Future History
Mittwoch, Juli 27th, 2011In der letzte Woche fertig ausgelieferten phantastisch! #43 hat sich der beflissene Kollege Illmer in einem wunderbaren Text mit dem Schaffen von Cordwainer Smith auseinandergesetzt.
Nun ist auch endlich meine Rezension zum Heyne-Sammelband mit Smith’ Future-History-Werk abgedruckt, und zwar in der aktuellen Ausgabe 16/2011 der Berliner zitty (in der Wespenschreck Göllner im Übrigen völlig zurecht auf die Modern-Tales-Ausgabe von Brian Woods geradezu epischen Independent-Comic-Roman »Local« hinweist).
Hier die unredigierte, ungekürzte Fassung meiner Besprechung aus dem Heft:
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Nach Perlen wie Ballard oder Sheckley erschien binnen kürzester Zeit nun gleich der nächste lobenswerte Band in Heynes „Meisterwerke der Science Fiction“-Reihe: Eine chronologisch sortierte Gesamtausgabe all der Erzählungen des amerikanischen Autors Cordwainer Smith, die zusammen den Zyklus um die „Instrumentalität der Menschheit“ bilden – eine einfallsreiche, epische und fiktive Version der Menschheitsgeschichte, die eine kleine Ewigkeit nicht mehr in Druck war. Fast noch interessanter als die knapp 30 Geschichten sind allerdings John J. Pierce’ Vorwort zu Smith und seinem Erzählkosmos sowie das Leben des Autors selbst. Denn hinter dem Pseudonym Cordwainer Smith verbarg sich Paul Myron Anthony Linebarger (1913-1966). Das Patenkind von Sun Yat-sen war ein genialer Kopf, der sechs Sprachen beherrschte und sich insbesondere als Ostasien-Kenner, Experte für psychologische Kriegsführung und in der Folge als Asien-Berater in Kennedys Stab profilierte. Doch nicht nur seine Erfahrungen mit Psychologie und verschiedenen Kulturen sprechen aus seinen Storys. Die leben auch davon, dass Smith nicht wie viele andere Autoren seiner Zeit aus der SF-Club- und Fan-Ecke kam. Entsprechend unverbraucht und autonom wirken die meisten Geschichten seines üppigen Future-History-Werkes noch heute. Christian Endres
Aus dem Amerikanischen von T. Ziegler & U. Thiele. Heyne , München 2011. Taschenbuch, 1052 Seiten. 12,95 Euro.
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