Archive for August, 2009

Das Gespräch führte …

Dienstag, August 18th, 2009

Ein Nachtrag (bzw. eine eitle Korrektur in eigener Sache) zur aktuellen Nautilus (NT 66), die ich heute Mittag aus dem Briefkasten geklaubt habe:

Der ominöse »Carsten Endres« auf Seite 41 (Interview mit Brandon Mull) ist natürlich meine Wenigkeit.

Hm. Whatever. Don’t ask, my fellows …

Elektrische Schafe bei 451° Fahrenheit

Dienstag, August 18th, 2009

Fahrenheit 451 Comic-Adaption, Juli 2009In den letzten Jahren haben sich Adaptionen von leichterer Genre-Fantasy-Literatur in Comic-Bereich breit gemacht: George R. R. Martins Heckenritter, Raymond Feists Lehrling des Magiers, R. A. Salvatores Dunkelelf-Saga, dazu Geschichten aus der Welt von Dungeons & Dragons und der Drachenlanze. Und ohne da jetzt das Panini-Nest zu beschmutzen (wo viele der Adaptionen auf Deutsch erschienen sind): Das war nur selten die creme de la creme des Fantasy-Comics. Was, natürlich, auch an den Vorlagen lag. Denn die Abenteuer von Drizzt oder aus den abenteuerlichen Gefilden  der Drachenlanze sind heute eben nicht mehr gängiger Fantasy-Standard, egal wie solide und flüssig sie Knaak auch schreiben mag. Und dann hat das Artwork sicherlich auch nicht immer gepasst.

Wie auch immer, in den USA hat man derzeit gleich zwei der wichtigsten und besten Genre-Romane der Science Fiction hervor gekramt und als Comic adaptiert (es wird kein Zufall sein, dass beides eher kürzere Werke sind).

Vor ein paar Tagen erschien bei Macmillan Ray Bradburys »Fahrenheit 451« als von Bradbury authorisierte und mit einem Vorwort versehene 160-Seiten-Graphic Novel. Bei den Boom! Studius erschien unterdessen das zweite Heft der Comic-Adaption von Philip K. Dicks »Träumen Androiden von Elektrischen Schafen?«, auch bekannt als »Blade Runner«.

Do Androids Dream of Electric Sheeps? #1, 2009Comic-Punk Warren Ellis sagt in seinem schönen Nachwort zum ersten Heft aber schon richtig, dass genau da das Problem liegt. Die Leute reden von Dick und den elektrischen Schafen, meinen aber eigentlich die 231 gefühlten Schnittfassungen von Scotts Verfilmung (die, by that way, 1982 als »Marvel Super Special #22« schon einmal in Comic-Form adaptiert wurde; da klebte man aber sogar beim Charakterdesign übel am Film und hatte sogar ein Film-Cover von Bill Sienkiewicz für den 60-Seiten-Comic-zum-Film). Die Boom!-Version nun ist wieder sehr nah an der Dick’schen Vorlage und hält angenehm Distanz zum Film.

Das ist neben dem hübschen Artwork von Tim Hamilton übrigens auch das große Plus der Fahrenheit-Adaption. Natürlich könnte man jetzt wieder darüber streiten, wie viel Eigenleistung eine gute Adaption wirklich bringen muss und ob eine 1:1-Umsetzung nicht doch zu hölzern ist – aber würden wir, forderte man etwas anderes, nicht implizieren, dass Bradbury und Dick ihren Job nicht gut genug gemacht haben? Ausgerechnet Bradbury und Dick, verdammt! Diese beiden Helden unserer kleinen, feinen Welt der Genreliteratur. Wenn jemand die Lanze des Anspruchs für die SF gebrochen hat, dann jawohl diese beiden Titanen, ach, diese beiden Götter.

Im direkten Vergleich hat, wenn man die ersten beiden Hefte der Dick-Adaption mit der 160-Seiten-Graphic-Novel vergleicht, die Adaption des feurig-lyrischen Bradbury-Stoffes die Nase vorn. Werkgetreu sind sie, wie gesagt, beide -  Hamilton ist aber wesentlich cleverer mit der Textmenge des Bradbury-Kurzromans umgegangen und hat seine Sätze und Dialoge bedachter auf die Seiten verteilt. Bei Tony Parkers Dick-Comic-Version stimmt das Gleichgewicht zwischen Text und Bildern oftmals nicht, so löblich der Versuch, so viel Inhalt des Originals wie möglich direkt zu übernehmen, auch ist (dass das auch funktionieren kann, haben Wenzel und Dixon schon vor Jahren an der Hobbit-Adaption bewiesen, um mal fantastisch zu bleiben – aber die hatten auch ein großes Albenformat …).

