Archive for Januar, 2009

Neues von Jeff Smith

Samstag, Januar 31st, 2009

Ich geb’s ja zu: Jeff Smith’ ›Bone war für mich nicht immer das Ausnahme-Lesevergnügen, seit die Serie diesen epischen Touch bekommen hat. Gerade die Hardcover-Sammelbände (preislich und von der Aufmachung her allerdings umschlagbar) sechs und sieben haben mir nicht allzu gut gefallen. Ich mochte die Serie lieber, als sie klein, beschaulich und niedlich war, wie zu Beginn im Tal. Der aktuelle achte Band ist aber trotz aller Fantasy-Epik um die Knubbelnasen aus Boneville endlich wieder sehr schön und spannend (habe ich mich dran gewöhnt?), und auf das Serien-Finale der von Steve Hamaker wundervoll kolorierten Neuausgabe im April freue ich mich sehr. Dann ist auch das Buchrückenmotiv komplett. Don’t feed the Collector-Geek, oder so.

Es gibt noch diverse Serien-Specials, u. a. ein von Charles Vess gezeichnetes Rose-Abenteuer. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Tokyopop das in USA und Deutschland in die Neuauflage aufnehmen wird. Tendenziell wohl eher nicht. Macht aber nix, kriegt man noch relativ problemlos (da fällt mir ein, dass ich mir auch endlich mal das wunderschöne Bone-Artbook von Dark Horse zulegen müsste).

Dafür darf sich der Freund der ›niedlichen Smith-Tierchen‹ in mir auf den Herbst freuen: Da wird ein von Smith illustriertes Kinderbuch namens »Little Mouse Gets Ready« erscheinen, dessen Cover und erster Auszug schon sowas von süß sind, dass man schon vom Hinschauen fast Karies kriegt …

Mal schauen, ob sich gegen Ende 2009 außerdem in Sachen Ankündigung/Bone-Verfilmung etwas tut.

Novel in a Box

Freitag, Januar 30th, 2009

Message in a Bottle war gestern! Nun heißt es: Novel in a Box – Roman in einer Schachtel also. DTV  z.B. veröffentliche im vergangenen Herbst den ersten Roman der ›Geralt‹-Saga von Andrzej Sapkowski (ich hab erwähnt, dass ich ihn für die Nautilus #55 interviewt habe, oder?) als Paperback in einer Pappschachtel. Der Arena Verlag (quasi hier ums Eck ansässig in Würzburg) zieht nun nach: Neil Gaimans »Graveyard-Buch« erscheint in einer Metallbox, die tatsächlich romantische Friedhofsatmosphäre á la Peter S. Beagle (»He, Rebeck!«) verströmt – sehr, sehr schick! Und auch sehr gut produziert, u. a. mit einem weichen Polster, damit der Buchrücken des Hardcovers nicht am Metall abstößt. Toll!

Auch sehr schön: Die deutsche Ausgabe hat zwar leider nicht die Illustrationen von Dave McKean – dafür hat sie das Cover von Chris Riddell (Illustrator der Klippenland-Chroniken). Das englische Pendant als Wraparound-Ansicht einmal hier im Link (WAS?! Neil Gaimans Blog wird sogar übersetzt? Mh. Ob ich hier auch zweisprachig fahren soll? Und Elbisch! und Klingonisch! Ach nein, Mist. Das wäre ja wieder geekig. Okay, lassen wir es erstmal so …).

Nichtlustiges Telefonat

Freitag, Januar 30th, 2009

nichtlustig3

Das lange Arbeiten gestern rächt sich zusammen mit dem um 5:oo klingelnden Wecker heute Morgen, aber: es hat sich gelohnt. Das Interview, das Nautilus-Kollege Carsten Pohl und ich  gestern Abend mit Joscha Sauer geführt haben, ist sehr schön geworden. Eine Dreiviertelstunde haben wir uns mit dem sympathischen Cartoonisten am Telefon unterhalten, und das Diktiergerät hat ebenfalls mitgespielt (bei neuer Technik weiß man ja nie). Erfahren haben wir so einiges, über nichtlustige Trickfilme und den Ansporn bei selbstgerechtem, nichtlustigen  Merchandise – und natürlich darüber, dass Ralph Ruthe mit Vorlieb auf den Sofas seiner Kollegen sitzt und diese ärgert, indem er binnen weniger Minuten und mit scheinbar von Gotteshand gesegneter Leichtigkeit einen seiner Cartoons vollständig fertig macht. 

