Nic Pizzolatto: Galveston

August 30th, 2014

Galveston, Metrolit 2014

Das gerade auf Deutsch erschienene Galveston ist der erste Roman von Nic Pizzolatto, dem Erfinder und Drehbuchautor von True Detective, der auf beiden Seiten es Atlantiks wohl meistgelobten Krimi-Fernsehminiserie des Jahres 2014, deren erste Erzähleinheit mit Woody Harrelson, Matthew McConaughey und Michelle Monaghan sich sogar bei den Horror- und Crime-Noir-Klassikern aus den unvergesslichen amerikanischen Pulp Magazines bedient (hieer habe ich für diezukunft.de vor ein paar Tagen noch ein paar Zeilen zu einer weiteren mit True Detective verbundenen Buch-Novität geschrieben, die dann eher den Horror-Aspekt bedient.)

In Galveston, das schon ein paar Jahre vor der starken HBO-Serie entstanden ist, erzählt Pizzolatto von Roy Cady, einem Profi-Kriminellen aus New Orleans, der an dem Tag, an dem er seine Lungenkrebsdiagnose erhält, wegen einer schönen Frau auch noch von seinem skrupellosen Boss in eine Falle gelockt wird. Roy entkommt knapp und flüchtet mit einer in die Ereignisse hineingesogenen jungen Prostituierten bis über die Staatsgrenze und nach Galveston – doch die Probleme werden nicht weniger an der texanischen Küste, da Roy sich für die junge Frau und ihr Päckchen Elend und Probleme verantwortlich fühlt und deshalb schwer mit seinen Instinkten und Gefühlen kämpft …

Pizzolattos Erstling ist ein starker Noir-Roman. Keineswegs perfekt, aber ziemlich nah dran. Nicht, weil er vor atmosphärischen Gangster-Milieu-Studien strotzt, sondern weil das True Detective-Genie schon seinen Einstand als Romancier mit viel Südstaaten-Flair anreicherte: Weil er also eine gute Stimme und noch bessere Figuren hat, die er an einem interessanten Schauplatz menschlich scheitern, sie zappeln und zaudern lässt. Dazu kommt, dass manche Metaphern und Bilder auf den Seiten dieses Krimi-Roadmovie-Gemischs um einen angeknacksten Antihelden einen fast schon genre-persiflierenden Unterton haben in ihrer lyrischen Pseudo-Versponnenheit. Wer das mag, wird den Sound von Pizolattos Ich-Erzähler schnell mögen und ihm bis zur letzten Seite viel abgewinnen können.

Außerdem sollten Krimi-Geschichten über alte Haudegen, die für nichts als Ärger bringende Mädchen so etwas wie den gewaltsamen Pfad der Läuterung beschreiten, seit Léon der Profi immer einen Blick wert sein. Es kann sich lohnen – wie im ersten Band der neuen Krimi-Reihe bei Metrolit, wo man Galveston auch noch eine wirklich schöne Aufmachung als schickes Hardcover mit Schutzumschlag spendiert hat.

Galveston hat seinen Platz in der Buch-Top-5 des Jahres schon jetzt sicher.

Excelsior!

Server-Umzug

August 25th, 2014

Wenn hier demnächst mal ein paar Tage gar nichts ist und noch weniger geht – nicht wundern.

Es gibt ein bisschen Hin- und Hergeziehe in Sachen Server.

Excelsior!

Erschienen: Geek! #14

August 25th, 2014

Geek! #14

In der neuen Geek! #14 dreht sich alles um Sin City 2: A Dame To Kill For, Dracula Untold und Michael Bays Teenage Mutant Ninja Turtles, denen ich ja immer noch reichlich skeptisch gegenüberstehe nach dem ersten Trailer und aufgrund des Looks der Schildkröten.

Wie auch immer, diesmal habe ich zum Titelthema eine Übersicht von Frank Millers Comicschaffen zusammengetragen, die hoffentlich ganz launig geworden ist.