Wer die Englische Ausgabe scheut: Zumindest bei einem der beiden Werke sind die deutschen Rechte auch schon vergeben, so weit ich weiß.

Gollum im Fabelheim

Sonntag, August 16th, 2009

Nautilus #66, August 2009Eigentlich müsste ich hier ja die Lyrics zu »Evacuate the Dancefloor« abtippen, so oft wie ich den Track inzwischen gehört habe. Von ansehnlichen Frauen gesungene Dance-Ohrwürmer sind manchmal echt was Schlimmes und die Pest …

Aber bleiben wir lieber seriös wie der politische Wahlkampf in Deutschland. Dieser Tage ist die neue Nautilus erschienen. In der immerhin zu zwei numerischen Dritteln teuflischen Nautilus #66 geht es diesmal thematisch wieder ordentlich gemischt zu: Kollege Robert Vogel und moi haben sich der Mittelerde-Fanfilme angenommen, wobei ich mich mit dem äußerst sehenswerten The Hunt for Gollum auseinandergesetzt habe. Dazu gehörten auch die hier schon mal erwähnten (und teil-zitierten) Interviews mit Regisseur/Produzent Chris Bouchard und den sympathischen Darstellern von Gandalf, Aragorn und einem Ork/Gollum.

(An dieser Stelle sei noch auf die schöne Verlinkung auf der Nautilus-Homepage hingewiesen, wo ihr bequem zu den Trailern navigieren könnt – oder direkt zum Film oder dem kostenlosen Download des Soundtracks. Schöner Service, ihr Hamburger, well done.)

Exil-Franke und Fantastik-Blogger Christian Handel hat sich in einem der Schwerpunktthemen dieser Sommer-Ausgabe mit märchenhafter Fantasy in Film und Literatur auseinandergesetzt. Aufgrund meines Panini-Engagements, das sich Anfang des Jahres abgezeichnet hat, musste ich den Artikel über Bill Willinghams Fables leider absagen – auf einen Text über die vielleicht beste Vertigo-Serie der letzten zwei Jahre müsst ihr dennoch nicht verzichten, die Kollegen sprangen bereitwillig ein. Dafür habe ich zum märchenhaften Titel-Thema noch einen Artikel über den ersten »Fabelheim«-Roman  eingestreut. Dem Artikel folgt ein Interview mit Autor Brandon Mull, das ich bereits im Januar/Februar herum fertig hatte. Da der zweite Band aber immer noch nicht auf Deutsch erschienen ist, macht das nun aber nicht wirklich was (dabei fällt mir jetzt erst auf, dass Fabelheim sogar mit Cover-Thema ist).

Zu all dem gesellen ich noch die üblichen Ausblicke auf Kino (z. B. den cleveren Wikingerbuben, der uns vom Cover aus anschaut [mich macht's aggressiv]), DVD-Veröffentlichungen und Buch-Neuerscheinungen, und z. B. auch eine Artikelstrecke über die bei den Verlagen in letzter Zeit so schwer angesagten »Völkter/Kreaturenromane«.

Wie schon vor ein paar Wochen mal am Rande angesprochen, kann man die Nautilus nun auch via Amazon ordern und auch ein Abo abschließen. Bequemer geht’s fast nicht mehr (auch wenn wir jetzt besser nicht über’s Rabattsystem nachdenken).

Wollt ihr jetzt auch noch was von meinem abgebauten Comic-Lesestapel hören? Oder von der Hemingway-Anspielung und der Sache mit dem verhassten Deerstalker, die ich gestern und heute in Holmes eingebaut habe? Oder von erstaunlichen Vorbestellerzahlen für eben »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« und Cover-Ideen? Hm. Na, wir wollen mal nicht übertreiben, my fellows. Genug Stoff für heute.

Excelsior!

Verleger-Weisheiten & Autoren-Dummheiten

Samstag, August 15th, 2009

Christian: »Guido, les dir mal die Einleitung durch. Version 103 B, glaube ich. Holpert das?«

Guido Latz: »Bei mir nicht ;) Man müsste Autoren ab einem bestimmten Punkt die Manuskripte einfach stibitzen können – Du wirst noch dran arbeiten wollen, wenn das Buch erschienen ist…«

Wie wahr, wie wahr.