Nun hat die Sache nur ein Problem: Das Interview muss jetzt natürlich abgetippt werden, damit sich die Redaktion im Hamburg darüber hermachen kann. Und da ich leider nicht Tony Stark bin und keine Pepper habe, muss ich das wohl selbst machen. Ich hätte den Haken vorher glänzen sehen sollen. 

Gar nicht lustig. Aber was soll’s. Danke noch mal, Joscha!

Lobster in the morning

Donnerstag, Januar 29th, 2009

Nennt mich kindisch: Aber so ein Tag beginnt gut, wenn man u. a. eine Mail von Mike Mignola im Postfach hat (ja, die Antworten sind da). Egal wie oft wir nun schon gemailt haben, ich ihn interviewt habe, ich mich beruflich mit dem Hellboy/B.U.A.P.-Universum beschäftigt habe oder ob Mike via CC-Verleger Andreas Mergenthaler ein schmackhaftes Lob aussprechen ließ, weil unsere deutsche Ausgabe von Baltimore, Oder, Der Standhaft Zinnsoldat und der Vampir zu meinem Essay über den guten Mann auch ein tolles Foto von Hans Christian Andersen enthält, das ich mühsam beim Andersen-Museum in Odense aufgetrieben habe – Mails und Antworten von ihm freuen mich immer wieder, eben weil da nicht nur ein erfolgreicher, sondern auch sympathischer Mensch sitzt. Da kommt ganz klar der Comic-Fan und Mignola-Bewunderer in mir durch. 

Nun gibt’s zwei Möglichkeiten: Entweder, der Tag behält dieses Niveau bei (könnte sogar sein – heute Abend steht das mit Sicherheit nichtlustige Telefon-Interview mit Joscha Sauer an!) – oder es geht nun rasant bergab bis dahin …

First Look: Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

Mittwoch, Januar 28th, 2009

Im Sommer dieses (Zwiebelfisch, ich hör dir tapsen …) Jahres wird »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« im Atlantis Verlag erscheinen, eine Sammlung mit fantastisch angehauchten Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten und -Novellen von mir. Fantastisch? Ja, fantastisch. Vom Genre her, zunächst einmal. Zombies. Vampire. Artefaktkrieger. Erpresserische Hexer. Eine Sintflut über London. Die Nautilus. Und mittendrin Sherlock Holmes. Erstaunlich, mein lieber Watson, was?

Für die Ungeduldigen da draußen: Verleger Guido Latz bat mich Mitte der Woche, ihm für seinen hungrigen Blog ein Schnipsel aus dem Manuskript zur Verfügung zu stellen, da er auf der Site nun öfters Leseproben und solche Textfragmente als Appetizer online stellen möchte (go Guido, go Guido!).

Et voila: Deshalb auch hier der erste Abschnitt von Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes, genauer gesagt des ersten Kapitels, Londons verlorene Kinder:

»

Der junge Mann mit den stoppeligen Wangen, der angespannt vor uns auf der Kante des Sessels kauerte, war seiner eigenen Kindheit selbst noch nicht lange entwachsen. Dennoch sorgte er sich bereits um die Welt und ihre Kinder.


(weiterlesen…)

Der tragische Geist des Bösen

Mittwoch, Januar 28th, 2009

Zitty #3/2009Edgar Allan Poe ist in aller Munde. Schade eigentlich. Nicht, dass er in aller Munde ist, don’t take me wrong. Eher, dass es immer irgendein obskures Jubiläum braucht, damit man sich mal wieder vor Augen hält, was dieser oder jene Schriftsteller schon vor 100, 200 Jahren für die moderne Literatur (oder gar die fantastische Genre-Literatur) getan hat und wie gut seine Storys heute noch größtenteils sind. Nichtsdestotrotz: Eine Gelegenheit ist eine Gelegenheit, ein Aufhänger ein Aufhänger, ein Thema ein Thema. Folglich haben sich – wie schon an anderer Stelle hier im Blog angedeutet – auch für moi seit Dezember redaktionell ein paar Texte zu Edgar Allan Poes 200. Geburtstag ergeben, die seit dem »Stichtag« – dem 19. Januar – nun nach und nach auch allesamt erscheinen.

