Archive for Mai, 2009

DPP 2009 und der Feuerteufel

Samstag, Mai 30th, 2009

Es ist mal wieder so weit: Der Deutsche Phantastik Preis bittet um Abstimmung. Kann ein Preis um Abstimmung bitten? Vermutlich nicht. Egal. Dieses Jahr sind die Regeln leicht modifiziert.  Was sich nicht ändert, das ist die Verleihung. Die findet auch dieses Jahr wieder im Oktober am Buchende-Wochenende auf dem Bucon in Dreieich statt.

Noch geht es darum, in der Vorrunde Vorschläge einzureichen, ehe in der Hauptrunde dann richtig gevotet werden darf.

Disturbania, Atlantis Verlag 2008Dass meine Kurzgeschichte »Feuerteufel« aus der von David Grashoff herausgegeben Anthologie »Disturbania« (Atlantis, 2008) schon in der Vorrunde auftaucht, finde ich dann aber doch ganz reizend.

Wer »Der Preis des Lebens« vorschlagen oder wählen möchte – tut euch keinen Zwang an. Vorausgesetzt, ihr könnt das unzüchtige Groupie-Zeltlager (die Medien sprechen gelegentlich von »fränkish Woodstock«, habe ich mir sagen lassen. Aber mich lässt das kalt.) im Garten mal für ein paar Minuten verlassen.

Ich glaube, aus gegebenem Anlass wird es mir niemand übel nehmen, wenn ich mal die ersten Absätze des Feuerteufels poste. Mir ist grad so danach.

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Seit über einer halben Stunde wütete das Feuer nun schon in dem sechsstöckigen Wohnhaus und machte die laue Septembernacht im ganzen Viertel zum Tag – ein riesiges Leuchtfeuer, das die Schaulustigen und Gaffer wie Motten anzog.

George, der im Inneren des Hauses gegen das Feuer kämpfte, bekam von all dem Trubel draußen nichts mit.

Glühende Feuerkäfer umflogen ihn mit Flügeln aus sengender Hitze, während spitze Flammenzungen ihn wie ein Herbststurm aus glutroten Blättern umwirbelten; Ruß und Trümmerstücke regneten von der Decke auf ihn herab; Wände krachten ein und ließen den Boden unter seinen Stiefeln erbeben. Georges Blick fokussierte für die Dauer weniger Herzschläge auf die kleinen Tropfen aus Schweiß und Kondenswasser, die am Sichtfenster seiner Atemmaske klebten. Mit den klobigen Fingern seines Schutzhandschuhs wischte er über das feuerfeste Plexiglas, verteilte damit aber lediglich nur noch mehr Ruß und Schmutz.

Trotz des gleichmäßigen Rasselns seiner Luftzufuhr hörte George den Brand im ganzen Haus toben: Wie das wütende Kreischen und Fauchen eines Dämons, der seinen unersättlichen Hunger in die Welt hinaus schrie, während er in seiner Gier ganze Teile von ihr verschlang.

Ein flüchtiges Lächeln kräuselte Georges Lippen. Für viele Menschen war Feuer ab einer gewissen Größe tatsächlich ein Dämon; ein Dämon, dem die Jahrtausende auf dem Weg zur Zivilisation zwar größtenteils Gehorsam aufgezwungen hatten, aber dennoch ein versklavter Naturgeist, der sich wie ein wildes, vermeintlich gezähmtes Tier ab und an ohne Vorwarnung gegen seine Herren auflehnte.

Was dann stets George und seine Freunde auf den Plan rief. Während draußen all die Schaulustigen und Reporter, die besorgten Nachbarn und natürlich die unsanft aus dem Schlaf gerissenen und in Windeseile evakuierten Anwohner von Polizisten ermahnt wurden, hinter den Absperrungen zu bleiben und die Löscharbeiten nicht zu behindern, machten sich George und seine Kollegen daran, das Haus mit Atemgeräten, Schläuchen und Äxten zu stürmen, um dem aufwieglerischen Feuergeist wieder Disziplin beizubringen.

George trieb seine Axt mit schwungvollen Hieben in das Holz einer Kommode, die von einem Feuerstoß umgeworfen worden war und ihm den Weg versperrte. Paradoxerweise wurde ihm genau in diesem archaischen Moment bewusst, wie sehr er seinen Job liebte. Seine Freunde und insbesondere Karen und seine Schwiegereltern würden ihn für verrückt erklären, wenn er das laut ausspräche. Doch das Feuer war seine Leidenschaft, ob er es nun zugab oder nicht. Es war seine Geliebte, seine feurige Herrin. George schätzte das gefährliche Liebesspiel mit den Flammen wie kaum etwas anderes. Hier, im roten Dschungel, war er Jäger und Beute zugleich und …

Ein ebenso vertrautes wie verhasstes Geräusch riss George jäh aus seinen Gedanken.