Holmes wird trotzdem fertig. Bald. Timo und ich haben uns auch endlich mal gemeinsam Gedanken über die Cover-Motive gemacht. Auch von dieser Front gibt es also bald hoffentlich Neuigkeiten.

Eisige Leiden für Martin-Jünger

Freitag, August 14th, 2009

Adara und der Eisdrache, cbj September 2009Bitte, lieber George R. R. Martin, beende endlich diesen Irrsinn.

Nur du hast die Macht. Nur du kannst der Held sein. Nur du kannst deine Fans, die dich so sehr für deine Bücher lieben und vergöttern, wie sie dich für deine Verzögerungen an der Reihe verfluchen, retten.

Deine angestammten Verlage fühlen sich ja schon so schuldig und betroffen, dass sie Kurzgeschichten von dir neu auflegen und herausgeben, die fast 30 Jahre alt sind (ja, ich weiß, dass die Amis den Band vor drei Jahren ebenfalls neu aufgelegt haben – für die Sache aber letztlich egal, ich möchte ja auch nicht einen Verlag explizit angreifen, sondern eher den fast schon ungesunden [Personen]Kult um Martin, wie Michael Moorcock es vielleicht formulieren würde).

Die kleine Klappenbroschur von »Adara und der Eisdrache« ist ja eigentlich ganz putzig, und die 6,- läppischen Euro tun jetzt auch weniger weh als eine Schachtel Kippen (und als bekloppter Buch-Fetischist würde ich mich über mehr Kurzgeschichten-»Bände« dieser Art durchaus freuen, wenn von den richtigen Autoren). Aber die Blindenschrift, mit der man das Buch auf 124 Seiten gebracht hat, ist schon abenteuerlich. Oder praktisch, je nachdem – so kann man das Buch am anderen Ende des Raums aufstellen und lesen, während man nebenbei etwas totally different macht.

Also, noch mal, George, von einem Fantasy-Bestseller-Autoren zum anderen. Bitte. Beende diesen Wahnsinn.

:lol:

Kreuzweg für den Goon

Donnerstag, August 13th, 2009

Ich kann für diese Woche doch noch etwas Positives/Produktives vermelden: Irgendwie hab ich’s doch noch geschafft, den redaktionellen Text für The Goon HC 4 in eine solche Form zu kriegen, dass er mir und CC-Lektor/Redakteur Filip gefällt. Ich habe lange Zeit keinen Zugang zum Text gefunden (Anfang des Jahres, als ich zusagte, hatte ich richtig Lust drauf, aber keine Zeit).

Im Beitrag geht es um Crossover und Team-Ups – was durchaus Sinn ergibt, da der vierte Goon-Band das Aufeinandertreffen von Goon und Hellboy beinhaltet (für mich bisher das Serien-Highlight). Erscheint im Oktober rechtzeitig zur Buchmesse.

Noch mal: Portrait

Mittwoch, August 12th, 2009

Ich würde euch ja gerne erzählen, wie produktiv ich diese Woche gewesen bin.

War ich aber nicht. Immerhin, ich habe kurz beim frisch prämierten Herrn Baga vorbei geschaut, ein bisschen gequatscht, mir ein paar schöne neue Arbeiten zeigen lassen und das Original meines wunderschönen Porträts geholt. Im großen Format sieht das natürlich noch viel geiler aus.

Als Entspannungs-Lektüre dient derweil immer noch der geniale Immortal Iron Fist Omnibus aus den Federn der Herren Brubaker und Fraction.

Es will nicht zufällig wer die beiden IF-Essential-Bände loswerden, oder?

Es wird Zeit, dass der Urlaub kommt: Zeit für noch die letzten paar kosmetischen Korrekturen an Holmes – und Zeit einfach fürs Schreiben.

Das fehlt momentan doch sehr.

Hugo, Spidey und Ninja-Schildkröten

Montag, August 10th, 2009

Neil Gaimans »Graveyard-Buch« war der erste Schmöker in diesem Jahr, den ich fast nicht aus der Hand legen konnte. Und so sehr ich es Autor und Buch gönne, den Hugo für den besten Roman abgegriffen zu haben – mir passt der Hugo besser, wenn er einen Science Fiction-Autor dekoriert. Keine Ahnung, wieso. Aber für mich sind Hugo und Nebula immer mehr die SF-Preise und der World Fantasy Award – wie der Name schon sagt – dann der Fantasy-Preis. Und ja, mir ist klar, dass ich Publikums- und Jury-Preise damit in einen Topf werfe. Na. Wem schmeckt’s jetzt nicht, Mary?