Dazu gibt es im Heft von mir noch einen schwärmerischen Artikel über Kij Johnsons Kurzgeschichten, deren erste deutschsprachige Story-Sammlung in ein paar Wochen bei Golkonda erscheint, sowie ein Interview mit Rachel Kahn, die in ihrem Comicstrip By Crom! von ihrem Leben mit Conan als Spiritguide erzählt.

Oh, und für einen Artikel gab’s eine Wiedervereinigung mit einer alten Liebe: Veronica Mars! Denn da ist inzwischen nicht nur der Kinofilm zur Serie auf DVD erschienen, sondern auch ein sehr lesbarer und sehr trefflicher erster Roman, der wiederum nach dem Film spielt und mir an einem heißen Sommertag vor einer Weile viel Vergnügen bereitet hat. A long time ago …

Excelsior!

Erschienen: George R. R. Martin – In der Haut des Wolfes

August 24th, 2014

GRRM: In der Haut des Wolfes, Festa, 2014

Im Festa Verlag ist gerade die ziemlich schicke Hardcover-Ausgabe von George R. R. Martins mit dem World Fantasy Award ausgezeichneter Werwolf-Krimi-Novelle In der Haut des Wolfes erschienen.

Joachim Körber hat seine Übersetzung der im Original aks Skintrade ursprünglich 1989 veröffentlichten Dark Fantasy/Horror-Novelle noch mal komplett durchgesehen, und Timo Würz hat 16 Illustrationen und das Cover angefertigt.

Von mir stammt das Nachwort hinten im Band, in dem ich ein bisschen über Mr. Martins Karriere und seine heutige Wahrnehmung erzähle, die ja doch eindeutig von Game of Thrones dominiert wird, was ein wenig den Blick auf die vielen guten anderen Geschichten verstellt, die GRRM früher geschrieben hat, ob Horror, Fantasy oder Science Fiction.

Damit wächst mein GRRM-Portfolio ganz schön. Zumal ich nach den bisherigen Bänden der Comic-Adaption zu Game of Thrones just den ersten Band der Panel-Fassung von Fiebertraum/Dead Man River zwecks Redaktionstexten zur deutschen Ausgabe bei Panini auf dem Schreibtisch liegen hatte.

(Und ist euch aufgefallen, wie sich der Martin-Werwolf und der Endres-Werwolf hier im Blog anfauchen? Cool, oder?)

Excelsior!

Neil Gaiman: The Truth Is a Cave in the Black Mountains

August 22nd, 2014

Gaiman/Campbell: The Truth Is a Cave in the Black Mountains

Bei einer Lesung seiner Erzählung „The Truth is a Cave in the Black Mountains“ im Opernhaus von Sydney wurde Fantastik-Superstar Neil Gaiman („Sandman“, „Niemalsland“, „Der Ozean am Ende der Straße“) 2010 nicht nur vom FourPlay String Quartet musikalisch unterstützt – Comic-Künstler Eddie Campbell („From Hell“) fertigte außerdem ein paar Illustrationen zur Story an, die hinter Gaiman auf der Bühne an die Wand projiziert wurden.

Im selben Jahr erschien die Geschichte in der qualitativ herausstechenden Prosa-Anthologie mit dem schlichten Titel „Stories“, die Gaiman zusammen mit Al Sarrantonio herausgab, neben Storys von u. a. Gene Wolfe, Tim Powers, Michael Moorcock, Joe R. Lansdale, Peter Straub und Joe Hill.

Jetzt ist sozusagen die Single-Auskopplung der Erzählung erschienen, in der sich ein Zwerg in den schottischen Highlands mit Bedacht einen ganz bestimmten Führer sucht, um in einer berüchtigten Höhle in den Bergen auf einer nebeligen Insel, in der unerschöpfliche Reichtümer warten, mehr zu finden als schnöden Mammon – unter anderem Vergeltung …