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Das Geräusch ist ein Hilferuf der besonderen Art, so viel sei hier noch verraten. Die ganze Geschichte gibt es in »Disturbania«, das kürzlich beim Vincent Preis (wenn wir es schon von kleinen internetphilen Szene-Preisen haben) den zweiten Platz in der Kategorie »beste deutschsprachige Storysammlung« errungen hat.

Schneckenpost …

Samstag, Mai 30th, 2009

Der Briefkasten blieb heute ziemlich leer.

Das Lese-Exemplar von Martin Millars »Kalix. Werwölfin von London« ist angekommen (und ich finde den dt. Titel immer noch arg sperrig). Sonst leider nichts. Weder der neue Sapkowski, noch – was viel nerviger ist – eine Sendung aus Italia oder meine Lone Ranger-Belege.

Da heißt es wohl bis nach Pfingsten warten …

Er reitet. Hi-yo!

Donnerstag, Mai 28th, 2009

Hi-yo, Silver! Der erste Band der neuen Comic-Abenteuer des Lone Ranger ist heute beim Verlag angekommen, galoppiert über Nacht weiter zum Vertrieb und kommt mit der Postkutsche Anfang bis Mitte nächster Woche wohl in den Shops, bei der Amazone und den Bestellern an. Wer also die coole Neufassung und die schönen Zeichnungen genießen möchte oder meinen Ranger-Artikel und die von mir zusammengetragenen Ranger Facts lesen will, kann schon mal die Nuggets rausholen und zählen. 

Und weil’s so schön ist: 

 

The Lone Ranger Poster, powered by Cross Cult

Bedroht. Erniedrigt. Geschunden.

Mittwoch, Mai 27th, 2009

Ein Chefredakteur (Name von der Redaktion unkenntlich gemacht) schickt mir höchst fragwürdige E-Mails mit anzüglichen Witzen. Ein anderer (Name von der Redaktion unkenntlich gemacht) drohte mir gestern dagegen sogar damit, mir die – ich zitiere – Kniescheiben zu brechen, sollte ich den von ihn bereits müh- und liebevoll (das Wort, das er gebrauchte, war glaube ich brachial) gekürzten Text um mehr als 500 Zeichen erweitern. Und das alles für eine Handvoll Dollar und ein Quantum Ruhm. Ei, was ist der Mensch ein Tor. ;)

Das Lone Ranger-Poster ist heute bei mir aufgeschlagen. Sagenhaft cool, muss ich sagen. Das wird nun am Wochenende gerahmt und verdrängt die Mäuse von Davids Mouse Guard mal für ein paar Wochen vom Wandplatz-Spot. Die Hardcover-Bände werden übrigens jeden Tag seitens des Verlages erwartet. Und auch Tambu steht druckereitechnisch weiter ganz oben auf der Liste und dürfte bald bei Guido ankommen. Ich sehe ihn bis hier her nervös zappeln. 

An dieser Stelle auch mal Kongratulation an unsere Saramee-Zeichenzaubermaus für ihren ersten Platz beim Marburg Award.

Falls es jemanden interessiert: Die Gesamt-Überarbeitung von Holmes hat die Halbzeit hinter sich gebracht. Und nun lockt erstmal weiter eine Übersetzung zum redaktionellen Part vom Ultimativen Spidey.

25. 5.

Montag, Mai 25th, 2009

Happy Towel Day, my fellows.  

So long Douglas, and thanks for all the fish!

Die Katze lässt das Mausen nicht …

Sonntag, Mai 24th, 2009

Manch einer wird sich noch erinnern, wie ich an dieser Stelle vor gefühlten 10, wenn nicht sogar 15 Jahren schrieb, dass »Der Rabe« die letzte Geschichte für »Sherlock Holmes und das Uhwerk des Todes« sein wird.

Nachdem ich gestern mal wieder Das Privatleben des Sherlock Holmes (1970) gesehen und mich abermals königlich amüsiert habe, dachte ich mir, dass es nett wäre, meine Lieblings-Sherlock-Holmes-Darsteller aus Film und Fernsehen in einer kurzen Geschichte zu verewigen. »Detektiv im Dutzend« heißt die Story, sie ist auch schon fertig und sie hat gerade mal 4.400 Zeichen.

Und das war jetzt wirklich die letzte … ;)

The Surrogates Trailer

Freitag, Mai 22nd, 2009

Mitte der Woche habe ich noch mit Rob Venditti gemailt und abgeklärt, wann er und Zeichner Brett Weldele mir die Antworten für das Interview schicken, das ich mit den beiden führe. Das kommt im Spätsommer in die Nautilus – und vermutlich auch in den deutschen Comic-Band, der bei Cross Cult erscheinen wird. Das wird sich aber erst nächste Woche genau klären.