Vorhin hat der UPS-Fahrer – kein König und meines Wissens nach nicht aus Queens – eine große Sendung aus Little Italy vorbei gebracht. Richtig: Massig Beleg-Exemplare! Hat alle paar Wochen schon so ein bisschen was von Weihnachten. Vor allem, da schon USM 68 dabei war – der erste offizielle Alleinflug an einem Spidey-Titel für mich. Aber ich spann euch noch ein bisschen auf die Folter. Bilder und mehr gibt’s dann, sobald das Heft offiziell erschienen ist (das ist dann nun das dritte Mal, dass ich hier auf das Heft hinweise, oder? Rats …).

TMNT 25Außerdem brachte der Postbote »Teenage Mutant Ninja Turtles: A Quarter Century Celebration«. Darin hat Turtles-Mit-Erfinder Kevin Eastman seine Lieblings-Turtles-Geschichten aus 25 Jahren gesammelt, teilweise zum ersten Mal koloriert. Aus 25 Jahren – richtig, die Turtles feiern dieses Jahr (wie z. B. auch Stan Sakais Usagi Yojimbo – freut euch auf die kommende phantastisch!) Jubiläum. Ich hab als Kind die 80er-Jahre-Zeichentrickserie (ja, die mit dem Zander-Intro, Baby!) geliebt und über die Jahre auch einige Comics gelesen. Die neue Fox-Cartoon-Serie ist natürlich viel näher am Original als die alte – und verdammt gut. Ich warte nach wie vor auf deutsche DVD-Boxen.

Wie auch immer. Als Happy Birthday-Present für die Schildkröten gibt es für euch I Love Being A Turtle (Phase X #1, Atlantis 2006) aus dem heute breits legendären und unter Sammlern rund um den Globus begehrten Phase X #1.(Falls der Artikel irgendwie schräg oder nicht so ganz nach moi klingt: Ich hab ihn natürlich nicht noch mal durchgelesen – würde ich das tun, müsste ich mich ja damit auseinandersetzen, wie ich vor drei Jahren geschrieben habe. Und so masochistisch bin ich dann doch nicht. Nicht heute, jedenfalls. Falls es zu schrecklich und schachtelig ist, bewundert einfach die Entwicklung …).

Cowabunga, my fellows.

Chesley Awards nach Würzburg

Sonntag, August 9th, 2009

Passend: Ich habe Volkan gestern die (zunächst nur deutsche) Endfassung meines Vorworts für seinen Ausstellungs-Katalog im Herbst geschickt – und heute erzählt er mir, dass er bei den Chesley Awards für das Jahr 2008 in der Kategorie Best Game-related Illustration gewonnen hat. Das Gewinnerbild ist – natürlich – aus der Magic-Welt und kann hier angeschaut werden.

Congratulations, Mr. Baga!

Der Waschtrockner, mein lieber Watson!

Samstag, August 8th, 2009

Die letzten Tage haben keinen Spaß gemacht. Ganz ehrlich: Hitze und Stress in der Firma sind der Tod eines jeden guten Textes. Schon im Kindsbett. Fehlgeburt.Da sind Tage dabei, da brauch ich es abends gar nicht mehr zu versuchen. Schade um die Zeit und den Strom, der gefressen wird, wenn der Rechner sinnlos an ist.

Was unter der Woche liegen geblieben ist, muss nun bis Montag beackert werden: Immer noch der Crossover-Text für Cross Cults Goon, ein paar kleinere Panini-Texte, und ein paar knackige Headlines für einen Newsletter – die üblichen Angebote aus dem HiFi-Dunstkreis bleiben bei der Hitze aber in der Versenkung. Dafür geht es um Kühlschränke (cooles Teil, literally – ich will auch so einen Eiswürfelspender!) und Waschtrockner.

Spielen Wetter und Körper halbwegs mit, würde ich dieses Wochenende nicht nur gern den vielfach angepriesenen Daredevil Omnibus und den zweiten Starman Sammelband auslesen, sondern vielleicht auch mal wieder ein bisschen was an einem Fiction-Text drehen. Durch die Recherche für die Nautilus bin ich in Holmes-Laune. Es könnte also sein, dass ich mir ein oder zwei Geschichten aus »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« rauspicke und noch mal drüberlese.