„The Truth Is a Cave in the Black Mountains“ ist eine typische Gaiman-Geschichte, über Rache und Reue und vieles dazwischen, die alle Stärken des in den USA lebenden Briten vereint, von herausragender Atmosphäre über prächtigen Stil bis hin zu tollen Dialogen. Für die eigenständige Veröffentlichung der u. a. mit dem Locus Award ausgezeichneten Story als quadratisches englischsprachiges Hardcover hat Eddie Campbell nun weitere Bilder geschaffen. So entstand ein kleines Gesamtkunstwerk mit Gaimans vollständigem Text und „Bildern aller Art“ – mit „pictures of all kind“, wie das Cover richtig sagt. Denn Campbell hat letzten Endes ein Bilderbuch designt, in dem neben klassischen Illustrationen auch Platz für ein paar Comic-Sequenzen ist, die mit ihren Panels und Sprechblasen Teil des Erzählflusses sind.

Neil Gaimans Status als Bestseller-Autor garantiert, dass er sich nie über die Präsentation seiner Werke beschweren muss, seien es nun Comic-Neuauflagen, neue Kinderbücher, Belletristik-Novitäten oder andere Bild/Text-Kollaborationen mit ähnlichen Größen wie Dave McKean oder Charles Vess. Allerdings vermag es „The Truth Is a Cave in the Black Mountains“ in der vorliegenden Form und Aufmachung, unter vielen schönen Publikationen herauszustechen wie ein Berggipfel aus dem Nebelmeer.

Ergibt freilich Sinn, wenn man drüber nachdenkt.

Excelsior!

Rogues: Kurzgeschichten-Helden

August 11th, 2014

Rogues, Bantam 2014

Kurzgeschichten haben es schwer hierzulande.

Es geht nicht darum, dass sie eine wunderbare literarische Form sind oder womöglich die ideale Strecke darstellen, um als Autor zu begeistern und zu bezaubern und zu brillieren. Ihre Wirtschaftlichkeit ist – gerade wenn es um ganze Bücher voll von ihnen geht – eher bescheiden, und das diktiert am Ende eben die Möglichkeiten und den Platz, den die Verlage ihnen einräumen. So ist das nun mal, und entsprechend sieht der Markt für Kurzgeschichtensammlungen und Anthologien in Deutschland seit Jahren aus.

Eine 800-Seiten-Hardcover-Anthologie wie das von George R. R. Martin mitherausgegebene »Rogues« klingt für den deutschen Leser daher nach dem unerreichbaren Shortstory-Utopia.

Wie das 2010 erschienene »Warriors« vom eingespielten Herausgeber-Duo GRRM und Gardner Dozois, ist auch »Rogues« wieder ein bunter Genre- und Subgenre-Mix von einer Anthologie geworden, da den beteiligten Autoren lediglich eine einzige Vorgabe gemacht wurde: Schurken und Schufte mussten im Mittelpunkt ihrer Beiträge stehen – definitiv keine Helden. Was genau das heißt, macht Martin in einem launigen Vorwort noch einmal schön deutlich.

Trotz der herausgekommenen Genre-Mischung, ist auf den über 800 Seiten viel für den Fan der phantastischen Literatur dabei, einiges an Prominenz zu finden. Immerhin geben sich z. B. Joe Abercrombie, Michael Swanwick, Scott Lynch, Cherie Priest, Daniel Abraham, Garth Nix und Lisa Tuttle die Ehre. Dazu kommen eine neue Geschichte von Superstar Neil Gaiman zu seinem unvergesslichen Roman »Niemalsland«, eine Erzählung des nicht gerade fleißigen Kurzgeschichten-Schreibers Patrick Rothfuss aus der Welt seiner »Königsmörder-Chronik«-Bestseller, und zum Schluss gar eine neue Story aus der Welt von »Game of Thrones« alias »Das Lied von Eis und Feuer« von Fantasy-Godfather GRRM höchstpersönlich.

Dass ausgerechnet diese eher alle Schwächen von Martins populärem, üppigen Epos mit dem Overkill an Namen, Stammbaumästen und Daten auf engem Raum vereint, macht angesichts der vorherigen Auswahl sowie der prächtigen Aufmachung als großformatiges Hardcover mit Schutzumschlag gar nichts.

