der 42. Kalenderwoche ist die Frankfurter Buchmesse – lass uns in der 43. die Comic Action machen, damit den Leuten nicht langweilig wird, har har!« …

Wie auch immer, heute geht’s in Essen mal wieder los: Die Spiel und die Comic Action locken die Fans, Verlage und Aussteller. Nein, wie schon Buchmesse und BuCon fällt auch die CA für mich dieses Jahr flach, obwohl ich z. B. Signore Del Grande gern mal in natura kennen gelernt hätte (immerhin: Ich plane fest mit Erlangen nächsten Mai). Wer von euch es bis Sonntag auf die Spiel oder die CA schafft, dem wünsche ich an dieser Stelle viel Spaß.

Als kleiner Einkaufshinweisgeber an dieser Stelle dann noch ein paar Panini-Novis, bei denen ich als Redakteur und Übersetzer die Finger mit ihm Spiel hatte (die CA ist über die Jahre ja durchaus zu so etwas wie der Hausveranstaltung von Panini geworden, und so produziert man zu den vielen geladenen Künstlern passende Variants, auf die sie etwas draufkraxlen können):

Zunächst hätten wir da das auf 222 Exemplare limitierte Joseph Michael Linser-Variantcover zu Marvel/Top Cow Crossover TPB 1. Die reguläre Ausgabe ist schon etwas länger erhältlich, von mir stammen Intro und Klappentext.

Für ein frühzeitig erscheinendes Variant von Conan TPB 11: Nergals Hand haben wir ebenfalls noch einmal ein auf 111 Exemplare limitiertes Linser-Variant. Das normale Trade erscheint erst am 18. November laut Checkliste. Ich habe Vorwort, Klappentexte und Backcover geschrieben und den redaktionellen Anhang (Sketchbook, Vorwort von Roy Thomas, Nachwort von Timothy Truman) übersetzt. Ihr erinnert euch? Das war die Last-Minute-Gilgamesh-Übersetzung vor ein paar Wochen …

Claws, Hardcover, Panini, Oktober 2009Und da alle guten Dinge drei sind und Mr. Linser zum signieren auf der CA ist, hätten wir da noch Claws, das sehr schöne Team-Up zwischen Wolverine und der Black Cat, auf Deutsch ebenso wie im Original im Hardcover (vermutlich aber nicht oversized). Das Kostüm-Redesign der Cat muss man mögen – ansonsten ein sehr spritziger, witziger Comic (an dem für moi auch noch ein paar Erinnerungen hängen). War schon seltsam, dass ausgerechnet ich dazu die Redaktion machen sollte. Das heißt: Intro, Klappentexte und Übersetzung des coolen Linser-Sketchbooks hinten.

Zunächst exklusiv zur Comic Action erscheint ein deutscher, wie Claws auf 666 Exemplare limitierter Sammelband zu Marvel Apes – nach Mangaverse und Zombies die nächste Alternativwelten-Geschichte mit Marvel-Charakteren in außergewöhnlichem Look. Die Anbindung an die reguläre Kontinuität ist aber stärker, da der geläuterte Spidey-Schurke (fast hätte ich zur allgemeinen Erheiterung den Tippfehler Spidey-Schurky stehen lassen …) Gibbon der Hauptcharakter ist. Intro, Klappentext und Bio wieder von moi.

Auch vom 31. Band der Reihe Marvel MAX erscheint das auf 222. Exemplare limitierte CA-Variant früher als die Normal-Ausgabe. In beiden wanken zum dritten Mal die gerade schon mal erwähnten Marvel Zombies durch die Gegend (die ersten Serien der Zombies erscheinen derweil in einem fetten Sammelband – mit Oneshots!). Intro, Klappentext und Bio … na, ihr wisst schon.

Die restlichen Variant-Editionen könnt ihr euch hier anschauen.

Excelsior!