Ich habe die Hefte, die in den USA bei TopShelf erschienen sind (dieser Tage kommt das Sequel, das eigentlich ein Prequel ist, und direkt als Graphic Novel im Sammelband erscheint …), vor Kurzem noch einmal gelesen. Ein bisschen sperrig, aber sehr reizvoll. Ein bisschen, als hätte Philip K. Dick den Internetboom noch mitgekriegt und dann eine Replikanten-Story daraus gemacht. Denn in The Surrogates verarbeitet Rob die Idee, dass die Menschen es mit Chat-Egos und Avataren auf die Spitze getrieben haben und jeder Mensch einen Robo-Ersatzkörper besitzt, einen Surrogate also. Der muss nicht identisch mit dem Besitzer sein, kann aber. Dann beginnt das Morden, zwingt jemand die Menschen, ihre Wirklichkeiten wieder selbst zu erleben, indem er Surrogates ermordet. Am Ende erstreitet sich dieser Revolutionär aus dem Jahr 2054 sogar die technischen Mittel, alle Surrogates auszuschalten. Die Polizei stellt sich ihm natürlich entgegen …

Lange Rede, kurzer Sinn: Heute ist der Trailer zur Verfilmung der ersten fünfteiligen Comic-Miniserie in der Hauptrolle online gegangen. Mit Action-Ikone Bruce Willis.

Happy Birthday, großer Meister!

Freitag, Mai 22nd, 2009

Heute hätte Sir Arthur Conan Doyle seinen 150. Geburtstag gefeiert.

Und eigentlich hätte ich es ganz gern gesehen, wenn mein Artikel zum Geburtstag des Meisters diese Woche in der aktuellen zitty erschienen wäre. Aber das Redakteursleben ist nun mal kein eitles Wunschkonzert, und manche Sachen sind dann halt für die lokale Redaktion dringlicher als der Geburtstag von Conan Doyle. Folglich wird der Artikel über SACD erst im nächsten Heft erscheinen, knapp anderthalb Wochen nach dem Jubiläum. Tja. Kann man nix machen – und dem Poe-Artikel Anfang des Jahres hat es ja nun auch nicht geschadet, von daher …

Darum halt an dieser Stelle aktuell der Wink ins Jenseits: Happy Birthday, großer Meister!

Marken & Scheine

Freitag, Mai 22nd, 2009

Nein, ich verteile keine Rabatt-Marken für unzufriedene Leser, und alle möglichen Scheine stecke ich selber ein bzw. gebe sie selber aus. Sorry, Folks.

Aber: Auf dem Lesestapel liegt im Moment die Taschenbuch-Ausgabe von Pratchetts »Schöne Scheine« (making money), und ich muss sagen, das gefällt mir wieder richtig gut. Die Ankh-Morpork-Romane sind für mich eh das Highlight der Scheibenwelt, und Feucht ist eine tolle Figur. Ich hab noch 40 Seiten vor mir, und ich bin sehr gespannt, wie’s ausgeht.

Neil Gaiman hat in seinem Blog geposted, dass Dave McKean (brillanter Illustrator und Cover-Artist) einen Satz Briefmarken gestaltet hat. Thema: Die Mythen der britischen Inseln. Toll – und will ich haben! Zumal Mr. Gaiman auch noch Kurzgeschichtenhappen zu jeder Marke schrieb: »Mythical Creatures Presentation Pack. The fully illustrated presentation pack contains the six Mythical Creatures stamps. Inside fantasy author Neil Gaiman provides the stories for Dave McKean’s illustrations.«

Keine halben Sachen

Donnerstag, Mai 21st, 2009

Wenn es eine Sitcom gibt, mit der man mich zu jeder Tages- und Nachtzeit hinter dem Ofen hervorlocken kann, dann ist das »Two and a half Men«, derzeit mit einer täglichen Doppelfolge auf Kabel1 positioniert (der Sender mausert sich wieder, wie ich finde).

Nachdem ich gestern aber bereits die Erkenntnis hatte, dass man am geschicktesten Barkeeper sein sollte, traf es mich dann heute doch wie ein Blitzschlag: Hauptdarsteller Charlie Sheen kassiert pro Episode  825.000 Dollar. Pro. Episode. Pro … Epi… sode …

Autsch.

Tja, Freunde, das war’s dann mit der Schreiberei.
Ab heute mixe ich Drinks und bewerbe mich um Sitcom-Rollen.

(Für den Realitätsgehalt dieses Eintrags: Die Testler gaben ihr OK für »Stille Brunnen sind tief« und »Der Fall der verschwundenen Katzen«, während das ungeplante Kind »Der Rabe« gestern schon das Postfach verlassen hat und auf die Reise flatterte).