… dabei bräuchte jeder Tag 48 Stunden. Mindestens. Bei all den Stürmen, die so durch den Alltag fegen – oder der Luft, die einem manchmal ausgeht.
Das »Deadline«-Beleg mit meinem Mignola-Interview ist da (schön, modern und großzügig gelayoutete Zeitschrift mit Klebebindung).
»Mouse Guard: Winter 1152« zeigt, wie stark sich David Petersen als Erzähler und Autor verbessert hat – ein toller Zeichner war er ja schon vorher.
Die letzten Panini-Editorials für diesen Monat sind geschnürt und gehen morgen per Mail auf die Reise, wenn der Meister der redaktionellen Koordination aus dem Urlaub zurück kommt (Gleich viel Arbeit. Freut er sich bestimmt. Ich freu mich dabei über die Erkenntnis, dass Spidey für mich immer noch ein Privileg ist, das nun jeden Monat reinkommt, ohne dass ich mich dafür verbiegen, dafür kämpfen oder sonst was machen muss – verbunden mit dem Anspruch an mich selbst, im Gegenzug jeden Monat auf ca. 4.000 Zeichen ein kleines redaktionelles Meisterwerk zu schaffen).
»25 Stunden« von David Benioff und »Prinz Eisenherz. Ein Handbuch für Kenner und Liebhaber« (wunderschön!) liegen auf dem Lesestapel und sind beides ziemlich tolle Bücher.
Die DVD-Rezension zum brillanten Scorcese/DiCaprio-Streifen »Shutter Island« für die Nautilus (ich hab’s wirklich erst am Ende kapiert, auch wenn ich auf der Klippe das erste Mal stutzig wurde …) ist fertig und abgeschickt.
Der Trailer zu Die Legende der Wächter sieht beeindruckend aus. Der zu Sucker Punch sowieso.
Das die Shortcurts für den Wochenanfang, während mir Axl Rose was von süßen Kindchen und Dschungeln ins Ohr röhrt und die untergehende Sonne die Wolken am Himmel beleuchtet, die sich nicht so ganz zwischen schönem kühlen Abend und verregneter Nacht entscheiden können.
Zur Feier des Dienstags noch einen Happen aus »Die Zombies von Oz«:
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Tornadojäger
Der Schuss rollte wie Donner über den Hof.
Nur ein paar Augenblicke später, als der Schrei des Jungen noch nicht ganz verklungen war, riss der Farmer auch schon die Tür auf und hetzte lediglich in Unterhemd, Hose und Hosenträgern auf die Veranda. Die Flinte, die er in den Händen hielt, sah aus, als sei sie ein Familienerbstück. Er blickte verwirrt auf den jungen Burschen, der mit einer hässlichen Schulterwunde in einer Lache seines eigenen Blutes im Staub lag, und auf den Kerl mit dem langen Mantel, den Sporen an den Stiefeln, dem Hut und dem neumodischen Gewehr, der über dem Jungen aufragte.
„Was zum …?“, machte der Farmer und gestikulierte ziemlich hilflos mit seiner Flinte in der Gegend herum.
„Nur die Ruhe, Mister“, sagte der Fremde und setzte einen Stiefel auf die Brust des ächzenden Jungen, als dieser sich ein wenig zu lebendig am blutigen Boden wand. „Gilt auch für dich, Kid“, knurrte er. Dann wandte er sich wieder dem Farmer oben auf der Veranda zu. „Ich will keinen Ärger. Ma’am“, fügte er höflich hinzu und tippte sich mit der behandschuhten Rechten an die Hutkrempe, als in der halb offenen Tür eine Frau erschien und nach draußen spähte. „Ich bin Wayne O’Grady. Kopfgeldjäger.“
„Was machen Sie mit dem Jungen?“, wollte der Farmer wissen. Seine Flinte deutete vage auf O’Grady, den das allerdings nicht sonderlich zu beunruhigen schien.
„Der Junge da is Tornado Kid“, erklärte O’Grady gelassen. „Verflucht gefährlicher Bastard. Hundsgemeiner Erpresser, der kleine Hurensohn. ’tschuldigung, Ma’am. Wird seit Monaten per Steckbrief gesucht. Bin ihm seit drei Wochen auf der Spur. In der Zeit hat er sieben Farmen dem Erdboden gleich gemacht. Das ist seine Masche. Er kommt unversehens irgendwo vorbei, fordert alle Wertgegenstände und alles Geld – einmal sogar die hübscheste Tochter, nach allem, was man so hört -, und wenn er nach einer Kostprobe seiner Macht nicht bekommt, was er verlangt, zerlegt er die betreffende Farm oder Ranch in ihre Einzelteile. Unser milchgesichtiger Freund hier hat nämlich besondere Kräfte.“ O’Grady verstärkte den Druck auf die Brust des Jungen kurz, der daraufhin ein besonders gequältes Stöhnen von sich gab. „Er kann gut mit Wirbelstürmen. Lässt sie wie aus dem Nichts entstehen und kann sie irgendwie lenken, als hätt’ er sie abgerichtet. Keinen Schimmer, wie er das macht, aber er tut es, so wahr ich hier stehe. Hab’s selbst gesehen.“ Ein paar Augenblicke besah sich der Kopfgeldjäger den blassen Jungen am Boden. „Hol dich der Teufel“, murmelte er dann und fixierte den wimmernden Burschen mit dem Blick eines Wolfes. „Und wenn du auch nur komisch zuckst oder den Mund aufmachst, damit dir eine Fliege auf die Zunge scheißt, leg ich dich hier an Ort und Stelle um. ’tschuldigung, Ma’am.“
Der Farmer besah sich nachdenklich den Kopfgeldjäger und den Jungen auf seinem Grund und Boden.
Irgendwo im Haus lachte ein Kind, während ein kleiner Hund genauso unbedarft und unschuldig bellte.
„Hab das mit der Farm der Browns letzte Woche gehört“, meinte der Farmer schließlich. „Scheint, als hätten Sie uns eine Menge Ärger erspart. Wie wär’s mit einem Kaffee?“
„Ich würd’ auch zu ’nem Schluck Whisky nich Nein sagen, Mister“, antwortete O’Grady und zog bereits die Handschuhe aus. „Ich knebel und verschnür nur noch mein kleines Paket hier, und dann komm ich gern auf ein Gläschen rein …“
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Wie nannte es Oliver? »Eigentlich eine Antigeschichte«. Vielleicht ist dem so. Und ja, irgendwann mach ich vielleicht doch mal eine Novelle draus. Irgendwann. Vielleicht.
Eine andere Novelle – nicht für die Storysammlung, die gerade lektorenlos etwas in der Luft hängt – habe ich am Wochenende gepitched, bevor der große Kopfschmerz bis zum Gewitter kam. Fühlt sich nicht so an, als ob das groß die Fiction-Woche wird, aber wir werden sehen.
Excelsior,