Was für eine Anthologie – und was für ein Verlust, dass es sie vermutlich nie auf Deutsch geben wird!

Chew 8: Helden-Futter

August 5th, 2014

Chew HC 8, Cross Cult

Schon letzten Sommer, als mein Interview mit John Layman in Chew 6 bei Cross Cult erschien, erzählte ich ein bisschen was zu meiner Beziehung zum Comic, mit dem mich nicht nur immer vollmundiger Genuss verbunden hat zwischendurch.

Jetzt sind wir aber schon seit längerer Zeit wieder auf einem kulinarischen Level, und so war’s auch nicht weiter schwer, die redaktionellen Seiten hinten im gerade erschienenen deutschen achten Band zu übernehmen.

Das Thema der hoffentlich gut gewürzten Texte?

Helden-Futter – die kulinarische Seite der neunten Kunst!

Hellboys Pfannkuchen, Swamp Things Sex-Früchte, Popeyes Spinat, Obelix’ Wildschweinbraten, die Quiche der Bone-Rattenmonster – na, ihr habt das Konzept sicher längst verstanden. Hat jedenfalls ne Menge Spaß gemacht. Und darauf kommt’s in Chew ja an. Guten Appetit!

Excelsior!

Bei der Macht von Grayskull!

August 3rd, 2014

MOTU 1, Panini

He-Man und die Masters of the Universe sind mal wieder bei DC-Comics gelandet, und dem Gesetz des Marktes folgend, haben sie einen Relaunch spendiert bekommen.

Ein bisschen kompliziert ist das Ganze dann aber doch geworden: Eine Miniserie zur Wiedereinführung, die nach Skeletors Sieg einsetzt; dann digitale Origin-Storys als Prolog zur neuen fortlaufenden Serie; und dann schließlich noch ein Crossover mit den Recken der Justice League, John Constantine und anderen.

Gut, dass wir das auf Deutsch bei Panini ordentlich sortieren! Los geht’s bei uns gerade mit dem ersten Band, der ein Vorspiel aus der Feder von Geoff Johns enthält und dann die erste abgeschlossene neue Miniserie, die Keith Giffen und James Robinson geschrieben haben. Das wird sich inhaltlich noch etwas steigern – aber hey, die Masters sind zurück!

Ob der kleine Christian, als er mit großen Augen vor dem Fernseher saß und Battle-Cat und He-Man total toll fand, mal gedacht hätte, dass er Jahrzehnte später sein Geld damit verdienen würde, die Klappentexte, Intros und dergleichen zu Comics mit den Giganten des Universums zu schreiben? Vermutlich nicht…

Band eins von MOTU gibt’s als reguläre Ausgabe und als Variant-Cover, und hier gibt es noch eine Leseprobe.

In unserem zweiten deutschen Band gibt es dann übrigens sinnigerweise die Herkunfts- und Hintergrundgeschichten von Keith Giffen, Brian Keene, Kyle Higgins, Jeff Parker, Joshua Hale Fialkov und anderen, und dann erscheinen relativ zeitnah der erste Band der neuen fortlaufenden Serie sowie das Crossover.

Excelsior!

Cover: The Beast Within

Juli 31st, 2014

So schnell kann’s manchmal gehen.

Hier ist dann auch schon das Cover zu The Beast Within, der englischsprachigen Version von Crazy Wolf:

The Beast Within

Excelsior!

American (Crazy) Werewolf

Juli 29th, 2014

Internationale Neuigkeiten!

Im Herbst – genauer gesagt zu Halloween – wird Crazy Wolf – Die Bestie in mir als E-Book auf Englisch erscheinen.

Das Ganze wird momentan übersetzt und als The Beast Within dann auf die englischsprachige Leserschaft losgelassen.

Sobald es mehr Infos als den VÖ-Termin (3. 10. 2014) gibt, findet ihr sie natürlich hier!

Excelsior!

Ab 12. Juni:
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Crazy Wolf 1:
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Rachegeist:
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Backlist:
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