In der aktuellen Heftnummer des Berliner Stadtmagazins zitty ist diese Woche so etwa mein an dieser Stelle ebenfalls bereits erwähnter Artikel ›Der tragische Geist des Bösen‹ als Literatur-Aufmacher abgedruckt: ein kurzer Abriss über Poes Leben und Werk und Bedeutung für die Literatur, ein paar Zitate von Poe-Biograf Hans-Dieter Gelfert und ein bisschen Einkaufshilfe (es ist in den letzten Monaten und Wochen ja genügend erschienen in Sachen Poe-Lesestoff, von neuen Sammlungen bis hin zu Luxus-Werkausgaben).

Hier der Einstieg in den Artikel (und nochmal der Dank an den fränkischen Horror-Spezialisten, Splatter-Metzger [wie auf dem letzten Fantastik-Stammtisch in Würzburg festgestellt...] und Poe-Experten Markus K. Korb, der sich als Testleser zur Verfügung gestellt hatte):

»

Edgar Allan Poes Talent hätte auch für zehn Schriftsteller gereicht. Trotzdem war Poe – ein extravaganter, selbstzerstörerischer Grenzgänger – zu Lebzeiten bettelarm, alkoholabhängig und depressiv. Der am 19. Januar 1809 in Boston geborene Meister des Makabren wurde verkannt und gemieden und litt Hunger, bis er am 7. Oktober 1849 in Baltimore ins Delirium fiel und mit nur 40 Jahren verstarb.

Einen Großteil von Poes Werk machen wegweisende Literatur-Analysen sowie Satiren und Grotesken aus, in denen er u. a. gegen die junge Demokratie der USA sowie die Abschaffung der Sklaverei wetterte. In seinen bis heute berühmtesten Storys jedoch begründete Poe die analytische Detektivgeschichte und erneuerte er die Schauerliteratur des 18. Jahrhunderts. Letzteres tat er, indem er [...]

«

Das war’s für mich dieses Jahr aber noch nicht ganz mit Poe (macht das den Anfang dieses Posts nun endgültig zu rHeuchelei? Hm. Andererseits, ich bin doch eh ein kleiner Brutus dieser Tage: Meinen Spidey lese ich ja immer noch (sogar drei Mal im Monat, um genau zu sein), obwohl Ihr-Wisst-Schon-Wer zurückgekehrt und das Finale von Spectacular Spider-Man #200 damit hinfällgig geworden ist; aber Slotts Erklärungsversuch des Retcons war eben auch okay und erfreulich unspektakulär…).

In der nächsten Ausgabe von phantastisch! wird nicht nur endlich mein Artikel über Philip José Farmers Wold Newton Universum und die dazugehörige WNU-Family abgedruckt, sondern auch mein Artikel zum Fantasy-Comic The Surreal Adventures of Edgar Allan Poo, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Comic-Autor Dwight MacPherson hat sich mit mir über dieses Projekt unterhalten, während der WNU-Artikel Auszüge aus einem umfangreichen Interview enthält, das ich mit Win Scott Eckert geführt habe (und ein paar Wochen nach Erscheinen der p!-Ausgabe komplett online stellen werde). Aber auch hier und zu den Gesprächen mit Dwight und Win jeweils wieder mehr, wenn es besser passt. Bis zun Erscheinen des Heftes dauert es ja noch ein paar Tage.

Die zitty 3/2009 gibt es dagegen schon, in der Hauptstadt und z. B. überall am Bahnhofskiosk.

Lobster Johnson

Dienstag, Januar 27th, 2009

lobsterjohnson1Auch dieser Tag wird nicht als der produktivste Tag des Autorentums in die Geschichte eingehen, aber redaktionell hat sich wieder einiges bewegt, vor allem erneut im beliebten Frage-und-Antwort-Bereich (solche Tage oder Wochen gibt es einfach, wo man viel vorarbeitet und sich vieles ballt).

Und es gibt ja auch hier Highlights: Da Hellboy-Schöpfer Mike Mignola ein vielbeschäftigter Mann ist (hieß es zuletzt nicht, er solle demnächst nach Neuseeland fliegen, um John Howe und Alan Lee am Set der Hobbit-Verfilmung als Character-Designer für del Toros cineastische Adaption zu unterstützen?), freut es mich immer sehr, wenn Mike mir schnell und prägnant antwortet und auf E-Mails von mir reagiert. Und so hat er mir diesmal zwischen DFB-Pokal und Léo Malet gerade auch direkt zugesagt, ein paar Fragen zu Lobster Johnson zu beantworten.

