
Conan der Barbar 1, Panini
Als ich vor ein paar Jahren angefangen habe, für Panini zu arbeiten, suchte man dort gerade jemanden, der sich um die deutsche Conan-Serie kümmern könnte. So wurde Conan neben dem Ultimativen Universum und Marvel MAX mein erster fester offizieller Gig. Zufälligerweise war der erste Band damals auch noch eine Miniserie von Joe R. Lansdale und Tim Truman, aber wollen wir mal lieber nicht allzu nostalgisch werden.
Denn mit Nostalgie hat die Neudefinition, die Brian Wood mit überragenden Künstlern wie Becky Cloonan oder James Harren in Conan der Barbar feiert, so gar nichts am Hut. Das sieht nicht aus wie der Conan von John Buscema, und das liest sich auch nicht wie der Conan von Roy Thomas. Nicht, dass ich was gegen diese klassischen Comic-Interpretationen des Cimmeriers hätte. Im Gegenteil. Aber ich weiß nicht, ob man sie heute noch einfach so jedem empfehlen kann.
Ganz anders Conan der Barbar, dessen erster deutscher Sammelband in Kürze überall erhältlich sein wird. Brian Wood, der sich mit Comics wie Local oder Demo sowie DMZ bei Vertigo hervorgetan hat, wählt einen frischen Weg für seine Arbeit mit Conan. Als Grundlage dient Wood eine von REHs besten Conan-Originalerzählungen, nämlich Die Königin der Schwarzen Küste. So kann Wood dem jungen Conan die in jederlei Hinsicht leidenschaftliche Piratin Belit an die Seite stellen. Indem er die beiden dann zu fast gleichwertigen Protagonisten macht, erhält die Geschichte des jungen Paares in der rauen hyborischen Welt der Conan-Geschichten natürlich gleich eine ganz andere Dimension. Klar, Roy Thomas hat das auch schon gemacht, aber er tat das für ein Publikum vor 30 Jahren – Brian Wood tut es für die Leser von heute, und ich wage zu behaupten, dass jeder, der gute Fantasy und gute Comics mag, in diesem Neuansatz für den berühmtesten und archetypischsten Barbaren der Popkultur genug findet, das ihm gefällt, ja mehr noch, das ihn begeistert.
Ich für meinen Teil bin von Anfang an, seit dem ersten Heft, schwer angetan von dieser Neuinterpretation und diesen neuen Comic-Abenteuern eines meiner Lieblingshelden. Da reiht sich Highlight an Highlight, starke Szene an starke Szene, und das hat so viel Stimmung und Intensität…
Hier noch mein Intro zum Band, für den ich außerdem Klappentext und Biografien verfasst und obendrein ein Interview mit Brian geführt habe. Das gibt es nach dem Vorabdruck in der Zack #164 nun erstmals in voller Länge hinten im Band, den ich euch wirklich dringend ans Herz legen möchte. Seht’s nicht als plumpe Werbung – seht’s als aufrichtige Empfehlung eines Conan-Enthusiasten.
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Einleitung
von Christian Endres
Mit Conan schuf der texanische Pulp-Autor Robert E. Howard 1932 einen unsterblichen Archetypen der Fantasy. In seinen Storys erzählte er vom Leben des ungestümen Cimmeriers aus dem eisigen Norden der Hyborischen Welt, der als Dieb, Pirat, Söldner und sogar König immer wieder auf Konfrontationskurs mit der vermeintlichen Zivilisation geht. Obwohl sich der schwermütige Howard mit nur 30 Jahren das Leben nahm, stieg Conans Stern immer höher. Spätestens seit 1982 und Conan der Barbar mit Arnold Schwarzenegger ist er eine Ikone der Popkultur. Allerdings war nicht jede Adaption so überragend wie der vorliegende Band. Doch hier legt Autor Brian Wood mit seiner grandiosen neuen Comic-Saga zweifellose eine der modernsten und doch trefflichsten Interpretationen Conans vor. Als Basis fungiert dabei Die Königin der Schwarzen Küste, eine von REHs besten Kurzgeschichten. Wood erweitert die Erzählung von Conan und Bêlit jedoch um eigene Twists und Abenteuer. Dennoch beginnt auch er mit Conan, der in Argos’ Hauptstadt Messantia Ärger mit der Obrigkeit hat. Viel Spaß mit dem besten Conan seit Langem!
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Und hier gibt es noch eine Leseprobe zum ersten Band.
Ihr wollt dieses Jahr nicht so viele Comics lesen?
Kein Problem. Dieser hier muss allerdings dabei sein.
Denn dieser Conan ist anders.
Und dieser Conan ist verdammt gut, bei Crom!
Gerade interview ich übrigens den irischen Zeichner Declan Shalvey, damit auch das zweite deutsche Tradepaperback dieses Jahr mit schickem Zusatzmaterial aufwarten kann, während die Geschichten ebenfalls das Maximum aus Figur und Setting herauskitzeln, sodass man schier vergessen könnte, dass Conans Ursprünge in den Pulp-Magazinen der 30er Jahre liegen.
Excelsior!