Der Lobster ist ein Held, den Mike 1999 für sein Hellboy/B.U.A.P.-Universum geschaffen hat. Der detektivisch-heroische Charakter – inspiriert von Pulp-Helden wie dem Shadow – war jedoch so beliebt bei den Fans, dass er (bzw. sein Geist) nach der Zweitstory in einem regulären Hellboy-Heft noch eine wichtige Rolle in Sieger Wurm (Neuauflage folgt bald!) auf den Leib geschrieben bekam. Doch damit nicht genug: 2007 bekam Lobster Johnson seine eigene Mini-Serie bei Dark Horse.

Den deutschen Sammelband dieser Geschichte gibt es im April bei Cross Cult – und dafür ist dann nun natürlich auch das Interview.

Außerirdische, Fabelwesen und Dämonen

Dienstag, Januar 27th, 2009

Phase X #6, Feb/Mar 2009 Phase X #6 wirft seinen Schatten voraus und wird wohl gegen Ende Februar erscheinen. Das ist schon jetzt einen Eintrag wert, denn wir sind zugegeben etwas spät dran. Dafür gibt es aber eine erschreckend profane, banale Erklärung: Das Layout ist am Ende doch komplett an mir hängen geblieben (obwohl ich keine ganze Ausgabe mehr alleine machen wollte bzw. die letzten beiden Nummern nur sporadisch am Layout mitgewirkt habe), und so hat das alles etwas länger gedauert, als geplant. Eventuelle Äußerungen von Verärgerung ob der Verspätung dieser nunmehr schon sechsten Phase unseres beschaulichen Magazins deshalb bitte direkt an mich.

Das Cover der #6 stammt wieder von Chrissi Schlicht, und der Umschlagston ist etwas dunkler als bisher – das angedachte Gesamt-Redesign der äußeren Umschlagsseiten ist aus Zeitgründen erstmal verschoben worden. Da wir für die nächste Nummer aber Verstärkung in Sachen Layout bekommen, könnte man es ja mal für die Nummero Sieben ins Auge fassen …

In der kommenden Ausgabe dreht sich aber erstmal alles um das Bestiarium der Phantastik – um Greife, Phönixe, das Antlitz der Phantastik und so weiter, außerdem Arthur C. Clarkes 2001, Ray Bradbury und die Wesenheiten aus 1001 Nacht. Eine gewohnt bunte Mischung also. Interviews stehen dagegen mit Wolfgang Hohlbein, Alan D. Foster, Carlo Rambaldi und Mike Mignola auf dem Programm. Letzteres stammt von mir und findet sich auch im neunten Cross-Cult-Band von Hellboy.

Außerdem habe ich auch für PX einen Nachruf für den im letzten Jahr überraschend verstorbenen Michael Crichton geschrieben – seine Verbindung zu Jurassic Park und dem Dino-Hype Mitte der 90er passt sehr gut zum Thema, auch wenn der Anlass für die Aufnahme in die PX-Hall-of-Fame ein sehr trauriger ist.

Ach ja: Im Hintergrund laufen die Planungen für PX7 derweil auf Hochtouren, Hauptthema wird die Phantastik zum Hören sein. Zwei Themen werden auch wieder von mir beackert – zum einen Scott Sigler und seine Romane, die er zunächst als Podcasts kostenlos ins Internet stellt (der Mann ist ein echtes New Age-Phänomen!), und zum anderen  Kryptonit und Superman.

Über Sigler und seinen grandiosen ersten Podcast-Roman-Thriller EarthCore habe ich bereits im ersten zitty-Heft des neuen Jahres geschrieben (und Premiere gefeiert: der erste Leserbrief, der sich auf einen meiner Texte bezog!); der zitty-Text ist auch die Grundlage für den Artikel in PX, allerdings ergänzt um ein Interview, das ich vergangenen Herbst mit Sigler geführt habe, nachdem Michael Krug vom Otherworld Verlag so freundlich war und Kontakt-Schnittstelle spielte.

Superman und Kryptonit indes sind für eine audiophile Themen-Ausgabe relevant, da Kryptonit zunächst in der Superman-Radiospiel-Serie debütierte, ehe man es auch in den Comics mannigfaltig einsetzte. Grund genug, über die Achillesverse der modernen Helden-Ikone unter den Superpfadfindern zu berichten, zumal in Batman/Superman zuletzt eine sehr schöne Storyline namens K spielte (aktuell in den deutschen Heften von Panini), geschrieben von Heroes-Produzent Michael Green, der auch der Batman-Nemsis Joker unlängst eine neue Origin auf den Leib geschrieben hat (wie dringend man die wiederum trotz Alan Moores The Killing Joke brauchte, sei einmal dahin gestellt – unterhaltsam zu lesen waren Greens sechs Batman Confidential-Hefte mit der Storyline allemal).

Wie man seinen Tag rumkriegt …

Montag, Januar 26th, 2009

… ohne zu schreiben: Man mailt sich die Finger blutig (mit Presse-Stellen, Chefredakteuren, Redaktions-Kollegen, Lektoren, noch mehr Presse-Göttern); man tippt Mails mit klugen Interview-Fragen (nicht eine, nicht zwei, nicht drei, auch nicht vier, nein, fünf); man erklärt einem Bekannten per Mail den aktuellen Status quo von The Amazing Spider-Man, das sich endgültig gefangen hat und Dank Dan Slott und Mark Waid richtig Laune macht (ich hab’s gern getan, Rainer!); man gönnt sich zwei Folgen Immer wieder Jim (»Wenn ich groß bin, werde ich Astronaut!« – »Schön, Kleiner. Ich werde – mindestens – wie Jim Belushi!«) und den gelben Montags-Doppelpack Simpsons; und ja, man feilt natürlich wie ein Besessener auch noch weiter an seiner niegelfunkelnagelneuen Website herum (wargh!). Und man liest die neue Nautilus und schaut, was die Kollegen so geschrieben haben (und ob man seine eigenen Beiträge schon bzw. immer noch hasst oder sie noch ohne Schaum vor dem Mund lesen kann) ...

Am Ende des Tages hat man dann das gute Gefühl, den ›offiziellen Feierabend‹ zwar für viele Dinge genutzt und die nächsten Texte sauber vorbereitet, eingeleitet und angezettelt zu haben – aber man hat auch das nicht von der Hand zu weisende, heftig an der Autorenseele nagende Gefühl, dass man doch eigentlich noch etwas anderes machen wollte. Aber wen interessiert schon das Manuskript, das in 10 Tagen eigentlich längst abgeschickt sein müsste. Ist ja langweilig. Öde. Ausgelutscht. Das macht doch im Moment fast jeder. Ha!

Genau. Ha …

Der Dunkle Turm des Santa Claus …

Montag, Januar 26th, 2009

Nautilus 59, 2/2009

Am Nordpol steht ein dunkler Turm – oder? Also, in Tolkiens Briefen vom Weihnachtsmann steht am Nordpol zumindest irgendetwas, wenn meine Erinnerung mich jetzt nicht zu sehr trügt. Vielleicht spielt mir mein Polarbären-Gedächtnis aber gerade auch einen nostalgischen Streich.

Wie auch immer. In der aktuellen Ausgabe der Nautilus – Abenteuer & Phantastik habe ich mich anlässlich des Erscheinens von Splitters Edel-Ausgabe des Comic-Sammelbandes (der im Sommer schon als Trade bei Heyne erschienen ist) jedenfalls zunächst einmal auf drei Heftseiten mit Stephen Kings epischer Revolvermann-Saga um den Dunklen Turm beschäftigt. 

Und hinten im Heft, das sich sonst ganz um Romantasy, sexlose Twilight-Vampire mit (oder ohne) Biss, unheimliche Clown-Killer, den nicht alternden Brad Pitt alias Benjamin Button, Freitag den 13. und Kuckuckskinder und Wechselbälger dreht, ist auch noch eine Rezension zum sehr schönen Hörbuch Der Weihnachtsmann oder Das abenteuerliche Leben des Santa Claus von mir abgedruckt (was sogar meine erste reinrassige Hörbuch-Rezension sein dürfte – für gewöhnlich lese ich ja lieber selbst).

Deshalb oben auch der Bezug zu Tolkien. Denn Oz-Schöpfer L. Frank Baum (ein großes Feature zu ihm und Oz aus meiner Feder findet sich in der Nautilus #56) schuf sein Fantasy-Weihnachtsmann-Märchen bereits 1902, also 18 Jahre, bevor Tolkien den ersten Brief an seine Kinder bastelte. Ich hoffe, dass wir schon zum nächsten Weihnachten (das – den ein oder anderen wird es freuen – noch ein paar Tage Vorsprung hat …) zum Hörbuch auch die passende Print-Variante vorgelegt bekommen.